Sandaufwürfe in den Fugen von Terrassenplatten als Spur der Wegameise und Schwarzen Gartenameise
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Wegameise & Schwarze Gartenameise erkennen

Die Schwarze Wegameise und die Schwarze Gartenameise sind ein und dieselbe Art – und die mit Abstand häufigste Ameise rund ums Haus. So erkennen Sie sie sicher und ordnen ihr Verhalten richtig ein.

Eine Art, zwei Namen

Schwarze Wegameise, Schwarze Gartenameise, Schwarzgraue Wegameise – all diese Bezeichnungen meinen dasselbe Tier: Lasius niger. Sie ist die häufigste und bekannteste Ameisenart Mitteleuropas und in fast jedem Garten zu finden. Genau deshalb ist sie auch die Art, die am häufigsten in Häuser und Wohnungen vordringt, wenn dort Nahrung lockt.

So erkennen Sie die Schwarze Wegameise

  • Größe: Arbeiterinnen messen 3 bis 5 Millimeter. Königinnen sind mit 8 bis 9 Millimetern deutlich größer, Männchen rund 3,5 bis 4,5 Millimeter.
  • Farbe: Dunkelbraun bis tiefschwarz, mit feiner, silbrig schimmernder Behaarung.
  • Körperbau: Typische Ameisengestalt mit Wespentaille, einem Stielchen und geknieten Fühlern.

Die allgemeinen Bestimmungsmerkmale für Ameisen erklärt der Beitrag Ameisen erkennen. Zur Abgrenzung gegenüber der viel größeren Rossameise hilft der Artenvergleich.

Wo sie nistet

Die Schwarze Wegameise legt ihre Nester bevorzugt im Boden an – unter Steinen, Gehwegplatten, in Mauerritzen, an Hauswänden oder im Rasen. Charakteristisch sind die kleinen Erd- oder Sandhügelchen zwischen Pflastersteinen. Ins Haus kommt sie meist nicht, um dort zu nisten, sondern um Futter zu holen. Lockt eine Zuckerquelle, legen die Arbeiterinnen eine Duftspur an, der dann immer mehr Tiere folgen – so entsteht die typische Ameisenstraße. Wie Sie ein Nest aufspüren, zeigt der Beitrag Ameisennest finden.

Der Hochzeitsflug im Hochsommer

An schwülwarmen Tagen, meist zwischen Mitte Juli und Anfang August und oft kurz vor einem Gewitter, schwärmen geflügelte Jungköniginnen und Männchen aus. Dieser Hochzeitsflug ist ein natürliches Massenphänomen: Tausende geflügelte Tiere steigen synchron auf, um sich zu paaren. Anschließend sterben die Männchen, die begatteten Weibchen werfen ihre Flügel ab und versuchen, ein neues Volk zu gründen. Die plötzlich auftauchenden "fliegenden Ameisen" sind also keine andere Art und kein Grund zur Panik.

Lästig, aber nützlich

Die Schwarze Wegameise ist kein Gesundheits- oder Materialschädling. Im Garten erfüllt sie wichtige Aufgaben: Sie lockert den Boden, verbreitet Pflanzensamen und vertilgt andere Insekten. Allerdings "melkt" sie Blattläuse, um deren zuckrigen Honigtau zu ernten, und schützt die Läuse dafür sogar – das kann an Pflanzen stören. Im Haus ist sie vor allem hygienisch unangenehm, wenn sie über Lebensmittel läuft, gefährlich ist sie aber nicht. Ob und wann Ameisen ein Gesundheitsthema sind, behandelt der Beitrag Sind Ameisen gefährlich?.

Was hilft – und was nicht

Weil die Schwarze Wegameise harmlos ist, sollte der erste Schritt immer sein, ihr die Grundlage zu entziehen, statt sie zu vergiften:

  1. Nahrung wegräumen: Süßes, Krümel und offene Lebensmittel luftdicht verschließen, Flächen sauber halten.
  2. Duftspuren entfernen: Laufwege mit Wasser und etwas Essig oder Zitrone abwischen, um die Spur zu unterbrechen. Mehr dazu unter Ameisenstraße unterbrechen.
  3. Zugänge abdichten: Ritzen an Fenstern, Türen und Leitungsdurchführungen schließen.

Greift man doch zu Bekämpfungsmitteln, sind Köderdosen meist sinnvoller als Sprays, weil die Tiere das Mittel ins Nest tragen. Vorbeugung ist aber fast immer der bessere Weg – die wichtigsten Maßnahmen fasst der Beitrag Ameisen vorbeugen zusammen.

Wann es doch ein Fachfall wird

Die Schwarze Wegameise selbst erfordert nur selten einen Profi. Hellhörig werden sollten Sie aber, wenn die Tiere deutlich größer sind als 5 Millimeter, wenn sie an oder in Holzbauteilen auftreten oder wenn winzige gelbliche Ameisen ganzjährig in einem beheizten Gebäude laufen – dann steht womöglich eine andere, problematischere Art dahinter. In diesen Fällen lohnt eine fachliche Bestimmung, bevor man weitermacht.

Die Rolle der Blattläuse

Ein oft übersehener Grund, warum die Schwarze Wegameise im Garten so präsent ist, sind Blattläuse. Die Ameisen ernähren sich gern vom zuckerhaltigen Honigtau, den Blattläuse ausscheiden. Im Gegenzug "hüten" und verteidigen sie die Läuse sogar gegen Fressfeinde wie Marienkäfer und tragen sie teils auf frische Triebe. Das kann den Blattlausbefall an Zierpflanzen, Obstgehölzen oder Rosen verstärken. Wer also viele Wegameisen an einer bestimmten Pflanze beobachtet, sollte diese auf Blattläuse prüfen – wird die Lausquelle reduziert, verlieren die Ameisen dort ihr Interesse. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass es oft sinnvoller ist, die Nahrungsgrundlage zu entziehen, als die Tiere direkt zu bekämpfen.

Nester im Rasen und auf der Terrasse

Im Garten fällt die Schwarze Wegameise vor allem durch ihre Erdnester auf. Zwischen Pflastersteinen, am Terrassenrand oder im Rasen schieben die Tiere feine Erdhügelchen an die Oberfläche. Auf intensiv genutzten Flächen kann das stören, weil unter Platten Sand ausgespült wird und sie absacken können. Auf naturnahen Flächen sind die Nester dagegen unproblematisch und sogar förderlich für die Bodenqualität. Wer Wege und Terrassen schützen möchte, hält die Fugen verfugt und das Plattenbett stabil; großflächige chemische Maßnahmen im Garten sind bei dieser harmlosen Art weder nötig noch ökologisch sinnvoll.

Häufige Fragen

Sind Schwarze Wegameise und Schwarze Gartenameise dasselbe?

Ja. Beide Namen – ebenso wie Schwarzgraue Wegameise – bezeichnen die Art Lasius niger, die häufigste Ameise Mitteleuropas. Es gibt also keinen biologischen Unterschied zwischen den Bezeichnungen.

Wie groß ist die Schwarze Wegameise?

Arbeiterinnen werden 3 bis 5 Millimeter groß. Königinnen erreichen 8 bis 9 Millimeter, Männchen etwa 3,5 bis 4,5 Millimeter. Nur Königinnen und Männchen besitzen Flügel, die sie für den Hochzeitsflug brauchen.

Ist die Schwarze Gartenameise gefährlich?

Nein. Sie überträgt keine relevanten Krankheiten und schädigt keine intakte Bausubstanz. Im Garten ist sie sogar nützlich. Im Haus ist sie vor allem lästig, wenn sie über Lebensmittel läuft – hier hilft konsequente Sauberkeit.

Warum schwärmen im Sommer plötzlich so viele aus?

Das ist der Hochzeitsflug, meist an schwülen Tagen im Hochsommer zwischen Mitte Juli und Anfang August. Geflügelte Jungköniginnen und Männchen paaren sich in der Luft. Danach sterben die Männchen, und die Weibchen gründen neue Völker.

Was hilft gegen die Schwarze Wegameise im Haus?

Zunächst Nahrungsquellen entfernen, Flächen sauber halten und Duftspuren mit Essig- oder Zitronenwasser abwischen. Zugangsritzen abdichten. Reicht das nicht, sind Köderdosen wirksamer als Sprays, weil das Mittel ins Nest getragen wird.

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