Dunkle Kellerecke mit offenem Mülleimer als typische Quelle für Schmeißfliegen
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Schmeißfliegen erkennen und vertreiben

Schmeißfliegen sind die metallisch glänzenden, laut brummenden Fliegen, die von Aas und Fleisch angelockt werden. Ihr plötzliches Auftreten in der Wohnung ist oft ein Hinweis auf eine verborgene tierische Quelle – und ein Grund, genauer hinzusehen.

So erkennen Sie Schmeißfliegen

Schmeißfliegen (Familie Calliphoridae) sind kräftiger und gedrungener als die Stubenfliege und fallen vor allem durch ihren metallisch glänzenden Hinterleib auf – je nach Art tiefblau (Blaue Schmeißfliege, Calliphora) oder leuchtend grün (Goldfliege, Lucilia). Sie werden 6 bis 12 Millimeter groß und fliegen mit deutlich hörbarem, lautem Brummen. Weltweit gibt es rund 1.000 Arten, in Deutschland etwa 45. Die matte, grau gestreifte Stubenfliege lässt sich davon leicht unterscheiden.

Warum Schmeißfliegen als Hygieneschädling gelten

Schmeißfliegen wechseln zwischen Aas, Fäkalien und Lebensmitteln und können dabei Krankheitserreger mechanisch übertragen.

Schmeißfliegen spielen eine Rolle bei der mechanischen Verbreitung von Erregern, etwa von Durchfallerkrankungen, Salmonellen oder Wurmeiern, weil sie zwischen Nahrung und Brutsubstrat hin- und herwechseln. Lebensmittel, auf denen Schmeißfliegen ihre Eier abgelegt haben oder die sichtbar von Larven befallen sind, sind nicht mehr zum Verzehr geeignet. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein klarer Grund, Fleisch, Fisch und offene Speisen konsequent abzudecken. Den Gesundheitsaspekt behandelt der Beitrag Sind Fliegen gefährlich? ausführlicher.

Woher Schmeißfliegen in der Wohnung kommen

Schmeißfliegen-Weibchen suchen gezielt eiweißreiches Material für die Eiablage. Tauchen plötzlich mehrere große, brummende Fliegen in einem Raum auf, lohnt die Suche nach einer dieser Quellen:

  • vergessenes Fleisch oder Fisch im Müll oder in einer Tasche
  • ein totes Tier hinter Verkleidungen, unter Dielen, im Kamin, auf dem Dachboden oder in der Lüftung – etwa eine Maus oder ein Vogel
  • offener Restmüll, Tierkadaver im Garten, Tierkot
  • Aas oder Schlachtreste in der weiteren Umgebung, von wo die Tiere hereinfliegen

Besonders das massenhafte, plötzliche Auftreten vieler Schmeißfliegen an einem Fenster ohne erkennbare Lebensmittelquelle deutet häufig auf ein verendetes Tier in einem Hohlraum hin. Welche Spuren sonst auf einen Befall hindeuten, lesen Sie unter Anzeichen eines Fliegenbefalls.

Schmeißfliegen vertreiben und bekämpfen

Bei Schmeißfliegen ist das Auffinden und Beseitigen der Quelle entscheidend – alles andere bleibt Symptombekämpfung:

  1. Quelle suchen: Folgen Sie den Fliegen und dem Geruch. Ist eine tote Maus oder ein Vogel die Ursache, muss der Kadaver entfernt werden. Bei schwer zugänglichen Stellen (Wandhohlraum, Zwischendecke, Lüftung) stößt Selbsthilfe schnell an Grenzen.
  2. Lebensmittel sichern: Fleisch, Fisch und offene Speisen abdecken oder kühlen, Müll verschließen.
  3. Vorhandene Tiere reduzieren: Fenster zum Lüften öffnen, Tiere hinauslassen, Leim- oder UV-Lichtfallen einsetzen. Eine Klatsche reicht bei wenigen Tieren.
  4. Aussperren: Fliegengitter verhindern den Zuflug von außen. Siehe Fliegengitter und mechanischer Schutz.

Wenn aus dem Befall bereits Larven hervorgegangen sind, hilft der Beitrag Maden bekämpfen weiter.

Verhalten und Saison der Schmeißfliege

Schmeißfliegen sind ausgezeichnete Riecher: Sie nehmen Verwesungs- und Eiweißgerüche über große Entfernungen wahr und finden so zielsicher Aas, offenes Fleisch oder einen verborgenen Kadaver. Ihr Flug ist laut und unruhig, oft mit wiederholtem Anstoßen an Fensterscheiben, weil sie zum Licht streben. Aktiv sind sie vor allem in der warmen Jahreszeit; an warmen Tagen können sie auch durch gekippte Fenster oder über die Lüftung eindringen. Im Spätsommer, wenn die Population ihren Höhepunkt erreicht, ist die Belastung am größten.

Wichtig für die Einordnung: Treten große Fliegen dagegen im Herbst oder an milden Wintertagen träge am Fenster auf, handelt es sich meist nicht um Schmeißfliegen, sondern um harmlose Cluster-Fliegen, die im Haus überwintern. Diese Unterscheidung entscheidet darüber, ob Sie eine Geruchsquelle suchen müssen oder nicht.

Hygiene im Umgang mit befallenem Material

Weil Schmeißfliegen Krankheitserreger mechanisch übertragen können, gelten beim Umgang mit befallenem Material einfache Hygieneregeln: Befallene Lebensmittel vollständig entsorgen, Oberflächen, auf denen die Tiere gesessen haben, gründlich reinigen, beim Entfernen eines Kadavers oder von Larven Einweghandschuhe tragen und anschließend die Hände waschen. Abfälle, in denen sich Larven befinden, gehören dicht verschlossen in den Müll. Diese Maßnahmen halten das Risiko gering, ohne dass aggressive Chemie nötig ist.

Wann der Profi gefragt ist

Ein einzelnes totes Tier im sichtbaren Bereich lässt sich selbst entsorgen (mit Handschuhen, danach Hände waschen). Fachliche Hilfe ist dagegen sinnvoll, wenn die Quelle in einem unzugänglichen Hohlraum sitzt und sich der Geruch sowie der Fliegenstrom nicht stoppen lassen, wenn der Befall in Küche, Gastronomie oder Lebensmittelbereich auftritt, oder wenn trotz Suche keine Quelle zu finden ist. Betriebe des BIOVEX-Netzwerks orten verborgene Kadaver, beurteilen das Hygienerisiko und beseitigen Quelle wie Befall fachgerecht. Wo die Grenze der Selbsthilfe liegt, beschreibt Wann den Profi rufen?.

Häufige Fragen

Was bedeutet es, wenn plötzlich viele Schmeißfliegen in der Wohnung sind?

Ein plötzliches Massenauftreten großer, metallisch glänzender Fliegen, oft an einem Fenster, deutet häufig auf ein totes Tier in einem Hohlraum hin, etwa eine Maus oder einen Vogel unter Dielen, im Kamin oder in der Lüftung. Die Suche nach der Geruchsquelle ist der wichtigste Schritt.

Sind Schmeißfliegen gefährlich für die Gesundheit?

Schmeißfliegen gelten als Hygieneschädlinge, weil sie zwischen Aas, Fäkalien und Lebensmitteln wechseln und dabei Krankheitserreger mechanisch übertragen können. Lebensmittel mit Fliegeneiern oder Larvenbefall sind nicht mehr zum Verzehr geeignet. Mit abgedeckten Speisen und Quellbeseitigung lässt sich das Risiko gering halten.

Wie unterscheide ich Schmeißfliegen von Stubenfliegen?

Schmeißfliegen sind kräftiger gebaut und haben einen metallisch glänzenden blauen oder grünen Hinterleib sowie ein lautes Brummen. Die Stubenfliege ist matt grau mit dunklen Längsstreifen und summt leiser. Auch das Verhalten unterscheidet sich, da Schmeißfliegen gezielt eiweißreiche Quellen anfliegen.

Wie werde ich Schmeißfliegen wieder los?

Entscheidend ist, die eiweißreiche Quelle zu finden und zu entfernen, etwa ein totes Tier oder vergessenes Fleisch. Danach Lebensmittel sichern, vorhandene Tiere mit Fallen oder Klatsche reduzieren und mit Fliegengittern aussperren. Sitzt die Quelle in einem Hohlraum, ist fachliche Hilfe sinnvoll.

Kann ich ein totes Tier als Fliegenquelle selbst entfernen?

Liegt der Kadaver im sichtbaren, zugänglichen Bereich, können Sie ihn mit Handschuhen entsorgen und sich danach gründlich die Hände waschen. Steckt das Tier in einer Wand, Zwischendecke oder Lüftung, ist die Beseitigung Sache eines Fachbetriebs.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden, starken Reaktionen oder Unsicherheit suchen Sie bitte ärztlichen Rat.
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