Flöhe beim Hund erkennen und behandeln
Kratzt sich Ihr Hund auffällig oft, steckt nicht selten ein Flohbefall dahinter. Mit gezielter Kontrolle erkennen Sie ihn früh - und mit der Behandlung von Tier und Umgebung werden Sie die Flöhe wieder los.
Anzeichen für Flöhe beim Hund
Typische Hinweise sind plötzliches, häufiges Kratzen, Beißen und Knabbern am Fell - oft an Rücken, Bauch, Schwanzansatz und Innenschenkeln. Hinzu kommen Unruhe, gerötete Hautstellen, Schuppen oder kahle Bereiche durch das ständige Belecken. Auch schwarze Krümel im Fell oder im Hundebett sind verdächtig. Den Floh selbst sieht man eher selten, weil er schnell wegspringt - obwohl bei Hunden meist ebenfalls der Katzenfloh die Ursache ist, nicht der eigentliche Hundefloh.
So weisen Sie den Befall nach
Kämmen Sie das Fell mit einem feinen Flohkamm gegen die Wuchsrichtung über einem hellen Tuch aus. Fallen schwarze Krümel heraus, befeuchten Sie sie - eine rötliche Verfärbung beweist Flohkot. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung steht unter Flohkot-Test.
Welche Folgen Flöhe für den Hund haben
Neben dem Juckreiz können Flöhe eine Flohspeichel-Allergie (FAD) auslösen - eine der häufigsten Hautallergien beim Hund, mit starkem Juckreiz und Entzündungen vor allem im Bereich des Schwanzansatzes, die sich über Bauch und Hinterbeine ausbreiten können. Bei starkem Befall, besonders bei Welpen, droht durch den Blutverlust Blutarmut. Zudem ist der Floh Zwischenwirt des Gurkenkernbandwurms: Verschluckt der Hund beim Lecken einen infizierten Floh, kann er sich anstecken. Mehr unter Flöhe, Bandwurm und Allergie.
Auch beim Hund gilt: Was Sie im Fell sehen, ist nur ein Bruchteil. Der Großteil des Befalls entwickelt sich in Bett, Teppich und Ritzen.
Behandlung Schritt für Schritt
1. Das Mittel über den Tierarzt
Lassen Sie sich in der Tierarztpraxis ein passendes, für Hunde zugelassenes Präparat empfehlen - als Spot-on, Kautablette oder Spray. Dosis und Wirkstoff richten sich nach Gewicht, Alter und Gesundheit. Manche Tabletten wirken über mehrere Wochen. Halten Sie sich genau an die Packungsbeilage und kombinieren Sie keine Mittel ohne Rücksprache.
2. Vorsicht bei anderen Haustieren
Leben Katzen im Haushalt, ist besondere Vorsicht geboten: Hundepräparate mit Permethrin sind für Katzen giftig und dürfen niemals bei ihnen angewendet werden - auch nicht durch Kontakt mit einem frisch behandelten Hund. Behandeln Sie immer alle Tiere im Haushalt zeitgleich mit dem jeweils passenden Mittel. Für Katzen siehe Flöhe bei der Katze.
3. Die Umgebung gründlich behandeln
Da der überwiegende Teil der Flöhe als Ei, Larve und Puppe in der Umgebung sitzt, ist die Wohnungsbehandlung entscheidend:
- Hundebett, Decken und Kissen bei mindestens 60 Grad waschen
- täglich gründlich saugen - auch Liegeplätze, Ritzen und Auto, falls der Hund mitfährt; Beutel sofort entsorgen
- über mehrere Wochen dranbleiben, weil ständig neue Flöhe nachschlüpfen
Warum gerade die Puppen so langlebig sind, erklärt Flohpuppe: warum so hartnäckig.
Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist
Die Behandlung des Hundes selbst gehört in die Hände des Tierarztes. Bleibt der Befall in der Wohnung jedoch trotz konsequenter Reinigung über Wochen bestehen, treten weiter Stiche auf oder sind mehrere Räume betroffen, lohnt eine professionelle Umgebungsbekämpfung. Wann der Schritt sinnvoll ist, lesen Sie unter Kammerjäger: wann nötig. Das BIOVEX-Netzwerk übernimmt die fachgerechte Bekämpfung in der Wohnung, während Ihr Tierarzt den Hund behandelt.
Vorbeugen
Nach dem Befall hilft regelmäßige Vorsorge: Kontrolle mit dem Flohkamm nach Spaziergängen, ein mit dem Tierarzt abgestimmter Schutz und häufig gewaschene Liegeplätze. Mehr unter Flöhen vorbeugen.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich Flöhe bei meinem Hund?
An häufigem Kratzen und Knabbern, Unruhe, geröteter Haut und schwarzen Krümeln in Fell und Hundebett. Flohkamm und Flohkot-Test bestätigen den Befall sicher.
Welches Flohmittel ist für Hunde geeignet?
Ein vom Tierarzt nach Gewicht und Gesundheit empfohlenes, für Hunde zugelassenes Präparat - etwa Spot-on oder Kautablette. Halten Sie sich genau an die Packungsbeilage.
Darf ich Hunde-Flohmittel bei meiner Katze nutzen?
Niemals. Wirkstoffe wie Permethrin in Hundepräparaten sind für Katzen hochgiftig - auch enger Kontakt zu einem frisch behandelten Hund kann gefährlich sein.
Reicht es, nur den Hund zu behandeln?
Nein. Der größte Teil der Flöhe steckt als Ei, Larve und Puppe in Bett, Teppich und Ritzen. Ohne Umgebungsbehandlung über mehrere Wochen kommt der Befall zurück.
Können Flöhe meinem Hund Bandwürmer übertragen?
Ja. Verschluckt der Hund beim Lecken einen infizierten Floh, kann er sich mit dem Gurkenkernbandwurm anstecken. Eine Entwurmung mit dem Tierarzt besprechen.