Hausstaubmilbe: erkennen, nachweisen und reduzieren
Die Hausstaubmilbe ist ein nahezu unvermeidbarer Mitbewohner: Sie lebt im Staub, beißt nicht und fällt erst durch ihren allergieauslösenden Kot auf. Erkennen, nachweisen und gezielt reduzieren lässt sie sich mit einfachen Mitteln.
Was die Hausstaubmilbe ist
Die Hausstaubmilbe gehört zur Gattung Dermatophagoides; in Deutschland sind vor allem Dermatophagoides pteronyssinus und Dermatophagoides farinae verbreitet. Die Tiere sind weniger als 0,3 Millimeter groß und mit bloßem Auge nicht zu sehen. Sie ernähren sich von abgestoßenen menschlichen Hautschuppen, von denen ein Mensch täglich reichlich verliert. Hausstaubmilben kommen in nahezu jedem Haushalt vor – ihr Vorhandensein ist kein Zeichen mangelnder Sauberkeit, sondern hängt von Wärme, Feuchtigkeit und Nahrungsangebot ab.
Warum sie für manche Menschen zum Problem wird
Die Milbe selbst sticht und beißt nicht. Das eigentliche Problem ist ihr Kot: Jede Milbe produziert in ihrem rund sechswöchigen Leben zahlreiche winzige Kotbällchen, deren Eiweißbestandteile (die Hauptallergene Der p 1 und Der f 1) ein häufiger Allergieauslöser sind. Der Kot trocknet, zerfällt und wird mit dem Staub aufgewirbelt und eingeatmet. Daraus kann sich eine Hausstaubmilbenallergie entwickeln, die sich durch Niesen, Schnupfen, gereizte Augen und im ungünstigen Fall durch allergisches Asthma äußert.
Wo Hausstaubmilben leben
Hausstaubmilben brauchen Wärme und eine relativ hohe Luftfeuchte. Ideale Bedingungen finden sie dort, wo Hautschuppen anfallen und Feuchtigkeit gehalten wird – allen voran im Bett. Eine Matratze bietet Nahrung, Wärme und Feuchtigkeit zugleich und kann nach längerer Nutzung sehr viele Milben beherbergen. Weitere Rückzugsorte sind Kopfkissen, Bettdecken, Polstermöbel, Teppiche, Vorhänge und Kuscheltiere. Mehr dazu im Beitrag Milben im Bett.
Hausstaubmilben nachweisen
Da man die Tiere nicht sieht, erfolgt der Nachweis indirekt. Im Handel gibt es einfache Indikatortests, die den Gehalt an Milbenallergen oder am Stoffwechselprodukt Guanin im Hausstaub anzeigen und so eine grobe Einschätzung der Belastung erlauben. Ein wichtigeres Signal ist das Beschwerdebild: Treten Niesen, verstopfte Nase oder Augenreizungen vor allem morgens nach dem Aufwachen oder beim Bettenmachen auf, ist das ein deutlicher Hinweis. Ob tatsächlich eine Allergie vorliegt, klärt eine ärztliche Praxis über Haut- oder Bluttest.
So reduzieren Sie die Belastung
Ausrotten lassen sich Hausstaubmilben nicht, ihre Zahl und damit die Allergenlast aber deutlich senken. Bewährt haben sich folgende Maßnahmen:
- Luftfeuchte senken: Regelmäßiges Stoßlüften und eine Raumluftfeuchte im günstigen Bereich entziehen den Milben die Lebensgrundlage. Trockene Luft, besonders im Winter, reduziert die Population.
- Bettwäsche heiß waschen: Bettwäsche regelmäßig bei mindestens 60 Grad waschen, da niedrigere Temperaturen Milben nicht zuverlässig abtöten.
- Encasings nutzen: Milbendichte Schutzbezüge für Matratze, Kissen und Decke kapseln die Allergenquelle ab. Mehr dazu unter Encasing und Sanierung.
- Staubfänger reduzieren: Glatte Böden statt Teppich, waschbare Vorhänge und wenige offene Textilflächen erleichtern die Reinigung.
- Regelmäßig saugen: Idealerweise mit einem Staubsauger mit Feinstaubfilter, um aufgewirbelten Kot nicht wieder zu verteilen.
Was nicht hilft
Häufiges Wechseln allein reicht nicht, wenn die Feuchtigkeit hoch bleibt. Auch reines Lüften ersetzt keine heiße Wäsche. Von chemischen Milbensprays in Wohnräumen ist ohne fachliche Beurteilung abzuraten – sie bekämpfen das Symptom kaum und können selbst Reizungen auslösen. Sinnvoller ist die Kombination aus trockenem Raumklima, heißer Wäsche und Encasings.
DIY-Grenzen
Die Reduktion der Hausstaubmilben gelingt in den allermeisten Haushalten gut in Eigenregie – Hausstaubmilben sind kein klassischer Fall für eine professionelle Schädlingsbekämpfung. Geht es jedoch um die medizinische Seite, etwa die Frage, ob eine Allergie vorliegt und wie sie behandelt wird, ist die ärztliche Praxis zuständig. Liegt zusätzlich ein Feuchteproblem in der Wohnung vor, das die Milben begünstigt und womöglich auch Schimmel fördert, lohnt eine fachliche Ursachenklärung – hier kann das BIOVEX-Netzwerk zur Bewertung des Wohnumfelds beitragen.
Häufige Fragen
Sind Hausstaubmilben ein Zeichen für Schmutz?
Nein. Hausstaubmilben kommen in nahezu jedem Haushalt vor, unabhängig von der Sauberkeit. Entscheidend sind Wärme, Luftfeuchte und das Nahrungsangebot aus abgestoßenen Hautschuppen.
Bei welcher Temperatur sterben Hausstaubmilben in der Wäsche?
Zuverlässig werden Milben erst bei einer Wäsche von mindestens 60 Grad abgetötet. Niedrigere Temperaturen entfernen einen Teil der Allergene, töten die Tiere aber nicht sicher ab.
Wie kann ich Hausstaubmilben nachweisen?
Direkt sieht man sie nicht. Im Handel gibt es Indikatortests, die Milbenallergen oder Guanin im Staub anzeigen. Ein deutlicher Hinweis sind Beschwerden wie Niesen und Schnupfen am Morgen. Eine Allergie klärt der Haut- oder Bluttest in der Praxis.
Hilft niedrige Luftfeuchtigkeit gegen Hausstaubmilben?
Ja. Hausstaubmilben brauchen eine relativ hohe Luftfeuchte. Regelmäßiges Stoßlüften und ein eher trockenes Raumklima senken die Population spürbar, besonders in der Heizperiode.
Muss ich gegen Hausstaubmilben einen Kammerjäger rufen?
In der Regel nicht. Hausstaubmilben lassen sich mit Lüften, heißer Wäsche und Encasings selbst reduzieren. Fachlicher Rat ist eher bei begleitenden Feuchte- oder Schimmelproblemen oder bei der medizinischen Abklärung einer Allergie sinnvoll.