Mehrere leere Schneckenhäuser unterschiedlicher Arten mit Lupe und Lineal zum Bestimmen von Nackt- und Gehäuseschnecken
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Schneckenarten bestimmen: Nacktschnecken und Gehäuseschnecken unterscheiden

Nicht jede Schnecke im Garten ist ein Schaedling - und manche stehen sogar unter Naturschutz. Wer Nacktschnecken und Gehaeuseschnecken sicher unterscheidet, bekaempft gezielt die Verursacher und schont Nuetzlinge.

Bevor Sie zu Massnahmen greifen, lohnt der Blick auf die Art. Denn die wenigen wirklich schaedlichen Nacktschnecken unterscheiden sich deutlich von harmlosen oder sogar nuetzlichen Verwandten. Eine falsche Zuordnung kostet nicht nur Zeit, sondern kann auch bedeuten, dass Sie geschuetzte Tiere schaedigen. Diese Uebersicht hilft beim Bestimmen.

Die zwei grossen Gruppen

Grundsaetzlich teilt man Landschnecken in zwei Gruppen:

  • Gehaeuseschnecken tragen ein sichtbares Haus, in das sie sich zurueckziehen koennen. Dazu gehoeren die Weinbergschnecke, Baenderschnecken und die Gefleckte Weinbergschnecke.
  • Nacktschnecken besitzen kein aeusseres Gehaeuse. Zu ihnen zaehlen die schaedlichen Wegschnecken und Ackerschnecken, aber auch nuetzliche Arten wie der Tigerschnegel.

Diese Unterscheidung ist der wichtigste erste Schritt - denn die meisten Gehaeuseschnecken sind harmlos, waehrend das Schadpotenzial vor allem bei einigen Nacktschnecken liegt.

Gehaeuseschnecken: meist harmlos und teils geschuetzt

Gehaeuseschnecken ernaehren sich ueberwiegend von welken Pflanzenteilen, Algen und abgestorbenem Material. Sie richten in der Regel keinen nennenswerten Schaden an. Die bekannteste Art ist die Weinbergschnecke mit ihrem grossen, braeunlichen Haus - sie steht in Deutschland unter besonderem Schutz und darf nicht getoetet oder eingesammelt werden. Mehr dazu im Beitrag Artenschutz: Weinbergschnecke und geschuetzte Arten. Auch bunte Baenderschnecken mit gelb-braun gestreiftem Haus sind harmlos.

Nacktschnecken: hier sitzen die Schaedlinge

Bei den Nacktschnecken muss man genauer hinsehen. Nicht alle sind Problemtiere:

Spanische Wegschnecke

Die Spanische Wegschnecke (Arion vulgaris) ist die haeufigste Schadschnecke in deutschen Gaerten. Sie wird 8 bis 12 Zentimeter lang, ist meist braun bis rotbraun gefaerbt und sehr gefraessig. Charakteristisch ist ihre Robustheit gegen Trockenheit und natuerliche Feinde.

Ackerschnecken

Ackerschnecken sind deutlich kleiner (etwa 3 bis 5 Zentimeter), graubraun bis hell und oft etwas durchscheinend. Trotz ihrer geringen Groesse koennen sie in grosser Zahl erheblichen Schaden anrichten, weil sie sich stark vermehren.

Tigerschnegel - der Nuetzling

Der Tigerschnegel (Limax maximus) wird gerne mit Schadschnecken verwechselt, ist aber ein wertvoller Helfer. Er ist an seiner hell-dunklen Tiger-Zeichnung mit Punkten und Streifen zu erkennen und kann 10 bis 20 Zentimeter lang werden. Er frisst abgestorbenes Material, Pilze und sogar andere Schnecken samt deren Eiern. Wer ihn toetet, schadet sich selbst.

Faustregel: Eine grosse, einfarbig braune Nacktschnecke ohne Muster ist mit hoher Wahrscheinlichkeit die schaedliche Spanische Wegschnecke. Eine gemusterte, getigerte Schnecke ist dagegen meist der nuetzliche Tigerschnegel - bitte nicht verwechseln.

Worauf Sie beim Bestimmen achten

Diese Merkmale helfen bei der Zuordnung:

  • Gehaeuse vorhanden? Ja - meist harmlos. Nein - genauer hinsehen.
  • Groesse: sehr gross und einfarbig braun deutet auf Wegschnecke, getigert auf Schnegel hin.
  • Faerbung und Muster: Punkte und Streifen sprechen fuer den nuetzlichen Tigerschnegel.
  • Verhalten: Wer massenhaft an Jungpflanzen frisst, ist in der Regel die Spanische Wegschnecke oder eine Ackerschnecke.

Achtung bei der Farbe: Auch die heimische, rotbraune Rote Wegschnecke kann der Spanischen aehneln. Eine sichere Unterscheidung dieser beiden Arten ist selbst fuer Fachleute nur per Praeparation moeglich. Im Garten ist das jedoch zweitrangig, da beide aehnlich behandelt werden - entscheidend ist, sie nicht mit dem Tigerschnegel oder geschuetzten Gehaeuseschnecken zu verwechseln.

Gehaeuseschnecken naeher betrachtet

Auch innerhalb der Gehaeuseschnecken lohnt der genaue Blick, denn sie sind oekologisch wertvoll. Baenderschnecken etwa tragen ein gelblich bis braeunlich gefaerbtes Haus mit dunklen Spiralbaendern und gehoeren zu den huebschesten Gartenbewohnern - sie fressen vor allem Algen, Flechten und welkes Material. Die Gefleckte Weinbergschnecke und ihre grosse Verwandte, die echte Weinbergschnecke, sind an ihrem kugeligen, mehrere Zentimeter grossen Haus zu erkennen. Sie sind langsam, harmlos und tragen zur Zersetzung von Pflanzenresten bei. Gerade weil diese Arten so nuetzlich und teils geschuetzt sind, sollte man sie sicher von den schaedlichen Nacktschnecken trennen koennen. Wer ein Haus sieht, kann in aller Regel beruhigt sein - das Tier richtet kaum Schaden an und gehoert zur gesunden Vielfalt des Gartens.

Warum die Artbestimmung wichtig ist

Eine korrekte Bestimmung schuetzt vor zwei Fehlern: Erstens vermeiden Sie, geschuetzte Arten wie die Weinbergschnecke zu schaedigen - das kann mit Bussgeldern geahndet werden. Zweitens schonen Sie Nuetzlinge wie den Tigerschnegel, der Ihnen die Arbeit erleichtert. Erst wenn klar ist, dass tatsaechlich Schadschnecken am Werk sind, sind Bekaempfungsmassnahmen sinnvoll. Eine Uebersicht aller Verfahren bietet der Methodenvergleich.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich Nacktschnecken von Gehaeuseschnecken?

Gehaeuseschnecken tragen ein sichtbares Haus und sind meist harmlos, manche sogar geschuetzt. Nacktschnecken haben kein aeusseres Gehaeuse - zu ihnen gehoeren die schaedlichen Wegschnecken und Ackerschnecken, aber auch der nuetzliche Tigerschnegel.

Welche Schnecke richtet im Garten den meisten Schaden an?

In der Regel die Spanische Wegschnecke, eine grosse, einfarbig braune Nacktschnecke. Sie vermehrt sich stark, ist robust gegen Trockenheit und frisst Jungpflanzen oft ueber Nacht kahl. Auch kleine Ackerschnecken koennen in Masse Schaden anrichten.

Ist eine getigerte Schnecke schaedlich?

Nein, im Gegenteil. Eine gross gewachsene, getigerte Nacktschnecke ist meist der Tigerschnegel - ein Nuetzling, der andere Schnecken und deren Eier frisst. Er sollte keinesfalls bekaempft werden.

Kann ich die Spanische und die heimische Rote Wegschnecke sicher unterscheiden?

Im Garten kaum - beide sind rotbraun und sehen sich sehr aehnlich, eine eindeutige Bestimmung ist nur unter dem Mikroskop moeglich. Praktisch ist das aber zweitrangig, weil beide aehnlich behandelt werden. Wichtig ist nur, sie nicht mit Nuetzlingen zu verwechseln.

Warum sollte ich die Schneckenart ueberhaupt bestimmen?

Um keine geschuetzten Arten wie die Weinbergschnecke zu schaedigen und keine Nuetzlinge wie den Tigerschnegel zu toeten. Erst wenn klar ist, dass Schadschnecken am Werk sind, sind Bekaempfungsmassnahmen sinnvoll und rechtlich unbedenklich.

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