Schattige feuchte Gartenecke mit Mulch, umgedrehtem Topf und Brett als Schneckenversteck und Ursache der Plage
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Woher kommen die Schnecken? Ursachen für die Plage im Garten

Schnecken tauchen scheinbar aus dem Nichts auf - dahinter stecken aber konkrete Ursachen: Feuchtigkeit, Verstecke, milde Winter und Zuwanderung aus der Nachbarschaft. Wer die Faktoren kennt, kann den Befall gezielt entschaerfen.

Nach einer feuchten Nacht ist das Beet ploetzlich voller Schnecken - und viele Gaertner fragen sich, woher die Tiere so schnell kommen. Die Antwort liegt in einer Kombination aus guenstigen Lebensbedingungen, hoher Vermehrung und Zuwanderung. Wer diese Ursachen versteht, kann an den richtigen Stellschrauben drehen.

Feuchtigkeit ist der Hauptfaktor

Schnecken bestehen groesstenteils aus Wasser und trocknen leicht aus. Deshalb sind sie auf Feuchtigkeit angewiesen und in feuchten Gaerten besonders zahlreich. Ein abends gegossenes Beet bietet die ideale feuchte Umgebung fuer die naechtliche Nahrungssuche. Wer dagegen morgens giesst, laesst die Oberflaeche ueber den Tag abtrocknen - die Schnecken finden nachts trockeneren Boden vor. Schon diese kleine Umstellung senkt den Druck spuerbar.

Verstecke und Strukturen

Tagsueber brauchen Schnecken kuehle, feuchte Verstecke. Ein Garten, der viele davon bietet, beherbergt mehr Tiere:

  • dichte Bodendecker und ueppige Bepflanzung
  • dicke Mulchschichten direkt an empfindlichen Pflanzen
  • herumliegende Bretter, Steine, Toepfe und Gartenabfaelle
  • verwilderte, feuchte Ecken und unkrautreiche Raender

Je mehr solcher Ruckzugsorte vorhanden sind, desto groesser kann die Population werden. Das bedeutet nicht, dass ein naturnaher Garten schlecht ist - im Gegenteil foerdert er auch Nuetzlinge. Es geht darum, Verstecke nicht direkt neben empfindliche Kulturen zu legen.

Hohe Vermehrungsrate

Schnecken vermehren sich enorm. Ein einzelnes Tier kann pro Saison Hunderte Eier ablegen, die im Boden, unter Brettern und im Kompost ueberdauern. Aus diesem Eierreservoir schluepft im Folgejahr die naechste Generation - auch wenn man die erwachsenen Tiere bekaempft hat. Mehr dazu im Beitrag Lebenszyklus und Vermehrung. Das erklaert, warum ein Befall sich ueber Jahre halten kann.

Milde Winter und feuchte Sommer

Das Wetter spielt eine grosse Rolle. Milde Winter lassen mehr Tiere und Eier ueberleben, sodass die Saison mit hoher Ausgangspopulation startet. Feuchte, kuehle Fruehjahre und Sommer beguenstigen die Aktivitaet zusaetzlich. In trockenen, heissen Jahren ist der Schneckendruck dagegen oft deutlich geringer. Diese Schwankungen erklaeren, warum manche Jahre besonders schneckenreich sind.

Wichtig zu wissen: Die Spanische Wegschnecke ist besonders erfolgreich, weil sie Trockenheit besser uebersteht als heimische Arten und von wenigen Fressfeinden reguliert wird. Das macht sie zur dominierenden Schadschnecke.

Zuwanderung aus der Nachbarschaft

Ein oft unterschaetzter Faktor: Schnecken wandern aus angrenzenden Grundstuecken, Brachen, Feldraendern oder feuchten Gewaessern zu. Auch ueber Pflanzkaeufe und Erde koennen Eier eingeschleppt werden. Deshalb fuehrt selbst eine gruendliche Bekaempfung im eigenen Garten nicht zur Schneckenfreiheit, wenn aus der Umgebung staendig Nachschub kommt. Lockmittel verschaerfen das sogar - die Bierfalle zieht Schnecken aktiv aus der Nachbarschaft an.

Wenige natuerliche Feinde

In vielen Gaerten fehlen die Gegenspieler der Schnecken. Igel, Kroeten, Blindschleichen, Voegel und Laufkaefer halten die Population natuerlich in Schach - doch ein aufgeraeumter, strukturarmer Garten bietet ihnen kaum Lebensraum. Fehlen diese Nuetzlinge, koennen sich Schnecken ungebremst vermehren. Wie Sie sie foerdern, lesen Sie unter Natuerliche Feinde foerdern.

Bodenbeschaffenheit und Gartenstil

Auch der Boden spielt eine Rolle. Schwere, lehmige Boeden speichern Feuchtigkeit laenger und bieten Schnecken damit guenstigere Bedingungen als leichte, schnell abtrocknende Sandboeden. Ebenso beguenstigt ein sehr dicht und ueppig bepflanzter Garten den Befall, weil er viel feuchtes Mikroklima und zahlreiche Verstecke schafft. Das heisst nicht, dass ein artenreicher, naturnaher Garten falsch waere - im Gegenteil foerdert er auch die Fressfeinde der Schnecken. Es geht vielmehr um die Anordnung: Empfindliche Gemuesekulturen sollten nicht direkt neben feuchten, dicht bewachsenen Rueckzugszonen stehen, sondern an luftigeren, schneller abtrocknenden Stellen. Auch der Komposthaufen ist ein zweischneidiges Schwert - er ist wertvoll, aber zugleich ein bevorzugter Eiablageplatz. Wer ihn etwas abseits der Beete platziert und regelmaessig kontrolliert, nutzt seine Vorteile, ohne den Schnecken eine Kinderstube direkt neben dem Gemuese zu bieten.

An den Ursachen ansetzen

Die gute Nachricht: An fast jeder Ursache laesst sich ansetzen. Morgendliches statt abendliches Giessen, offene Bodenoberflaechen rund um empfindliche Pflanzen, das Entfernen von Verstecken nahe den Beeten, das gezielte Sammeln von Eigelegen und das Foerdern von Nuetzlingen wirken zusammen. Eine ungueenstige Wetterlage laesst sich zwar nicht aendern, der Rest aber schon. Eine praktische Anleitung bietet der Beitrag Schnecken vorbeugen.

Häufige Fragen

Woher kommen ploetzlich so viele Schnecken?

Aus einer Kombination von guenstigen Bedingungen: Feuchtigkeit, viele Verstecke, hohe Vermehrung und Zuwanderung aus Nachbargrundstuecken. Nach Regen und in feuchten Naechten werden die ohnehin vorhandenen Tiere gleichzeitig aktiv, sodass es wirkt, als kaemen sie aus dem Nichts.

Foerdert Mulchen den Schneckenbefall?

Mulch bietet Schnecken zusaetzliche Verstecke, wenn er direkt an empfindlichen Pflanzen liegt. Rund um gefaehrdete Kulturen sollte der Boden daher offen und nur duenn oder gar nicht gemulcht werden, damit er abtrocknen kann.

Warum gibt es in manchen Jahren mehr Schnecken?

Milde Winter lassen mehr Tiere und Eier ueberleben, feuchte und kuehle Fruehjahre und Sommer foerdern die Aktivitaet. In trockenen, heissen Jahren ist der Schneckendruck dagegen meist deutlich geringer.

Hilft abendliches oder morgendliches Giessen gegen Schnecken?

Morgendliches Giessen ist besser. Dann trocknet die Bodenoberflaeche ueber den Tag ab, und die nachtaktiven Schnecken finden weniger Feuchtigkeit fuer ihre Nahrungssuche. Abendliches Giessen schafft dagegen ideale feuchte Bedingungen.

Kann ich Schnecken trotz Bekaempfung nie ganz loswerden?

Vollstaendige Schneckenfreiheit ist kaum erreichbar, weil staendig Tiere aus der Umgebung zuwandern und Eigelege im Boden fuer Nachschub sorgen. Realistisches Ziel ist, den Befall auf ein vertraegliches Mass zu senken.

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