Glas mit trüber Wasserprobe zur Vermehrung und zum Lebenszyklus stechender Fliegen
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Lebenszyklus und Vermehrung von stechenden Fliegen

Stechende Fliegen wie Bremsen und Kriebelmücken durchlaufen eine vollständige Verwandlung vom Ei über mehrere Larvenstadien bis zum erwachsenen Tier. Wer den Lebenszyklus versteht, erkennt schneller, woher die Plage kommt und warum sie sich oft in Wassernähe konzentriert.

Vollständige Verwandlung in vier Stadien

Stechende Fliegen entwickeln sich über eine sogenannte vollständige Metamorphose: Ei, Larve, Puppe und erwachsenes Insekt (Imago). Anders als bei Wanzen ähneln die Larven dem fertigen Tier in keiner Weise – sie leben in einem völlig anderen Lebensraum, meist im oder am Wasser oder im feuchten Boden. Das erklärt, warum man die Brut im Garten oft nicht sieht, obwohl die erwachsenen Tiere stechen.

Wichtig vorweg: Nur die Weibchen saugen Blut. Sie brauchen die eiweißreiche Blutmahlzeit, um ihre Eier reifen zu lassen. Die Männchen ernähren sich dagegen von Nektar und Pflanzensäften und stechen gar nicht. Welche Art Sie vor sich haben, lesen Sie im Beitrag Arten unterscheiden.

Die Eiablage: Wasser und Feuchtigkeit als Schlüssel

Die Brutstätten unterscheiden sich je nach Art deutlich:

  • Kriebelmücken sind auf sauberes, schnell fließendes und sauerstoffreiches Wasser angewiesen. Die Weibchen kleben ihre Eier – pro Gelege bis zu mehrere Hundert – an Steine, Wasserpflanzen oder ins Geäst an Bächen und Flüssen. Eine einzige Eiablage kann mehrere Hundert Eier umfassen.
  • Bremsen legen ihre Eier an feuchten Standorten ab: an Pflanzen über Tümpeln, an Gräben, in Moor- und Sumpfgebieten oder am Rand stehender Gewässer. Die Larven entwickeln sich im feuchten Schlamm oder Boden.
  • Stechfliegen (Wadenstecher) dagegen brauchen kein offenes Gewässer – sie legen ihre Eier in feuchtem, verrottendem organischem Material ab, etwa in Mist, altem Stroh oder Kompost. Das macht sie zum typischen Problem in der Tierhaltung.

Das Larvenstadium: die längste Phase

Aus den Eiern schlüpfen Larven, die einen Großteil des Lebenszyklus ausmachen. Kriebelmückenlarven heften sich mit feinen Hakenkränzen an Steine im Bach und filtern mit fächerartigen Fortsätzen Schwebstoffe aus dem vorbeiströmenden Wasser. Sie durchlaufen mehrere Häutungen, bevor sie sich verpuppen. Bremsenlarven leben räuberisch im feuchten Boden und ernähren sich von kleinen Bodenorganismen.

Diese Larvenphase ist der Grund, warum eine Bekämpfung der erwachsenen Tiere im eigenen Garten so schwierig ist: Die eigentliche "Fabrik" liegt im Bach, im Graben oder im Feuchtgebiet – oft weit entfernt und nicht selten in geschützten oder behördlich überwachten Gewässern.

Verpuppung und Schlupf

Am Ende des letzten Larvenstadiums verpuppt sich das Tier. Kriebelmücken spinnen dazu einen tütenförmigen Kokon, der an Steinen oder Pflanzen unter Wasser befestigt ist. Aus der Puppe steigt das fertige Insekt – von einer Luftblase umhüllt – an die Wasseroberfläche und fliegt sofort los. Bremsen verpuppen sich im feuchten Boden und schlüpfen dort.

Wie schnell vermehren sich stechende Fliegen?

Bei sommerlichen Temperaturen kann eine Generation in etwa vier bis acht Wochen vom Ei bis zum erwachsenen Tier heranwachsen. Bei kühlerem Wetter oder bei Arten mit mehrjährigem Zyklus dauert es deutlich länger. Entscheidend ist die Wärme: Je höher die Wassertemperatur, desto schneller die Entwicklung.

Pro Jahr sind je nach Art und Region eine bis mehrere Generationen möglich. Weil ein einziges Weibchen mehrere Hundert Eier legen kann, baut sich eine Population bei guten Bedingungen rasch auf. Wann die Tiere am aktivsten sind, lesen Sie unter Saison und Tageszeit.

Überwinterung: Wie kommen sie durch den Winter?

Die erwachsenen Tiere überleben den Winter in der Regel nicht – die Population bricht mit den ersten Frostnächten zusammen. Stattdessen überwintern viele Arten als Ei oder Larve im Wasser beziehungsweise im geschützten Boden. Sobald die Temperaturen im Frühjahr steigen, setzt die Entwicklung wieder ein, und ab dem Frühjahr schlüpfen die ersten Blutsauger der neuen Saison.

Praktische Konsequenz: Wer eine stechende Fliege im Garten bekämpfen will, kommt am erwachsenen Tier meist nicht dauerhaft weiter. Erfolgversprechender ist es, Brutquellen im eigenen Umfeld zu entschärfen – etwa stehendes Wasser, feuchten Mist oder verrottendes Material. Wo die Brutstätte ein natürliches Fließgewässer ist, sind dem Einzelnen jedoch enge Grenzen gesetzt.

Mehr zur gezielten Reduktion von Brutquellen finden Sie unter Vorbeugen und Schutz.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es vom Ei bis zur fertigen stechenden Fliege?

Bei sommerlichen Temperaturen entwickelt sich eine Generation in etwa vier bis acht Wochen vom Ei über die Larven- und Puppenstadien bis zum erwachsenen Tier. Bei kühlerem Wetter oder bei Arten mit mehrjährigem Zyklus dauert die Entwicklung deutlich länger.

Stechen männliche stechende Fliegen auch?

Nein. Bei Bremsen, Kriebelmücken und Stechmücken saugen ausschließlich die Weibchen Blut, weil sie das Eiweiß für die Eireifung benötigen. Die Männchen ernähren sich von Nektar und Pflanzensäften.

Wo legen stechende Fliegen ihre Eier ab?

Das hängt von der Art ab: Kriebelmücken brauchen sauberes, schnell fließendes Wasser und kleben ihre Eier an Steine oder Pflanzen im Bach. Bremsen nutzen feuchte Standorte an Tümpeln und Gräben. Stechfliegen legen ihre Eier in feuchtem, verrottendem Material wie Mist oder altem Stroh ab.

Wie viele Eier legt ein Weibchen?

Je nach Art kann ein Weibchen pro Gelege mehrere Hundert Eier ablegen. Über die Saison sind oft mehrere Gelege möglich, sodass sich eine Population bei warmem Wetter rasch aufbauen kann.

Überleben stechende Fliegen den Winter?

Die erwachsenen Tiere sterben in der Regel mit den ersten Frostnächten. Viele Arten überwintern jedoch als Ei oder Larve im Wasser oder im geschützten Boden und entwickeln sich im Frühjahr weiter, sobald es wärmer wird.

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