Ausgehöhlte Getreidekörner und Reis mit Ausbohrlöchern als Hinweis auf Kornkäfer
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Kornkäfer erkennen: Merkmale und befallene Vorräte

Der Kornkäfer ist ein rund fünf Millimeter großer, flugunfähiger Käfer mit auffälligem Rüssel, der ganze Getreidekörner von innen aushöhlt. Weil sich die Larven im Korn entwickeln, bleibt der Befall lange unsichtbar.

Was ist der Kornkäfer?

Der Kornkäfer (Sitophilus granarius) ist einer der bedeutendsten Vorratsschädlinge an Getreide – nicht nur in landwirtschaftlichen Lagern, sondern auch in Haushalten, die Körner oder Mehl bevorraten. Sein Schaden ist tückisch, weil er sich lange im Inneren der Körner abspielt und von außen kaum zu erkennen ist.

Merkmale: So erkennen Sie den Kornkäfer

  • Größe: etwa 5 Millimeter
  • Färbung: bräunlich, Beine und Fühler etwas heller als der Körper
  • Kopf: charakteristisch rüsselförmig verlängert – ein deutliches Erkennungszeichen
  • Flugunfähig: die Flügeldecken sind miteinander verwachsen, der Kornkäfer kann nicht fliegen, sondern nur krabbeln

Der verwandte Reiskäfer sieht ähnlich aus, kann aber fliegen. Zur Unterscheidung von Motten und anderen Käfern hilft Vorratsschädlinge unterscheiden.

Welche Vorräte betroffen sind

Der Kornkäfer befällt vor allem ganze Getreidekörner wie Weizen, Roggen, Hafer, Gerste und Mais. Auch in Reis, Nudeln und verpresstem Getreide kann er vorkommen. Loses Mehl wird seltener direkt befallen, da die Weibchen ihre Eier in ganze Körner legen.

Warum der Befall lange unsichtbar bleibt

Zur Eiablage frisst das Weibchen ein winziges Loch in die Samenschale, legt ein einzelnes Ei hinein und verschließt die Öffnung wieder mit einem Sekret. Von außen ist davon nichts zu sehen. Die Larve entwickelt sich vollständig im Inneren des Korns und höhlt es dabei aus. Erst wenn der fertige Käfer das Korn durch ein sichtbares Loch verlässt, fällt der Befall auf. Ein einzelnes Weibchen kann im Laufe seines Lebens 200 bis 300 Eier legen – entsprechend schnell wächst eine Population. Mehr zur Vermehrung unter Lebenszyklus und Vermehrung.

Befall erkennen: der Schwimmtest

Weil der frühe Befall im Korn verborgen liegt, hilft ein einfacher Test: Geben Sie eine Handvoll Getreide in ein Glas Wasser. Ausgehöhlte, befallene Körner sind leichter und schwimmen auf, gesunde volle Körner sinken ab. Weitere Zeichen sind:

  • kleine runde Löcher in den Körnern (Ausflugöffnungen)
  • krabbelnde, rüsseltragende Käfer im Vorrat
  • Bohrmehl und leichte Gewichtsabnahme des Vorrats
  • erwärmtes oder feucht wirkendes Getreide bei starkem Befall

Woher der Kornkäfer kommt

Da er nicht fliegen kann, wird der Kornkäfer fast ausschließlich passiv eingeschleppt – mit bereits befallenem Getreide, über kontaminierte Lager oder gebrauchte Behälter. In Mehrfamilienhäusern oder Lagerräumen kann er auch krabbelnd aus benachbarten Befallsherden zuwandern. Mehr unter Woher kommen Vorratsschädlinge?

Was Sie selbst tun können

  1. Befallenes Getreide entsorgen: Stark betroffene Vorräte gut verschlossen in den Außenmüll geben.
  2. Schwimmtest nutzen: Zur Einschätzung, ob und wie stark ein Vorrat befallen ist.
  3. Lager gründlich reinigen: Behälter leeren, auswischen, Ritzen und Ecken kontrollieren, in denen Käfer sitzen.
  4. Kälte oder Hitze: Geringe Mengen lassen sich durch tagelanges Einfrieren oder Erhitzen behandeln, um alle Entwicklungsstadien abzutöten.
  5. Dicht lagern: Getreide künftig in fest schließenden Behältern mit Dichtung aufbewahren – siehe Vorräte richtig lagern.

Wann professionelle Hilfe sinnvoll ist

Kleine Haushaltsmengen lassen sich meist selbst in den Griff bekommen. Anders sieht es aus, wenn größere Getreidevorräte betroffen sind, der Befall sich über mehrere Räume zieht oder immer wieder Käfer auftauchen, obwohl die sichtbaren Vorräte entsorgt wurden. Dann steckt der Herd oft in Ritzen, Hohlräumen oder einem unentdeckten Lager. Ein Betrieb aus dem BIOVEX-Netzwerk kann den Befall sicher bestimmen, die Herde lokalisieren und fachgerecht behandeln – gerade bei größeren Mengen ist das wirtschaftlicher als ein Totalverlust.

Häufige Fragen

Wie erkenne ich einen Kornkäfer?

Der Kornkäfer ist etwa 5 mm groß, bräunlich gefärbt und hat einen auffällig rüsselförmig verlängerten Kopf. Beine und Fühler sind etwas heller. Er ist flugunfähig, weil die Flügeldecken verwachsen sind, und bewegt sich nur krabbelnd.

Warum sehe ich den Befall erst spät?

Das Weibchen legt seine Eier einzeln ins Innere ganzer Körner und verschließt das Loch wieder. Die Larve entwickelt sich komplett im Korn und höhlt es aus. Sichtbar wird der Befall meist erst, wenn der fertige Käfer das Korn durch ein rundes Loch verlässt.

Wie teste ich, ob mein Getreide befallen ist?

Geben Sie eine Handvoll Körner in ein Glas Wasser: Von Larven ausgehöhlte Körner sind leichter und schwimmen auf, gesunde volle Körner sinken ab. Zusätzlich deuten kleine runde Löcher, Bohrmehl und krabbelnde Käfer auf einen Befall hin.

Kann der Kornkäfer fliegen?

Nein. Beim Kornkäfer sind die Flügeldecken miteinander verwachsen, er ist flugunfähig und bewegt sich nur krabbelnd. Deshalb wird er fast immer passiv mit befallenem Getreide eingeschleppt. Der ähnliche Reiskäfer kann dagegen fliegen.

Wie viele Eier legt ein Kornkäfer?

Ein einzelnes Weibchen kann im Laufe seines Lebens etwa 200 bis 300 Eier legen, jeweils einzeln in ein Korn. Bei warmen Bedingungen wächst eine Population dadurch sehr schnell, weshalb ein Befall rasch große Vorräte erfassen kann.

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