Katzenfloh, Hundefloh und Menschenfloh unterscheiden
Katzenfloh, Hundefloh, Menschenfloh - die Namen suggerieren klare Grenzen, die es in der Praxis kaum gibt. Wer welche Art vor sich hat, ist mit bloßem Auge nicht zu klären und für die Bekämpfung meist auch nebensächlich.
Die wichtigsten Arten im Überblick
Weltweit gibt es über 2.000 Floharten, in Mitteleuropa spielen nur wenige eine Rolle. Die drei bekanntesten sind:
- Katzenfloh (Ctenocephalides felis): die mit Abstand häufigste Art bei Hund, Katze und Mensch in Deutschland.
- Hundefloh (Ctenocephalides canis): deutlich seltener als sein Name vermuten lässt.
- Menschenfloh (Pulex irritans): weltweit verbreitet, in Mitteleuropa aber inzwischen nahezu verschwunden.
Hinzu kommen wirtsspezifische Arten wie Igelfloh, Vogelfloh (etwa der Hühnerfloh) sowie Floharten von Nagern und Wildtieren, die gelegentlich auf Menschen überspringen.
Der Katzenfloh dominiert - auch bei Hunden
Bemerkenswert: Auf Hunden findet man weltweit häufiger den Katzenfloh als den eigentlichen Hundefloh. Auch Menschen, die gestochen werden, haben es in aller Regel mit Ctenocephalides felis zu tun. Der Grund liegt in der geringen Wirtsspezifität dieser Art - sie ist ausgesprochen flexibel und nimmt fast jeden warmblütigen Wirt an, den sie erreicht.
Egal ob Hund, Katze oder Mensch betroffen ist - in den allermeisten Fällen steckt der Katzenfloh dahinter.
Sind Flöhe wirtsspezifisch?
Nur bedingt. Jede Art hat zwar einen bevorzugten Wirt, auf dem sie sich am besten vermehrt. Streng spezialisiert sind aber nur wenige - etwa der Igelfloh. Hunde- und Katzenflöhe dagegen stechen auch den Menschen, wenn sich die Gelegenheit bietet, etwa wenn das eigentliche Wirtstier fehlt oder die Population zu groß geworden ist. Dauerhaft fortpflanzen können sie sich auf dem Menschen allerdings nicht gut - er ist meist nur ein Ausweichwirt.
Lassen sich die Arten unterscheiden?
Für Laien praktisch nicht. Die Arten ähneln sich äußerlich stark und unterscheiden sich nur in feinen Merkmalen - etwa der Form des Kopfes oder der Anordnung der Borstenkämme (Ctenidien) am Kopf und Brustabschnitt. Diese Details sind nur unter dem Mikroskop sicher zu erkennen. Mit bloßem Auge sieht man lediglich einen kleinen, dunklen, springenden Floh. Wie er allgemein aussieht, lesen Sie unter Wie sehen Flöhe aus.
Warum die Art für die Bekämpfung kaum zählt
Die gute Nachricht: Für die Praxis ist die genaue Bestimmung selten nötig. Lebenszyklus und Verhalten der relevanten Arten sind so ähnlich, dass die Bekämpfungsstrategie dieselbe bleibt - Tier und Umgebung gemeinsam behandeln, über mehrere Wochen, um auch nachschlüpfende Tiere zu erfassen. Entscheidend ist nicht die Artbestimmung, sondern das konsequente Vorgehen, wie es der Lebenszyklus erklärt.
Eine Ausnahme: geschützte und wildtiergebundene Arten
Stammen die Flöhe erkennbar von Wildtieren - etwa aus einem Igelquartier, einem Vogelnest am Haus oder einem Nagerbefall im Keller -, sollte man die Quelle selbst nicht einfach beseitigen. Igel stehen unter Naturschutz, brütende Vögel ebenso. Hier geht es zuerst um die Klärung der Quelle, nicht um Tötung. Wenden Sie sich bei geschützten Tieren an die zuständige untere Naturschutzbehörde oder fachkundige Berater. Mehr zu den Einschleppwegen unter Woher kommen Flöhe.
Eine Krankheits-Verbindung über alle Arten hinweg
Sowohl Katzen- als auch Hundeflöhe können als Zwischenwirt des Gurkenkernbandwurms (Dipylidium caninum) dienen. Verschluckt ein Tier bei der Fellpflege einen infizierten Floh, kann es sich mit dem Bandwurm anstecken. Das ist ein weiterer Grund, einen Befall ernst zu nehmen - unabhängig davon, welche Art genau vorliegt. Mehr dazu unter Flöhe, Bandwurm und Allergie.
Fazit
Die Artenfrage ist eher akademisch: In Wohnungen und auf Haustieren ist fast immer der Katzenfloh am Werk, und er ist alles andere als wählerisch. Statt Zeit in die Bestimmung zu investieren, sollten Sie zügig und konsequent gegen den Befall vorgehen.
Häufige Fragen
Welche Flohart ist in Deutschland am häufigsten?
Der Katzenfloh (Ctenocephalides felis). Er befällt nicht nur Katzen, sondern auch Hunde und Menschen und ist die mit Abstand häufigste Art.
Gehen Hundeflöhe auch auf Menschen?
Ja, gelegentlich. Hunde- und Katzenflöhe stechen auch Menschen, wenn die Gelegenheit besteht. Dauerhaft fortpflanzen können sie sich auf dem Menschen aber kaum.
Kann ich selbst erkennen, welche Flohart ich habe?
Nein. Die Arten ähneln sich stark und lassen sich nur unter dem Mikroskop anhand feiner Merkmale unterscheiden. Für die Bekämpfung ist das ohnehin selten nötig.
Gibt es den Menschenfloh noch?
Der Menschenfloh (Pulex irritans) ist weltweit verbreitet, in Mitteleuropa aber nahezu verschwunden. Stiche beim Menschen stammen hier fast immer vom Katzenfloh.
Spielt die Flohart für die Bekämpfung eine Rolle?
Kaum. Lebenszyklus und Verhalten der relevanten Arten sind ähnlich, daher bleibt die Strategie gleich: Tier und Umgebung über mehrere Wochen gemeinsam behandeln.