Kurzer Rasen am Gartenrand mit Gummistiefeln, Lebensraum von Grasmilben und Herbstmilben
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Grasmilben und Herbstmilben (Erntemilben) erkennen

Grasmilben – die Larven der Herbstmilbe – lauern auf Wiesen und im Rasen und verursachen stark juckende Stiche, vor allem im Spätsommer. Erkennen lassen sie sich am typischen Befallsmuster und am Zusammenhang mit dem Aufenthalt im Grünen.

Was Grasmilben und Herbstmilben sind

Hinter den Bezeichnungen Grasmilbe, Herbstmilbe und Erntemilbe steckt dieselbe Art: Neotrombicula autumnalis. Für den Menschen relevant sind allerdings nur die Larven. Sie sind winzig – etwa 0,2 bis 0,3 Millimeter groß – und mit bloßem Auge kaum als orangerote Pünktchen zu erkennen. Die erwachsenen Milben leben im Boden und ernähren sich nicht vom Menschen. Die Larven dagegen warten auf Grashalmen und niedrigen Pflanzen darauf, dass ein Wirt vorbeikommt. Befallen werden vor allem Mäuse, aber auch Hunde, Katzen und Menschen.

Wie der Stich abläuft

Anders als oft angenommen saugen Grasmilbenlarven kein Blut. Sie ritzen die Haut an und sondern ein Sekret ab, das Hautzellen verflüssigt, die sie dann aufnehmen. Da sie nur schwache Mundwerkzeuge haben, suchen sie sich Stellen mit dünner Haut und sammeln sich dort, wo Kleidung den Weg stoppt. Nach der Mahlzeit lassen sie sich fallen. Zurück bleibt das auslösende Sekret – und damit der oft tagelange Juckreiz.

Symptome erkennen

Typisch sind zahlreiche kleine, gerötete Quaddeln oder Pusteln, die intensiv jucken. Der Juckreiz setzt häufig erst einige Stunden nach dem Stich ein, oft erst am Abend. Bevorzugte Stellen sind:

  • Knöchel und Unterschenkel, besonders am Sockenrand
  • Kniekehlen und Leistenbereich
  • Hautfalten und Stellen unter eng anliegender Kleidung wie dem Bund

Das Muster – viele Stiche an dünner Haut nach einem Aufenthalt auf der Wiese – ist ein guter Hinweis zur Abgrenzung gegenüber anderen Milbenstichen oder Insektenstichen.

Wann und wo sie auftreten

Die Larven sind vor allem im Spätsommer und Frühherbst aktiv – daher der Name Herbstmilbe. Aktivität besteht je nach Witterung von etwa Mai bis in den Oktober, mit einem Höhepunkt an warmen, trockenen Tagen. Sie bevorzugen feuchtwarme, sonnige Lagen und sind besonders in kurz gehaltenen, gepflegten Rasenflächen verbreitet. Regional treten sie in manchen Gegenden Deutschlands gehäuft auf. Befallen wird man typischerweise im eigenen Garten, im Park oder beim Liegen auf der Wiese.

Was bei Stichen hilft

Allgemein gilt: nicht kratzen, um Entzündungen zu vermeiden. Kühlen lindert den Juckreiz. Gegen den Juckreiz gibt es in Apotheken rezeptfreie Mittel – zur Auswahl beraten Apotheke oder Praxis. Konkrete Wirkstoffe sollten Sie nicht eigenmächtig wählen. Wichtig ist außerdem, nach dem Gartenaufenthalt zu duschen und die getragene Kleidung zu wechseln und zu waschen, um noch anhaftende Larven zu entfernen.

Die Stiche sind in aller Regel harmlos, wenn auch lästig. Bei starker Entzündung, sich ausbreitender Rötung, Fieber oder sehr ausgeprägten Reaktionen sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Vorbeugen im Garten

Eine vollständige Beseitigung der Grasmilben im Garten ist kaum möglich – sinnvoller ist Vorbeugung und das Meiden der Larven zur Hauptaktivitätszeit:

  • Rasen kurz halten und Schnittgut entfernen, da die Larven hohe Halme zum Aufwarten nutzen.
  • Bei bekanntem Befall an heißen Spätsommertagen den direkten Hautkontakt mit dem Rasen meiden, lange, helle Kleidung tragen und Hosenbeine in die Socken stecken.
  • Nach dem Aufenthalt zügig duschen und Kleidung waschen.
  • Haustiere nach dem Auslauf kontrollieren, da auch sie befallen werden.

Manche Quellen empfehlen eine Rasenpflege mit kalkhaltigem Dünger; die Wirksamkeit ist begrenzt und ersetzt die übrigen Maßnahmen nicht. Weitere allgemeine Tipps finden Sie unter Milben vorbeugen.

DIY-Grenzen

Grasmilben sind in erster Linie ein Garten- und Freizeitthema, das sich mit Vorbeugung und Stichpflege gut selbst bewältigen lässt – eine professionelle Bekämpfung der Larven im Freiland ist kaum möglich und meist nicht sinnvoll. Treten die Beschwerden allerdings im Innenraum auf oder verwechseln Sie das Bild womöglich mit einem anderen Befall, etwa der Roten Vogelmilbe, lohnt eine genaue Bestimmung. Bei Unsicherheit über die Ursache kann das BIOVEX-Netzwerk bei der Einordnung helfen.

Häufige Fragen

Saugen Grasmilben Blut?

Nein. Die Larven ritzen die Haut an und nehmen verflüssigte Hautzellen auf. Das dabei abgesonderte Sekret löst den typischen, oft tagelangen Juckreiz aus.

Wann sind Grasmilben am aktivsten?

Vor allem im Spätsommer und Frühherbst, mit einer Aktivität je nach Witterung von etwa Mai bis Oktober. An warmen, trockenen Tagen sind sie besonders häufig.

Wo am Körper stechen Grasmilben?

An Stellen mit dünner Haut und dort, wo Kleidung anliegt: Knöchel und Sockenrand, Kniekehlen, Leiste und Hautfalten. Der Juckreiz setzt oft erst Stunden später ein.

Wie kann ich Grasmilben im Garten vorbeugen?

Rasen kurz halten und Schnittgut entfernen, zur Hauptaktivitätszeit den direkten Hautkontakt mit dem Rasen meiden, lange Kleidung tragen und nach dem Aufenthalt duschen sowie die Kleidung waschen.

Sind Grasmilbenstiche gefährlich?

In der Regel sind sie harmlos, aber sehr juckend. Bei starker Entzündung, sich ausbreitender Rötung oder Fieber sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden, starken Reaktionen oder Unsicherheit suchen Sie bitte ärztlichen Rat.
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