Leerer Hühnerstall mit Strohnest und Sitzstange, Befallsort der Roten Vogelmilbe
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Rote Vogelmilbe erkennen und bekämpfen

Die Rote Vogelmilbe ist ein nachtaktiver Blutsauger, der vor allem Geflügel und Wildvögel befällt – über Nester am Haus kann sie auch den Menschen erreichen. Erkennen lässt sie sich an dunklen Spuren und nächtlichen Stichen.

Was die Rote Vogelmilbe ist

Die Rote Vogelmilbe (Dermanyssus gallinae) ist ein etwa 0,7 bis 1 Millimeter großer, blutsaugender Parasit. Tagsüber versteckt sie sich in Ritzen, nachts sucht sie ihren Wirt auf, um Blut zu saugen. Ihren Namen verdankt sie der rötlichen Färbung, die sie nach einer Blutmahlzeit annimmt – ungesogen ist sie eher grau. Ihre eigentlichen Wirte sind Hühner und andere Vögel. Sitzt jedoch ein Nest am oder im Gebäude, kann sie als sogenannter Fehlwirt auch Menschen und Haustiere stechen.

Befall bei Geflügel und Vögeln

Im Hühnerstall ist die Rote Vogelmilbe einer der häufigsten Parasiten. Befallene Tiere zeigen Unruhe, Juckreiz, Federverlust und legen weniger Eier; bei starkem Befall droht durch den Blutverlust eine Blutarmut. Ein typisches Zeichen sind kleine dunkle Punkte an Sitzstangen, in Ritzen und an der Stallwand – das sind Milben, Kot und Eier. Auch in Nestern von Wildvögeln, etwa unter dem Dach oder an der Fassade, fühlt sich die Milbe wohl.

Wie der Mensch betroffen ist

Verlassen Jungvögel ein Nest oder wird der Stall unzugänglich, suchen sich die hungrigen Milben einen Ersatzwirt – dann kann es den Menschen treffen. Die Stiche führen zu geröteten, juckenden Hautstellen, teils mit kleinen Quaddeln; man spricht umgangssprachlich von Vogelhalterkrätze. Die Stiche treten typischerweise nachts auf. Anders als die Krätzmilbe gräbt sich die Vogelmilbe nicht in die Haut ein und ist nicht von Mensch zu Mensch ansteckend. Eine Einordnung der Stiche bietet der Beitrag Milbenbisse erkennen.

Einen Befall erkennen

Folgende Hinweise sprechen für die Rote Vogelmilbe:

  • nächtliche, juckende Stiche, oft an mehreren Stellen
  • kleine dunkelrote bis schwarze Punkte und Krümel an Wänden, Bettgestell oder in Ritzen
  • rötliche Schlieren beim Abwischen verdächtiger Stellen mit einem feuchten weißen Tuch
  • ein Vogelnest am Haus oder Geflügelhaltung in der Nähe

Der Zusammenhang mit einem Nest ist das stärkste Indiz: Häufig beginnen die Beschwerden, nachdem Jungvögel ausgeflogen sind.

Bekämpfung im Hühnerstall

Bei Geflügelhaltung steht die gründliche Stallhygiene im Vordergrund: regelmäßiges Ausmisten, Reinigen und das Behandeln von Ritzen. Bewährt sind Silikatstäube (Kieselgur), die die Milben durch Austrocknung schädigen und als physikalisch wirkendes Mittel gelten. Wichtig ist Geduld und Wiederholung, denn die meisten Mittel wirken nicht gegen die Eier – nach dem Schlüpfen ist eine erneute Behandlung nötig. Chemische Akarizide sollten nur sachgerecht und nach Kennzeichnung eingesetzt werden, da sie bei Nutztieren besondere Auflagen haben.

Biozide und Akarizide nur entsprechend der Kennzeichnung anwenden, von Kindern und Haustieren fernhalten und auf Schutz der Atemwege achten. Bei stäubenden Produkten wie Kieselgur ist eine Staubmaske ratsam. Konkrete Dosierungen entnehmen Sie der Produktkennzeichnung.

Was im Wohnbereich hilft

Hat sich die Milbe in die Wohnung verlagert, ist die zentrale Maßnahme, die Quelle zu beseitigen: das auslösende Nest und die Schlupfwege. Verlassene Vogelnester sollten nur entfernt werden, wenn sie tatsächlich nicht mehr genutzt werden – während der Brutzeit sind viele Vögel und ihre Nester geschützt. Im Innenraum helfen gründliches Saugen, das Abdichten von Ritzen und das heiße Waschen von Textilien. Sprays im Wohnbereich sind nur eingeschränkt wirksam und sollten überlegt eingesetzt werden.

DIY-Grenzen

Einen leichten Stallbefall können Geflügelhalter oft selbst in den Griff bekommen. Schwieriger wird es, wenn die Quelle in einem unzugänglichen Nest, in der Fassade oder im Dachbereich liegt und die Milben immer wieder in die Wohnräume gelangen. Kehrt der Befall trotz Reinigung und Abdichtung zurück oder lässt sich die Quelle nicht finden, ist eine fachliche Bewertung sinnvoll. Hier unterstützt ein Betrieb aus dem BIOVEX-Netzwerk dabei, den Befallsherd aufzuspüren und fachgerecht zu beseitigen – unter Beachtung des Artenschutzes bei besetzten Nestern.

Häufige Fragen

Kann die Rote Vogelmilbe den Menschen befallen?

Ja, als Fehlwirt. Wenn ihr eigentlicher Wirt fehlt – etwa nach dem Ausfliegen von Jungvögeln – sticht sie auch Menschen. Das führt zu juckenden Hautstellen, ist aber nicht von Mensch zu Mensch ansteckend.

Woran erkenne ich einen Vogelmilbenbefall?

An nächtlichen juckenden Stichen, dunklen Krümeln an Wänden und Ritzen sowie rötlichen Schlieren beim Abwischen mit einem feuchten weißen Tuch. Ein Vogelnest am Haus oder Geflügelhaltung in der Nähe ist ein starkes Indiz.

Hilft Kieselgur gegen die Rote Vogelmilbe?

Kieselgur (Silikatstaub) wirkt austrocknend und schädigt die Milben physikalisch. Da sie nicht gegen die Eier wirkt, sind wiederholte Behandlungen nötig. Beim Ausbringen sollte eine Staubmaske getragen werden.

Darf ich ein Vogelnest entfernen, um die Milben loszuwerden?

Nur, wenn das Nest sicher nicht mehr genutzt wird. Während der Brutzeit sind viele Vögel und ihre Nester gesetzlich geschützt. Im Zweifel die untere Naturschutzbehörde fragen oder fachlichen Rat einholen.

Wann sollte ich einen Fachbetrieb hinzuziehen?

Wenn die Quelle in unzugänglichen Bereichen wie Fassade oder Dach liegt, der Befall trotz Reinigung und Abdichtung wiederkehrt oder sich die Milben dauerhaft in den Wohnraum verlagern. Dann hilft ein Fachbetrieb bei Ursachensuche und Beseitigung.

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