Krätze (Krätzmilbe) erkennen: Symptome und Behandlung
Krätze (Skabies) wird durch die Krätzmilbe ausgelöst, die Gänge in die Haut gräbt – das Leitsymptom ist starker, nachts schlimmerer Juckreiz. Die Erkrankung ist ansteckend und gehört in ärztliche Behandlung.
Was Krätze ist
Krätze, medizinisch Skabies, ist eine ansteckende Hauterkrankung, ausgelöst durch die Krätzmilbe Sarcoptes scabiei. Die weiblichen Milben bohren sich in die oberste Hautschicht, graben dort Gänge und legen Eier ab. Die Erkrankung ist keine Frage mangelnder Hygiene – sie kann jeden treffen und tritt gehäuft dort auf, wo Menschen engen Kontakt haben. Im Unterschied zur Hausstaubmilbe lebt die Krätzmilbe direkt im Menschen und lässt sich nicht durch Putzen oder Lüften beseitigen.
Wie Krätze übertragen wird
Die Übertragung erfolgt vor allem durch längeren, engen Haut-zu-Haut-Kontakt – ein kurzes Händeschütteln genügt meist nicht. Begünstigt wird die Ausbreitung in Haushalten, Pflegeeinrichtungen, Kitas und ähnlichen Gemeinschaften. Seltener ist die indirekte Übertragung über gemeinsam genutzte Textilien wie Bettwäsche oder Kleidung möglich, vor allem bei sehr starkem Befall. Wer sich angesteckt hat, bemerkt das oft erst spät.
Symptome erkennen
Das wichtigste Krankheitszeichen ist ein starker Juckreiz, der nachts und bei Bettwärme zunimmt. Hinzu kommen Brennen der Haut, kleine Bläschen, gerötete Knötchen oder Pusteln und mitunter feine, gewundene Linien – die Bohrgänge der Milben. Bevorzugt befallen sind:
- Zwischenräume von Fingern und Zehen
- Handgelenke und Ellenbogen
- Achseln, Brustwarzen und der Bauchnabelbereich
- der Genitalbereich sowie bei Kindern auch Handflächen, Fußsohlen und Kopf
Eine Besonderheit ist die zeitliche Verzögerung: Bei einer Erstinfektion treten die Beschwerden oft erst nach zwei bis sechs Wochen auf, weil sie eine Reaktion des Immunsystems auf Milben, Eier und Ausscheidungen sind. Bei erneuter Ansteckung können sie schon nach wenigen Tagen einsetzen.
Krätze lässt sich nicht zuverlässig selbst diagnostizieren und nicht mit Hausmitteln heilen. Bei Verdacht – anhaltender nächtlicher Juckreiz, typische Hautstellen, ähnliche Beschwerden im Umfeld – ist die ärztliche oder hautärztliche Praxis die richtige Anlaufstelle.
Wie die Behandlung abläuft
Die Diagnose stellt die Praxis, oft durch Begutachtung der Haut, teils mit Auflichtmikroskop. Behandelt wird mit ärztlich verordneten Mitteln – häufig genannt werden Wirkstoffe wie Permethrin zum Auftragen oder in bestimmten Fällen Ivermectin zum Einnehmen. Welches Präparate wie angewendet wird, legt ausschließlich die behandelnde Praxis fest; eigenmächtige Anwendungen oder Dosierungen sind nicht sinnvoll. Wichtig ist, dass enge Kontaktpersonen oft mitbehandelt werden, auch wenn sie noch keine Beschwerden haben, um eine erneute Ansteckung zu verhindern.
Was im Haushalt zu tun ist
Begleitend zur Behandlung werden Hygienemaßnahmen empfohlen. Dazu gehört, Bettwäsche, Handtücher und am Körper getragene Kleidung bei mindestens 60 Grad zu waschen. Nicht waschbare Textilien können in einem geschlossenen Plastiksack für mehrere Tage gelagert werden, da die Milben außerhalb des Menschen nur kurz überleben. Die genauen Empfehlungen zur Dauer richten sich nach ärztlichem Rat und den Hinweisen des Robert Koch-Instituts. Eine flächige Behandlung der Wohnung mit Insektiziden ist in der Regel nicht nötig.
Krätze in Gemeinschaftseinrichtungen
In Kitas, Schulen, Pflege- und Gemeinschaftseinrichtungen gelten besondere Regeln, da Krätze sich dort leicht ausbreitet. Hierzu zählt eine Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz. Was das konkret bedeutet, lesen Sie im Beitrag Krätze: Meldepflicht in Gemeinschaftseinrichtungen.
DIY-Grenzen
Bei Krätze gibt es eine klare Grenze: Sie ist ein medizinischer Fall und gehört ausnahmslos in ärztliche Behandlung – nicht in die Schädlingsbekämpfung. Hausmittel oder frei gekaufte Sprays sind keine geeignete Therapie. Eine professionelle Schädlingsbekämpfung ist hier nicht zuständig und auch nicht hilfreich, da die Milbe am Menschen lebt. Richtig ist der Weg in die ärztliche oder hautärztliche Praxis sowie die Information der betroffenen Kontaktpersonen.
Häufige Fragen
Ist Krätze ein Zeichen von schlechter Hygiene?
Nein. Krätze kann jeden treffen und hängt nicht von der Körperpflege ab. Entscheidend ist enger Hautkontakt mit einer befallenen Person, weshalb sie sich in Haushalten und Gemeinschaftseinrichtungen leicht ausbreitet.
Wie schnell treten nach Ansteckung Symptome auf?
Bei einer Erstinfektion oft erst nach zwei bis sechs Wochen, da die Beschwerden eine Immunreaktion sind. Bei erneuter Ansteckung können sie bereits nach wenigen Tagen auftreten.
Kann ich Krätze selbst behandeln?
Nein. Krätze muss ärztlich diagnostiziert und mit verordneten Mitteln behandelt werden. Hausmittel und frei gekaufte Sprays heilen die Erkrankung nicht. Wenden Sie sich an eine ärztliche oder hautärztliche Praxis.
Müssen Kontaktpersonen mitbehandelt werden?
Häufig ja. Enge Kontaktpersonen werden oft mitbehandelt, auch ohne Beschwerden, um eine erneute Ansteckung zu verhindern. Das entscheidet die behandelnde Praxis.
Muss ich wegen Krätze einen Kammerjäger rufen?
Nein. Die Krätzmilbe lebt am Menschen, nicht in der Wohnung. Eine flächige Schädlingsbekämpfung ist nicht nötig. Wichtig sind die ärztliche Behandlung und das Waschen von Wäsche bei mindestens 60 Grad.