Smartphone mit Karte, Probenröhrchen und Meldeformular zur Meldepflicht der Tigermücke
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Tigermücke melden: Meldepflicht, ELKI-Atlas und Vorgehen

Wer die Asiatische Tigermücke entdeckt, sollte sie melden, denn ihre Ausbreitung wird in Deutschland überwacht. Welche Meldewege es gibt, was eine Meldepflicht bedeutet und wie Sie richtig vorgehen.

Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist eine eingeschleppte Art, die sich mit dem wärmer werdenden Klima in Deutschland zunehmend ausbreitet. Sie gilt als möglicher Überträger von Krankheitserregern wie Dengue- und Chikungunya-Viren, in Südeuropa kam es vereinzelt zu lokalen Übertragungen. Damit Behörden die Ausbreitung beobachten und früh eingreifen können, ist jede Meldung wertvoll. Eine Übertreibung der Gefahr ist dabei unangebracht: Damit eine Mücke einen Erreger weitergeben kann, müsste sie zuvor einen infizierten Menschen gestochen haben, was hierzulande sehr selten ist. Die Überwachung dient der Vorsorge.

Warum die Meldung so wichtig ist

Die Tigermücke breitet sich oft punktuell aus, etwa entlang von Autobahnen oder über eingeschleppte Eier. Wird eine neue Population früh erkannt, lässt sie sich häufig noch eindämmen oder ganz beseitigen. Genau dafür sammeln Forschung und Behörden Fundmeldungen aus der Bevölkerung. Ihre Meldung kann also dazu beitragen, dass eine beginnende Ansiedlung gestoppt wird, bevor sie sich festsetzt.

Gibt es eine Meldepflicht?

Hier ist Differenzierung wichtig: Eine bundesweit einheitliche, gesetzliche Meldepflicht für jeden Bürger besteht in der Regel nicht. Einzelne Bundesländer haben jedoch für Nachweise der Asiatischen Tigermücke besondere Melderegelungen eingeführt, und vielerorts wird die Meldung von Gesundheitsämtern und Kommunen ausdrücklich erwünscht und aktiv beworben. Unabhängig von der genauen Rechtslage gilt: Melden ist immer sinnvoll und unkompliziert. Was im konkreten Bundesland gilt, erfahren Sie bei Ihrem örtlichen Gesundheitsamt.

So melden Sie eine Tigermücke richtig

Bevor Sie melden, sollten Sie sich möglichst sicher sein, dass es sich um eine Tigermücke handeln könnte. Sie ist klein (etwa einen halben bis einen Zentimeter, kleiner als eine 1-Cent-Münze), tiefschwarz mit auffällig weißen Streifen an Beinen und Körper und trägt eine markante weiße Längslinie auf Kopf und Rücken. Die Merkmale und mögliche Verwechslungen erklärt der Beitrag Tigermücke erkennen. So gehen Sie vor:

  1. Exemplar sichern, ohne es zu zerquetschen: am besten einfangen, zum Beispiel unter einem Glas, und vorsichtig in einem festen Gefäß wie einer kleinen Schachtel verwahren. Ein zerdrücktes Tier lässt sich nicht mehr sicher bestimmen.
  2. Foto machen: möglichst scharf, sodass Beine und Rücken mit der Streifung gut sichtbar sind, idealerweise mit einem Größenvergleich wie einer Münze oder einem Lineal.
  3. Fundort und Datum notieren: genaue Adresse beziehungsweise Ort und das Funddatum festhalten.
  4. Melden: über den bundesweiten Mückenatlas (mueckenatlas.com), bei dem Sie das Tier auch einsenden können, und/oder bei Ihrem örtlichen Gesundheitsamt beziehungsweise der Gemeinde. Manche Kommunen bieten eigene Melde-Formulare oder Apps an.

Der Mückenatlas ist ein wissenschaftliches Citizen-Science-Projekt des Friedrich-Loeffler-Instituts und des Leibniz-Zentrums ZALF. Dort wird die eingesandte Mücke fachlich bestimmt, und die Daten fließen in die bundesweite Überwachung ein.

Erst melden, dann bekämpfen. Anders als bei heimischen Mücken steht bei der Tigermücke die behördliche Überwachung im Vordergrund, weil viele Kommunen bei einem bestätigten Fund eigene, oft für Anwohner kostenfreie Bekämpfungsprogramme starten.

Was nach der Meldung passiert

Wird ein Fund bestätigt, prüfen die zuständigen Stellen das Umfeld auf eine mögliche Population. Bei etablierten Vorkommen kommen koordinierte Maßnahmen zum Einsatz, etwa die gezielte Behandlung von Brutstätten mit dem biologischen Larvenmittel BTI im betroffenen Quartier. Als Anwohner werden Sie in solchen Fällen oft gebeten, Brutstätten auf dem eigenen Grundstück konsequent zu beseitigen, denn die Tigermücke entwickelt sich bevorzugt in kleinsten Wasseransammlungen. Wie das geht, steht unter Brutstätten erkennen und Mückenlarven bekämpfen.

Was Sie selbst beitragen können

Der wirksamste Beitrag gegen die Tigermücke ist dieselbe Disziplin wie bei heimischen Arten, nur konsequenter: jede noch so kleine Wasseransammlung im Garten beseitigen, weil dieser Mücke schon ein gefüllter Untersetzer genügt. Decken Sie Regentonnen dicht ab, leeren Sie Gefäße wöchentlich und melden Sie Funde. So unterstützen Sie die Überwachung und schützen zugleich Ihr eigenes Umfeld. Ein eigenmächtiges, großflächiges Sprühen ist dagegen weder nötig noch sinnvoll, hier sind die koordinierten kommunalen Programme der richtige Rahmen.

Wann Sie zusätzlich Hilfe holen sollten

Stellen Sie an Ihrem Wohnort gehäuft Tigermücken fest oder sind unsicher bei der Bestimmung, wenden Sie sich an Ihr Gesundheitsamt oder lassen Sie das Tier über den Mückenatlas prüfen. Geht es um eine konkrete Bekämpfung auf Ihrem Grundstück, kann das BIOVEX-Netzwerk fachlich beraten, idealerweise abgestimmt mit den örtlichen Behörden. Mehr zur Einschätzung steht unter Wann den Profi rufen.

Häufige Fragen

Muss ich die Asiatische Tigermücke melden?

Eine bundesweit einheitliche gesetzliche Meldepflicht für Privatpersonen besteht in der Regel nicht, einzelne Bundesländer haben aber besondere Melderegelungen eingeführt. Unabhängig davon ist die Meldung überall ausdrücklich erwünscht und sinnvoll, weil sie hilft, neue Populationen früh zu erkennen. Was konkret gilt, erfahren Sie beim örtlichen Gesundheitsamt.

Wo melde ich eine Tigermücke?

Über den bundesweiten Mückenatlas (mueckenatlas.com), bei dem Sie das Tier auch zur Bestimmung einsenden können, sowie bei Ihrem örtlichen Gesundheitsamt oder Ihrer Gemeinde. Manche Kommunen haben eigene Melde-Formulare oder Apps.

Wie bereite ich eine Tigermücke für die Meldung vor?

Fangen Sie das Tier möglichst ein, ohne es zu zerquetschen, und verwahren Sie es in einem festen Gefäß wie einer kleinen Schachtel. Machen Sie ein scharfes Foto, auf dem Beine und Rücken mit der Streifung sichtbar sind, am besten mit einer Münze als Größenvergleich, und notieren Sie Fundort und Datum.

Ist die Tigermücke in Deutschland gefährlich?

Sie gilt als möglicher Überträger von Erregern wie Dengue- und Chikungunya-Viren. Damit eine Übertragung stattfindet, müsste die Mücke aber zuvor einen infizierten Menschen gestochen haben, was in Deutschland sehr selten ist. Die Überwachung dient der Vorsorge, Panik ist nicht angebracht.

Was passiert, nachdem ich eine Tigermücke gemeldet habe?

Der Fund wird fachlich bestätigt und das Umfeld auf eine mögliche Population geprüft. Bei etablierten Vorkommen starten viele Kommunen koordinierte, für Anwohner oft kostenfreie Bekämpfungsprogramme, etwa die gezielte Behandlung von Brutstätten mit BTI. Sie selbst werden gebeten, Wasseransammlungen konsequent zu beseitigen.

Hinweis: Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Im Einzelfall können Urteile und Regelungen abweichen — im Zweifel Mieterverein oder Anwalt hinzuziehen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden, starken Reaktionen oder Unsicherheit suchen Sie bitte ärztlichen Rat.
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