Drei unterschiedlich große Klebefallen neben einem Lineal auf der Küchentheke zum Unterscheiden der Schabenarten
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Schabenarten unterscheiden: Deutsche, Orientalische und Amerikanische Schabe

Deutsche, Orientalische und Amerikanische Schabe sehen für Laien ähnlich aus – unterscheiden sich aber deutlich in Größe, Farbe und Lebensraum. Dieser Vergleich macht die Bestimmung sicher.

In deutschen Gebäuden treten vor allem drei Schabenarten als Schädlinge auf: die Deutsche Schabe, die Orientalische Schabe und – seltener – die Amerikanische Schabe. Die richtige Zuordnung ist wichtig, weil sich Lebensweise, bevorzugte Verstecke und damit auch die wirksame Bekämpfung unterscheiden. Wer wissen will, ob überhaupt eine echte Schabe vorliegt, beginnt am besten beim Erkennen und Bestimmen.

Die Deutsche Schabe – klein, hell, häufig

Die Deutsche Schabe (Blattella germanica) ist die mit Abstand häufigste Hausschabe in Deutschland. Erkennungsmerkmale:

  • Größe: nur etwa 13–16 mm, also vergleichsweise klein.
  • Farbe: hell- bis gelbbraun.
  • Wichtigstes Merkmal: zwei deutliche dunkle Längsstreifen auf dem Halsschild.
  • Lebensraum: warme, feuchte Innenräume – vor allem Küchen und Bäder, gern in Nähe von Wärmequellen wie Kühlschrank, Herd oder Spülmaschine.

Sie hat Flügel, fliegt aber praktisch nicht. Ihre rasche Vermehrung macht sie zur problematischsten Art. Details im Steckbrief Deutsche Schabe.

Die Orientalische Schabe – groß, dunkel, feuchtigkeitsliebend

Die Orientalische Schabe (Blatta orientalis), auch Gemeine Küchenschabe genannt, ist größer und dunkler:

  • Größe: etwa 20–30 mm.
  • Farbe: einheitlich dunkelbraun bis fast schwarz, mit glänzendem, fast fettig wirkendem Panzer.
  • Halsschild: einfarbig dunkel, ohne Streifen.
  • Lebensraum: kühle, sehr feuchte Bereiche wie Keller, Abflüsse, Waschküchen, Schmutzwasserschächte und Kanalisation.

Die Weibchen sind praktisch flugunfähig (stark verkürzte Flügel), die Männchen haben längere Flügel, fliegen aber ebenfalls nicht. Mehr im Steckbrief Orientalische Schabe.

Die Amerikanische Schabe – sehr groß und flugfähig

Die Amerikanische Schabe (Periplaneta americana) ist die größte der drei und in Deutschland am seltensten – sie tritt vor allem an wärmebegünstigten Orten wie tropischen Gewächshäusern, Hallenbädern, Zoos oder Hafenanlagen auf:

  • Größe: stattliche 35–40 mm.
  • Farbe: rotbraun bis kastanienbraun, glänzend.
  • Merkmal: eine helle, rotgelbe Binde am Rand des Halsschilds; sehr lange Fühler, oft länger als der Körper.
  • Besonderheit: Sie besitzt voll ausgebildete Flügel und kann tatsächlich fliegen – anders als die beiden anderen Arten.

Die schnelle Vergleichstabelle im Text

Zur groben Einordnung genügen drei Fragen:

  1. Wie groß ist das Tier? Klein (gut 1 cm) → Deutsche Schabe. Mittelgroß (2–3 cm) → Orientalische Schabe. Sehr groß (3,5–4 cm) → Amerikanische Schabe.
  2. Welche Farbe und Halsschild-Zeichnung? Hellbraun mit zwei Streifen → Deutsche. Dunkel/schwarz einfarbig → Orientalische. Rotbraun mit heller Binde → Amerikanische.
  3. Wo wurde es gefunden? Warme Küche/Bad → eher Deutsche. Kühler, feuchter Keller/Abfluss → eher Orientalische.

Vorsicht vor Verwechslung mit harmlosen Arten

Nicht jede braune Schabe ist ein Schädling. Besonders im Spätsommer verirren sich Waldschaben der Gattung Ectobius in Wohnungen. Sie ähneln der Deutschen Schabe in Größe und Farbe, sind aber harmlos, können im Haus nicht überleben und vermehren sich dort nicht. Ihr Halsschild ist einfarbig dunkel mit hellem, durchscheinendem Rand – nicht gestreift. Wie Sie beide sicher trennen, zeigt Waldschabe oder Kakerlake abgrenzen.

Larven und Eipakete je Art

Auch ohne ausgewachsene Tiere lassen sich Arten an Larven und Eikapseln (Ootheken) unterscheiden. Larven aller Arten sind kleiner, flügellos und ähneln den Erwachsenen bereits in der Form. Bei den Eikapseln gilt grob:

  • Deutsche Schabe: hell- bis mittelbraune, schmale Kapsel von rund 6 mm, die das Weibchen lange am Hinterleib trägt.
  • Orientalische Schabe: dunklere, etwas größere Kapsel, die früh abgelegt und versteckt wird.
  • Amerikanische Schabe: große, dunkle Kapsel, die ebenfalls abgelegt wird.

Welche weiteren Spuren auf welche Art hindeuten, lesen Sie unter Anzeichen und Spuren.

Warum die Art über das Vorgehen entscheidet

Die Deutsche Schabe versteckt sich in warmen Küchenritzen, die Orientalische in feuchten Kellern – wer am falschen Ort sucht und behandelt, verfehlt das Versteck der Tiere.

Sowohl die Deutsche als auch die Orientalische Schabe gelten als Hygieneschädlinge, die Krankheitserreger verschleppen können; Genaueres dazu unter Sind Kakerlaken gefährlich. Da diese Arten sich rasant vermehren und tief in Hohlräumen verbergen, stoßen Hausmittel meist an ihre Grenzen. Bei bestätigtem Befall mit einer dieser Arten ist eine fachgerechte Bekämpfung der sicherste Weg – wann genau, lesen Sie unter Kammerjäger wann.

Häufige Fragen

Welche Schabenart kommt in deutschen Wohnungen am häufigsten vor?

Die Deutsche Schabe (Blattella germanica) ist die mit Abstand häufigste Hausschabe. Sie ist klein (rund 13–16 mm), hellbraun und trägt zwei dunkle Längsstreifen auf dem Halsschild. Sie bevorzugt warme, feuchte Küchen und Bäder.

Wie unterscheide ich Deutsche und Orientalische Schabe?

An Größe, Farbe und Ort: Die Deutsche Schabe ist klein und hellbraun mit zwei Streifen, lebt in warmen Küchen. Die Orientalische Schabe ist deutlich größer (20–30 mm), dunkel glänzend und ohne Streifen, sie bevorzugt kühle, feuchte Keller und Abflüsse.

Können Kakerlaken fliegen?

Das hängt von der Art ab. Die Deutsche und die Orientalische Schabe fliegen praktisch nicht, obwohl manche Flügel besitzen. Die große Amerikanische Schabe dagegen ist tatsächlich flugfähig.

Ist die Amerikanische Schabe in Deutschland verbreitet?

Sie ist hier vergleichsweise selten und tritt vor allem an dauerhaft warmen Orten auf, etwa in tropischen Gewächshäusern, Hallenbädern, Zoos oder Hafenanlagen. Mit 35–40 mm ist sie die größte der drei Hausschabenarten.

Welche Schabenart riecht und vermehrt sich am stärksten?

Die Deutsche Schabe vermehrt sich am schnellsten und bildet die größten Populationen, weshalb gerade bei ihr der typische muffig-süßliche Geruch bei starkem Befall auftritt. Auch die Orientalische Schabe kann diesen Geruch verursachen.

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