Orientalische Schabe (Küchenschabe) erkennen und bekämpfen
Die Orientalische Schabe (Blatta orientalis), auch Gemeine Küchenschabe genannt, ist groß, dunkel glänzend und liebt kühle, feuchte Keller und Abflüsse. So erkennen Sie sie und wissen, wann professionelle Hilfe nötig wird.
Die Orientalische Schabe ist nach der Deutschen Schabe die zweithäufigste Hausschabe in Deutschland. Trotz ihres alten Namens "Gemeine Küchenschabe" findet man sie seltener direkt in der Küche als vielmehr in feuchten, kühlen Bereichen wie Kellern, Waschküchen und entlang von Abwasserleitungen. Wie alle Hausschaben gilt sie als Hygieneschädling.
Steckbrief: So sieht die Orientalische Schabe aus
- Größe: etwa 20–30 mm – deutlich größer als die Deutsche Schabe.
- Farbe: einheitlich dunkelbraun bis fast schwarz, mit glänzendem, fast fettig wirkendem Panzer.
- Halsschild: einfarbig dunkel, ohne Längsstreifen – ein klarer Unterschied zur Deutschen Schabe.
- Flügel: Weibchen haben nur stark verkürzte Flügelstummel, Männchen längere Flügel – beide können jedoch nicht fliegen.
Die Geschlechter unterscheiden sich also auch optisch durch die Flügellänge. Wer zwischen den Arten unsicher ist, findet im Vergleich der Schabenarten die wichtigsten Abgrenzungsmerkmale.
Lebensweise: kühl, feucht und bodennah
Anders als die wärmeliebende Deutsche Schabe bevorzugt die Orientalische Schabe kühlere und sehr feuchte Umgebungen. Typische Aufenthaltsorte sind:
- Keller, Waschküchen und Heizungsräume,
- Abflüsse, Schmutzwasserschächte und Kanalisation,
- Hohlräume unter Bodenplatten, hinter losen Fliesen und in feuchtem Mauerwerk.
Sie ist strikt nachtaktiv und bewegt sich vorwiegend am Boden – klettern kann sie deutlich schlechter als die Deutsche Schabe. Oft wandert sie aus der Kanalisation oder dem Keller in höher gelegene Wohnungen ein. Weil sie auf Feuchtigkeit angewiesen ist, geben undichte Rohre, feuchte Kellerwände und stehendes Wasser ihr ideale Bedingungen.
Anzeichen für einen Befall
Auf einen Befall deuten hin:
- größere, dunkle Kotspuren (entsprechend der größeren Körpergröße),
- tote oder lebende Tiere in Bodennähe, an Abflüssen oder im Keller,
- dunkelbraune bis schwarze, etwa 8–10 mm große Eikapseln (Ootheken),
- ein unangenehmer, muffiger Geruch bei stärkerem Befall.
Wie Sie Spuren richtig zuordnen, zeigt der Beitrag Anzeichen und Spuren erkennen. Die Orientalische Schabe vermehrt sich langsamer als die Deutsche, ein Befall baut sich daher etwas träger, aber ebenso hartnäckig auf.
Wie sie sich vermehrt
Die Orientalische Schabe vermehrt sich langsamer als die Deutsche Schabe, aber durchaus beständig. Das Weibchen produziert im Lauf seines Lebens mehrere dunkle Eikapseln (Ootheken) mit jeweils rund 16 Eiern. Anders als die Deutsche Schabe trägt es die Kapsel nicht bis kurz vor dem Schlupf, sondern legt sie früh an einem geschützten, feuchten Ort ab. Die Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Tier dauert in kühleren Umgebungen deutlich länger als bei der wärmeliebenden Deutschen Schabe – mitunter viele Monate. Dadurch baut sich ein Befall träger auf, ist aber wegen der versteckten, feuchten Brutorte ebenso hartnäckig. Wie das Vermehrungstempo generell zu bewerten ist, zeigt der Beitrag Lebenszyklus und Vermehrung.
Vorbeugen: Feuchtigkeit ist der Schlüssel
Da diese Art so stark von Feuchtigkeit abhängt, ist Trockenheit die wichtigste vorbeugende Maßnahme:
- undichte Rohre, tropfende Armaturen und feuchte Kellerwände zügig instand setzen,
- Keller und Waschküchen gut lüften, stehendes Wasser vermeiden,
- Bodenabläufe und Ritzen kontrollieren und Zugänge abdichten.
Weitere praktische Schritte fasst Vorbeugen zusammen.
Bekämpfung: wann der Profi gefragt ist
Weil die Orientalische Schabe oft aus Kanalisation oder Kellergewölben nachrückt, reicht es selten, nur die sichtbaren Tiere zu bekämpfen – die Quelle muss mitbehandelt werden.
Einzelne, von draußen oder aus dem Keller verirrte Tiere lassen sich entfernen. Bei wiederkehrenden Funden, Kotspuren oder Eikapseln liegt jedoch in der Regel ein etablierter Befall vor. Dann ist eine fachgerechte Bekämpfung sinnvoll, weil sie die Versteckorte in Hohlräumen und die Einwanderungswege aus der Kanalisation mit einbezieht. Warum einfache Sprays und Hausmittel hier meist nur kurzfristig wirken, erklärt der Hausmittel-Mythos-Check; wann professionelle Hilfe angebracht ist, lesen Sie unter Kammerjäger – wann.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich die Orientalische von der Deutschen Schabe?
Die Orientalische Schabe ist größer (20–30 mm), einheitlich dunkel bis schwarz und glänzend, ihr Halsschild ist streifenlos. Die Deutsche Schabe ist kleiner, hellbraun und trägt zwei dunkle Streifen. Außerdem liebt die Orientalische kühle, feuchte Keller statt warmer Küchen.
Warum heißt sie Küchenschabe, lebt aber im Keller?
Der Name "Gemeine Küchenschabe" ist historisch. Tatsächlich bevorzugt die Orientalische Schabe kühle, sehr feuchte Bereiche wie Keller, Waschküchen, Abflüsse und Kanalisation und wandert von dort gelegentlich in Wohnräume ein.
Kann die Orientalische Schabe fliegen oder klettern?
Fliegen kann sie nicht – auch die Männchen mit längeren Flügeln nutzen sie nicht zum Flug. Auch klettern fällt ihr schwerer als der Deutschen Schabe, sie bewegt sich vorwiegend bodennah.
Wie werde ich Orientalische Schaben dauerhaft los?
Zentral ist die Beseitigung von Feuchtigkeitsquellen wie undichten Rohren und feuchten Kellerwänden. Da die Tiere oft aus Kanalisation und Hohlräumen nachrücken, ist bei einem etablierten Befall eine fachgerechte Bekämpfung der zuverlässige Weg.
Sind Orientalische Schaben gefährlich?
Wie alle Hausschaben gelten sie als Hygieneschädlinge: Sie laufen durch Abflüsse und Schmutz und können dabei Keime auf Lebensmittel und Oberflächen verschleppen. Mehr dazu im Beitrag über Gesundheitsrisiken durch Schaben.