Der beste Köder für die Mausefalle
Käse in der Mausefalle ist ein Mythos aus dem Comic. In Wahrheit ziehen Mäuse energiereiche, süße oder fetthaltige Köder viel stärker an – allen voran Erdnussbutter und Schokolade. Mindestens so wichtig wie die Wahl des Köders ist, ihn richtig anzubringen, damit die Maus ihn nicht einfach klaut.
Warum Käse die schlechteste Wahl ist
Das Bild der Maus, die hinter einem Stück Käse her ist, stammt aus Zeichentrickfilmen – nicht aus der Biologie. Mäuse fressen Käse zwar, er gehört aber nicht zu ihren bevorzugten Nahrungsmitteln. In freier Natur leben Mäuse vor allem von Körnern, Samen und süßen, kohlenhydrat- und fettreichen Pflanzenteilen. Genau danach steht ihnen der Sinn – und genau das sollte in der Falle liegen.
Die besten Köder
Erdnussbutter – der Klassiker
Erdnussbutter gilt unter Fachleuten als einer der zuverlässigsten Mäuseköder. Sie ist energiereich, riecht intensiv und – das ist der entscheidende Vorteil – sie ist klebrig. Die Maus kann sie nicht einfach mitnehmen, sondern muss daran lecken und knabbern, und genau dabei löst sie die Falle aus. Ein kleiner, erbsengroßer Klecks reicht völlig.
Schokolade und Nuss-Nougat-Creme
Süßes zieht Mäuse stark an. Ein Stückchen Schokolade oder etwas Nuss-Nougat-Creme funktioniert hervorragend, besonders in Kombination aus Fett und Zucker. Auch hier gilt: lieber wenig und gut fixiert als ein großes Stück, das die Maus wegtragen kann.
Nüsse, Haferflocken und Körner
Ein Stück Nuss, Haferflocken oder Körner entsprechen der natürlichen Nahrung und werden gut angenommen. Sie lassen sich allerdings leichter stehlen, weshalb man sie gut befestigen oder mit etwas Erdnussbutter "verkleben" sollte.
Der wichtigste Trick: Köder festkleben
Der häufigste Grund, warum eine Falle leer bleibt, obwohl der Köder weg ist: Die Maus hat ihn einfach abgeholt, ohne die Falle auszulösen. Deshalb gilt die wichtigste Regel beim Beködern – den Köder so anbringen, dass die Maus daran arbeiten muss:
- Klebrige Köder wie Erdnussbutter oder Nuss-Nougat-Creme fest in die Ködermulde drücken.
- Feste Köder (Nuss, Schokoladenstück) nicht nur auflegen, sondern festklemmen oder mit etwas Erdnussbutter ankleben.
- Wenig statt viel verwenden – eine erbsengroße Menge genügt. Zu viel Köder lädt zum gefahrlosen Naschen am Rand ein.
Hygiene: mit Handschuhen arbeiten
Bringen Sie den Köder mit Einweghandschuhen an. Starke menschliche Gerüche, Parfüm oder Cremes können vorsichtige Mäuse abschrecken. Die Handschuhe schützen Sie außerdem vor Krankheitserregern, die über Mäusekot und -urin übertragen werden können.
Frische macht den Unterschied
Köder trocknet aus und verliert an Geruch. Erneuern Sie ihn alle paar Tage, damit er attraktiv bleibt. Eine eingetrocknete, geruchlose Erdnussbutterkruste lockt kaum noch ein Tier an.
Vorfüttern erhöht die Trefferquote
Besonders bei vorsichtigen Tieren lohnt es sich, die Falle die ersten ein bis zwei Tage unscharf mit Köder auszulegen. So gewöhnen sich die Mäuse daran, dort gefahrlos zu fressen, und gehen anschließend, wenn die Falle scharf ist, eher zu. Mehr zur richtigen Platzierung und Ausrichtung der Falle steht im Beitrag Mausefalle richtig aufstellen.
Wenn der Köder partout nicht zieht
Manchmal bleibt eine Falle trotz gutem Köder leer. Bevor Sie an der Methode zweifeln, prüfen Sie diese Punkte: Steht die Falle wirklich auf einem Laufweg an der Wand? Ist der Köder frisch und gut fixiert? Haben Sie ein bis zwei Tage vorgefüttert? Oft liegt es auch daran, dass den Mäusen anderswo zu viel konkurrierende Nahrung zur Verfügung steht – offene Vorräte, Krümel, Tierfutter. Solange die Tiere bequem an reichlich Futter kommen, ist der Köder in der Falle nur eine von vielen Optionen. Räumen Sie deshalb alle anderen Nahrungsquellen weg und lagern Sie Lebensmittel luftdicht; dann wird der Köder zum attraktivsten Angebot im Raum. Ein Wechsel der Ködersorte (etwa von Schokolade zu Erdnussbutter) kann ebenfalls helfen, wenn ein bestimmtes Tier wählerisch ist.
Köder für Lebendfallen
Auch in Lebendfallen funktionieren Erdnussbutter, Haferflocken oder Nüsse gut. Hier ist es zusätzlich sinnvoll, etwas mehr Futter und ein kleines Stück Apfel oder Gurke als Feuchtigkeitsquelle hineinzugeben, da das Tier eine Weile darin verbringen kann, bis Sie es freilassen. Wie Sie eine Lebendfalle tierschutzgerecht betreiben und die Maus richtig aussetzen, erklärt der Beitrag Lebendfalle: Mäuse fangen und richtig aussetzen.
Fazit
Vergessen Sie den Käse. Erdnussbutter ist der zuverlässigste Köder, dicht gefolgt von Schokolade, Nuss-Nougat-Creme und Nüssen. Entscheidend ist, den Köder sparsam zu dosieren und so festzukleben, dass die Maus ihn nicht stehlen kann – dann löst sie die Falle beim Fressen selbst aus.