Wie kommen Mäuse rein? Eintrittswege erkennen
Mäuse brauchen kein offenes Tor – ihnen genügt ein Spalt von der Breite eines Bleistifts. Weil ihr Körper erstaunlich beweglich ist, finden sie Wege ins Haus, die wir mit bloßem Auge kaum als Risiko wahrnehmen. Wer die typischen Eintrittswege kennt, kann sie gezielt aufspüren und schließen, bevor aus einem Schlupfloch ein Dauerquartier wird.
Wie klein ein Loch wirklich sein darf
Hausmäuse können sich durch erstaunlich kleine Öffnungen zwängen. Als grobe Faustregel gilt: Schon ein Spalt von etwa 6 Millimetern – ungefähr die Dicke eines Bleistifts – reicht einer ausgewachsenen Maus, um hindurchzuschlüpfen. Bei jungen Tieren genügen oft noch kleinere Öffnungen. Möglich ist das, weil der Mäuseschädel sehr schmal und der Körper sehr flexibel ist: Wo der Kopf durchpasst, passt meist der ganze Körper hindurch. Deshalb sollten beim Abdichten konsequent alle Öffnungen ab etwa dieser Größe geschlossen werden – ein scheinbar harmloser Riss ist für eine Maus eine Tür.
Die typischen Eintrittswege
Risse, Spalten und Löcher im Mauerwerk
Risse im Putz, Löcher im Sockelbereich, abgeplatzte Fugen und Spalten im Fundament sind klassische Zugänge. Besonders heikel sind Übergänge, an denen unterschiedliche Materialien aufeinandertreffen – etwa zwischen Bodenplatte und Wand oder an Hausecken.
Rohr- und Kabeldurchführungen
Überall dort, wo Leitungen ins Haus geführt werden, entstehen Lücken: Wasser- und Abwasserrohre, Gas- und Stromleitungen, Internet- und Antennenkabel, Lüftungs- und Klimaanschlüsse. Rund um diese Durchführungen bleibt oft ein Ringspalt, der den Tieren als bequemer Einstieg dient. Diese Stellen werden bei der Abdichtung leicht übersehen, gehören aber zu den häufigsten Eintrittswegen.
Türen und Fenster
Ein verschlissenes oder fehlendes Dichtungsband an der Unterkante einer Tür hinterlässt häufig genau den Spalt, den eine Maus braucht. Besonders Keller-, Garagen- und Nebeneingangstüren sind betroffen. Auch kippstehende oder undichte Kellerfenster und nicht vergitterte Lichtschächte sind typische Einstiege.
Lüftungsöffnungen und Schächte
Lüftungsgitter, Dunstabzüge, Kellerschächte und Entwässerungsöffnungen sind notwendige Öffnungen im Gebäude – aber wenn sie nicht engmaschig vergittert sind, bieten sie Mäusen freien Zutritt. Auch über die Kanalisation und Rohrleitungen können Nager in seltenen Fällen ins Gebäude gelangen.
Der Weg übers Dach
Mäuse klettern gut. Über Fassadenbegrünung, an der Wand stehende Bäume, Regenfallrohre oder angrenzende Anbauten erreichen sie auch höher gelegene Schwachstellen: offene Dachüberstände, beschädigte Ziegel, Lücken an Dachrinnen und ungesicherte Öffnungen am Übergang von Dach und Wand. Der Dachboden ist deshalb ein häufiger Befallsort, obwohl er weit vom Boden entfernt liegt.
So spüren Sie Eintrittswege auf
Eine systematische Suche lohnt sich. Gehen Sie die Außenhülle des Gebäudes einmal komplett ab und achten Sie auf folgende Hinweise:
- Schmierspuren: dunkle, fettige Streifen an Kanten und rund um Öffnungen zeigen häufig genutzte Laufwege.
- Kotspuren in der Nähe einer Öffnung deuten auf einen aktiven Zugang hin.
- Nagespuren an Rändern von Spalten, an Dichtungen oder Holz.
- Lichttest: An verdächtigen Innenwänden bei Dunkelheit prüfen, ob von außen Licht durchfällt – das verrät durchgängige Spalten.
Garagen, Anbauten und Vorratsräume
Besonders unterschätzt werden Garagen und angebaute Nebenräume. Garagentore – vor allem Schwing- und Sektionaltore – schließen am Boden selten vollständig mäusedicht ab, und über die Garage besteht oft eine direkte Verbindung ins Haus. Wer dort Tierfutter, Vogelfutter oder Vorräte lagert, schafft zudem genau die Kombination aus Zugang und Nahrung, die Mäuse anzieht. Gleiches gilt für offene Carports, Gartenhäuser und Geräteschuppen, die als Sprungbrett zum Hauptgebäude dienen. Diese Übergänge sollten bei der Suche nach Eintrittswegen immer mitgeprüft werden.
Erst finden, dann verschließen
Eintrittswege aufzuspüren ist nur der erste Schritt. Entscheidend ist, sie dauerhaft und mit dem richtigen Material zu verschließen – denn weiches Material wie Bauschaum allein nagen Mäuse einfach wieder auf. Welche Materialien wirklich halten und wie man Spalten, Durchführungen und Türen fachgerecht abdichtet, beschreibt der Beitrag Mäuse vorbeugen: Eintrittspunkte abdichten.
Wichtig: Verschließen Sie Schlupflöcher erst, wenn Sie sicher sind, dass sich keine Tiere mehr im Gebäude befinden. Sonst sperrt man Mäuse versehentlich ein – sie suchen sich dann neue Wege oder verenden in Hohlräumen. Abdichten ist deshalb meist der letzte Schritt nach erfolgreicher Kontrolle des Befalls.
Warum sich der Aufwand lohnt
Fallen und Köder bekämpfen die Tiere, die bereits da sind – aber solange Zugänge offen bleiben, kommen immer wieder neue nach. Das konsequente Schließen der Eintrittswege ist deshalb die nachhaltigste Maßnahme überhaupt. Sie wirkt dauerhaft, kommt ohne Gift aus und nimmt dem Befall buchstäblich die Grundlage. Ein einmal sorgfältig abgedichtetes Gebäude bleibt für Mäuse uninteressant, weil sie schlicht nicht mehr hineinkommen.