Mit Metallgitter abgedichteter Dachzugang neben Dichtmasse zum marderdicht Machen des Dachbodens
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Marderzugänge finden und Dachboden marderdicht machen

Die einzige dauerhaft wirksame Marderabwehr am Haus ist, ihm den Weg zu versperren. Dieser Beitrag zeigt, wie Sie alle Zugänge aufspüren und den Dachboden fachgerecht marderdicht machen.

Warum Abdichten die entscheidende Maßnahme ist

Jede Vergrämung mit Licht, Lärm oder Duft wirkt nur vorübergehend, weil sich Marder gewöhnen oder zurückkehren. Eine bauliche Barriere beruht dagegen nicht auf der Laune des Tieres: Wo der Marder nicht hineinkommt, kann er auch nicht wohnen. Das marderdichte Verschließen aller Zugänge ist deshalb der eigentliche Erfolgsfaktor, ohne den jede andere Maßnahme früher oder später verpufft.

Wie klein ein Marderzugang sein darf

Marder sind erstaunlich beweglich und schmal. Schon eine Öffnung von etwa fünf Zentimetern, ungefähr handtellergroß, genügt ihnen. Außerdem sind sie hervorragende Kletterer: Sie kommen über Fallrohre, Bäume mit Hausnähe, Rankgitter und raue Fassaden bis aufs Dach. Deshalb reicht es nicht, nur die offensichtlichen Löcher zu schließen, man muss systematisch das gesamte Dach absuchen.

Typische Schwachstellen finden

Gehen Sie das Dach bei Tageslicht Stück für Stück durch und achten Sie auf:

  • Lüftungsziegel und Dunstrohre: oft offen oder mit zu grobem Gitter.
  • Traufe und Ortgang: Spalten zwischen Dachpfannen und Mauerwerk, lückenhafte Traufbleche.
  • First- und Gratziegel: verrutschte oder gebrochene Ziegel.
  • Dachfenster- und Gaubenanschlüsse: undichte Übergänge.
  • Kabel- und Rohrdurchführungen: aufgeweitete Durchlässe an Antennen, Solar oder Sat-Anlagen.
  • Übergänge an Anbauten: Garagen, Wintergärten und Carports schaffen oft Kletterhilfen und Lücken.

Hinweise auf den Hauptzugang geben Kratzspuren, Schmutzschlieren am Eintritt und die Richtung, aus der die nächtlichen Geräusche kommen. Eine Schritt-für-Schritt-Logik zum Aufspüren bietet auch Marder erkennen.

Die richtigen Materialien

Marder haben kräftige Kiefer und Krallen. Weiche Materialien sind chancenlos:

  • Geeignet: engmaschiges verzinktes oder Edelstahlgitter, Lochblech, stabile Metallplatten, Anti-Marder-Bürsten an Fallrohren und Traufe, UV- und temperaturbeständige Dichtbänder an Durchführungen.
  • Ungeeignet: Silikon, Bauschaum, Holzleisten oder dünner Kunststoff. Diese reißt der Marder mühelos wieder auf.

Achten Sie auf saubere, lückenlose Befestigung. Ein Gitter, das nur lose anliegt, wird untergraben.

Der kritische Schritt: erst das Tier raus, dann zu

Der häufigste und folgenschwerste Fehler ist, einen Zugang zu verschließen, während der Marder noch drin ist. Dann sperren Sie das Tier ein, es verendet und richtet auf der Suche nach einem Ausweg weitere Schäden an, der Geruch eines verwesenden Tieres ist zudem kaum zu beseitigen. Stellen Sie deshalb sicher, dass kein Marder mehr im Gebäude ist:

  1. Vergrämen Sie das Tier zunächst mit Licht, Lärm und Unruhe zum Auszug. Die Anleitung dazu steht unter Marder selbst vertreiben.
  2. Streuen Sie an den Ausgängen eine dünne Schicht Mehl oder Sand.
  3. Kontrollieren Sie über mehrere Nächte die Trittspuren. Erst wenn keine frischen Abdrücke nach innen führen und Ruhe herrscht, ist der Marder draußen.
  4. Beachten Sie die Aufzuchtzeit: Zwischen etwa März und Juli können hilflose Jungtiere im Versteck sein, dann darf nicht verschlossen werden.

Werkzeug und Material für die Abdichtung

Mit der richtigen Ausstattung gelingt die Arbeit deutlich leichter. Bewährt haben sich:

  • Engmaschiges Edelstahl- oder Volierengitter für Lüftungsziegel und größere Öffnungen,
  • Lochblech oder verzinkte Metallstreifen für Spalten an Traufe und Ortgang,
  • Anti-Marder-Bürsten für Fallrohre und Aufstiegswege,
  • UV- und temperaturbeständige Dichtbänder für Kabel- und Rohrdurchführungen,
  • Edelstahlschrauben und Klammern zur lückenlosen Befestigung,
  • Stirnlampe und Taschenlampe, um auch dunkle Ecken und feine Spalten zu finden.

Achten Sie darauf, dass jedes Gitter rundherum fest anliegt. Eine einzige untergrabbare Kante genügt dem Marder, um die Sicherung zu überwinden.

Sicherheit geht vor

Arbeiten auf dem Dach sind nicht ungefährlich. Nutzen Sie eine standsichere Leiter, arbeiten Sie niemals allein und verzichten Sie bei Nässe, Frost oder Wind auf das Dach. Steile oder hohe Dächer erfordern eine Absturzsicherung und gehören in geübte Hände. Wenn Sie sich unsicher fühlen oder der Hauptzugang nicht erreichbar ist, ist das kein Zeichen von Schwäche, sondern ein guter Grund, die Höhenarbeit einem Fachbetrieb oder Dachdecker zu überlassen.

Nach dem Abdichten: reinigen und vorbeugen

Entfernen Sie Kot, Urin und Nistmaterial gründlich, da die Duftmarken sonst neue Marder anlocken. Tragen Sie dabei Handschuhe und Atemschutz. Anschließend lohnt sich vorbeugendes Zurückschneiden hausnaher Äste und das Anbringen von Kletterschutz an Fallrohren. Weitere Maßnahmen finden Sie unter Marder vorbeugen.

Wann der Fachbetrieb übernehmen sollte

Selbst abdichten funktioniert, wenn das Dach flach und gut zugänglich ist. Sobald die Zugänge auf einem steilen oder hohen Dach liegen, der Hauptzugang nicht eindeutig ist, Jungtiere im Spiel sind oder der Marder nach jedem Versuch zurückkehrt, ist Vorsicht geboten, schon aus Sicherheitsgründen. Arbeiten in der Höhe gehören in geübte Hände. Das BIOVEX-Netzwerk lokalisiert alle Zugänge, sichert sie fachgerecht mit dauerhaften Materialien und reinigt die belasteten Bereiche.

Häufige Fragen

Wie groß muss ein Loch sein, damit ein Marder durchpasst?

Schon eine Öffnung von etwa fünf Zentimetern, also ungefähr handtellergroß, reicht einem Marder. Deshalb müssen auch kleine Spalten an Traufe, Lüftungsziegeln und Durchführungen verschlossen werden.

Welches Material hält Marder dauerhaft fern?

Nur stabile Materialien wie engmaschiges Edelstahl- oder verzinktes Gitter, Lochblech und Metallplatten. Silikon, Bauschaum oder Holz reißt der Marder mit seinen kräftigen Kiefern und Krallen mühelos wieder auf.

Darf ich den Zugang einfach zumauern, wenn der Marder weg ist?

Erst wenn Sie sicher sind, dass kein Tier mehr im Gebäude ist. Eine Mehl- oder Sandprobe über mehrere Nächte gibt Gewissheit. Zwischen März und Juli können zudem hilflose Jungtiere im Versteck sein, dann darf nicht verschlossen werden.

Wo kommt der Marder am häufigsten aufs Dach?

Typische Schwachstellen sind offene Lüftungsziegel, Spalten an Traufe und Ortgang, verrutschte Firstziegel, undichte Dachfenster- und Gaubenanschlüsse sowie Kabeldurchführungen. Als guter Kletterer nutzt er Fallrohre und hausnahe Bäume als Aufstieg.

Reicht Abdichten allein, oder muss ich auch reinigen?

Beides gehört zusammen. Nach dem Verschließen sollten Kot, Urin und Nistmaterial gründlich entfernt werden, weil die Duftmarken sonst neue Marder anlocken. Dabei unbedingt Handschuhe und Atemschutz tragen.
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