Wovon ernährt sich der Maulwurf und ist er nützlich?
Der Maulwurf ist ein reiner Fleischfresser, der sich von Regenwürmern und Bodeninsekten ernährt – und damit nebenbei zahlreiche Gartenschädlinge vertilgt. An Pflanzen geht er nie.
Der schlechte Ruf des Maulwurfs beruht fast immer auf einem Missverständnis: Viele halten ihn für einen Pflanzenschädling. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Der Maulwurf ist ein Insektenfresser und einer der nützlichsten Mitbewohner, die ein Garten haben kann.
Was frisst der Maulwurf?
Maulwürfe sind reine Fleischfresser und ernähren sich ausschließlich von tierischer Nahrung. Auf dem Speiseplan stehen vor allem:
- Regenwürmer – die Leibspeise des Maulwurfs; je nach Standort machen sie einen großen Teil der Nahrung aus, auf Rasenflächen bis zu drei Vierteln.
- Engerlinge (Käferlarven) und Drahtwürmer (Schnellkäferlarven).
- Insektenlarven wie die der Schnaken (Tipula).
- Schnecken, Spinnen, Käfer und andere Bodentiere.
Pflanzenwurzeln, Knollen oder Zwiebeln rührt der Maulwurf dagegen nie an – das unterscheidet ihn grundlegend von der Wühlmaus, die ein Pflanzenfresser ist. Diese Abgrenzung erklären wir im Beitrag Maulwurf oder Wühlmaus?
Ein erstaunlicher Appetit
Der Maulwurf hat einen sehr hohen Energiebedarf. Er frisst täglich etwa sein eigenes Körpergewicht – das sind je nach Tier um die 50 Gramm tierische Nahrung pro Tag. Länger als rund zwölf Stunden kann er nicht ohne Nahrung auskommen, sonst verhungert er. Deshalb ist er praktisch rund um die Uhr in mehreren Schüben auf Beutefang.
Eine bemerkenswerte Anpassung: Der Maulwurf legt Vorräte an. Er lähmt erbeutete Regenwürmer durch einen Biss und lagert sie lebend in einer Vorratskammer ein, um auch in mageren Zeiten Nahrung zu haben.
Warum der Maulwurf so nützlich ist
Aus seinem Speiseplan ergibt sich sein großer Nutzen für den Garten. Der Maulwurf vertilgt genau jene Larven, die Gärtnern Probleme bereiten – Engerlinge, Drahtwürmer und Schnakenlarven, die ihrerseits an Pflanzenwurzeln fressen. Ein einzelnes Tier kann im Lauf eines Jahres beachtliche Mengen solcher Bodenschädlinge vertilgen. Damit ist der Maulwurf ein natürlicher, kostenloser Schädlingsbekämpfer.
Bodenlockerung als zweiter Nutzen
Beim Anlegen seiner Gänge lockert und durchlüftet der Maulwurf den Boden. Das verbessert die Wasseraufnahme und erleichtert es Pflanzenwurzeln, in die Tiefe zu wachsen. Die feine, krümelige Erde der Hügel ist zudem schädlingsfrei und ein hervorragendes Substrat für Anzucht und Blumenkästen. Insgesamt trägt der Maulwurf so zu einem gesunden, lebendigen Gartenboden bei.
Die Kehrseite: Regenwürmer als Beute
Ehrlich betrachtet hat die Sache eine kleine Kehrseite: Regenwürmer sind selbst wertvolle Bodenverbesserer, und der Maulwurf frisst gerade von ihnen viele. Im Gesamtbild eines gesunden Gartens fällt das jedoch kaum ins Gewicht – die Regenwurmpopulation reguliert sich, und der Maulwurf hält im Gegenzug andere Schädlinge in Schach. Unterm Strich überwiegt der Nutzen deutlich.
Wie der Speiseplan mit dem Boden zusammenhängt
Was ein Maulwurf frisst, hängt stark vom Standort ab. Auf nährstoffreichen, feuchten Rasen- und Wiesenböden bilden Regenwürmer den Löwenanteil der Nahrung, in trockeneren oder sandigeren Böden treten Insektenlarven und Käfer stärker hervor. Das erklärt auch, warum Maulwürfe gut gepflegte, humusreiche Gärten bevorzugen: Dort ist der Tisch schlicht am reichlichsten gedeckt. Wer also einen Maulwurf hat, darf das durchaus als Zeichen für einen lebendigen, gesunden Boden werten. Welche Faktoren ihn anlocken, vertieft der Beitrag Woher kommt der Maulwurf?
Warum man ihn nicht aushungern sollte
Theoretisch ließe sich ein Maulwurf vertreiben, indem man ihm die Nahrung entzieht – das hieße aber, das Bodenleben gezielt zu dezimieren. Genau dieses Bodenleben ist jedoch die Grundlage für Fruchtbarkeit und gesundes Pflanzenwachstum. Ein würmerarmer Boden wäre ein schlechter Boden. Deshalb ist der Versuch, den Maulwurf über die Nahrung loszuwerden, weder praktikabel noch sinnvoll.
Nützling, kein Schädling
Weil der Maulwurf keine Pflanzen schädigt, sondern Schädlinge frisst und den Boden verbessert, gilt er Fachleuten als ausgesprochener Nützling – und genießt auch deshalb gesetzlichen Schutz. Der einzige „Schaden", den er anrichtet, ist optischer Natur durch die Erdhügel. Mehr dazu im Beitrag Welche Schäden richtet ein Maulwurf an?. Wer das Nutzen-Schaden-Verhältnis kennt, entscheidet sich oft dafür, mit dem Tier zu leben, statt es zu vertreiben.
Häufige Fragen
Frisst der Maulwurf Pflanzenwurzeln?
Nein, niemals. Der Maulwurf ist reiner Fleischfresser und ernährt sich von Regenwürmern, Insektenlarven und anderen Bodentieren. Angefressene Wurzeln deuten dagegen auf eine Wühlmaus hin.
Ist der Maulwurf nützlich oder schädlich?
Überwiegend nützlich. Er frisst Bodenschädlinge wie Engerlinge und Drahtwürmer und lockert den Boden. Der einzige Nachteil sind die optisch störenden Erdhügel – einen echten Schaden an Pflanzen richtet er nicht an.
Wie viel frisst ein Maulwurf am Tag?
Etwa sein eigenes Körpergewicht, also rund 50 Gramm tierische Nahrung pro Tag. Länger als ungefähr zwölf Stunden kann er nicht ohne Nahrung auskommen, weshalb er fast ununterbrochen auf Beutefang ist.
Stimmt es, dass Maulwürfe Vorräte anlegen?
Ja. Der Maulwurf lähmt erbeutete Regenwürmer durch einen Biss und lagert sie lebend in einer Vorratskammer, um auch in nahrungsarmen Zeiten versorgt zu sein.
Frisst der Maulwurf Schnecken und Engerlinge?
Ja. Schnecken, Engerlinge, Drahtwürmer und Schnakenlarven gehören zu seiner Beute. Gerade diese Larven sind gefürchtete Pflanzenschädlinge, weshalb der Maulwurf als natürlicher Helfer im Garten gilt.