Rattenfalle und Köder richtig einsetzen
Eine Rattenfalle fängt nur, wenn Art, Köder und Standort stimmen – und wenn man die Scheu der Tiere vor Neuem berücksichtigt. Dieser Beitrag erklärt die wichtigsten Fallentypen, den besten Köder und die richtige Platzierung, dazu die Sicherheitsregeln für Haushalte mit Kindern und Haustieren.
Die wichtigsten Fallentypen
Schlagfalle: der Klassiker. Ein gefederter Bügel tötet die Ratte beim Auslösen schnell. Für Ratten braucht es die große, kräftige Bauart – Mäusefallen sind zu schwach. Vorteil: günstig, kontrollierbar, ohne Giftrückstände. Nachteil: muss robust und korrekt gespannt sein, sonst verletzt sie das Tier nur.
Köderbox/Köderstation: eine geschlossene Box, in die nur die Ratte gelangt. Darin kann eine Schlagfalle oder – im professionellen Bereich – ein Giftköder sitzen. Die Box schützt Kinder, Haustiere und andere Tiere vor dem Inhalt und ist deshalb für Gift Pflicht.
Lebendfalle: fängt das Tier unverletzt. Klingt human, ist aber anspruchsvoll: Die Falle muss mehrmals täglich kontrolliert werden, weil gefangene Tiere sonst qualvoll verenden. Außerdem ist das Aussetzen rechtlich heikel – wild umgesetzte Ratten überleben oft nicht und dürfen nicht beliebig in der Natur freigelassen werden. Im Zweifel die örtlichen Regeln beim Ordnungs- oder Veterinäramt erfragen.
Elektrofallen: töten per Stromstoß, sind teurer, aber sauber und gut kontrollierbar.
Der beste Köder
Ratten sind Allesfresser, doch nicht jeder Köder hält gut an der Falle. Bewährt haben sich stark riechende, klebrige Köder, die das Tier nicht einfach wegtragen kann:
- Nuss-Nougat-Creme oder Erdnussbutter – intensiver Geruch, haftet gut, lässt sich nicht wegschleppen.
- Nüsse, Haferflocken, Müsli, Trockenfrüchte – fettig-süße Köder werden gut angenommen.
- Schokolade – ebenfalls beliebt.
Wichtig: Köder gut befestigen, damit die Ratte daran ziehen muss und die Falle auslöst. Käse ist entgegen dem Klischee nicht der beste Köder.
Neophobie: warum die Falle erst später schnappt
Ratten sind ausgesprochen vorsichtig gegenüber Neuem (Neophobie). Eine frisch aufgestellte, blitzsaubere Falle riecht nach Chemie und Mensch und wird tagelang gemieden. Zwei Tricks helfen:
- Vorködern: Falle anfangs nicht scharf stellen, nur ködern. Wenn die Tiere den Köder regelmäßig holen, die Falle scharf stellen – der Fangerfolg steigt deutlich.
- Geruch neutralisieren: neue Fallen vor dem Einsatz „einwettern" lassen oder mit etwas Erde abreiben, damit sie natürlicher riechen. Fallen möglichst mit Handschuhen anfassen.
Die richtige Platzierung
Ratten laufen nicht quer durch offene Flächen, sondern tasten sich mit den Schnurrhaaren an Wänden, Kanten und Hindernissen entlang. Daraus folgt:
- Fallen direkt an der Wand entlang der Laufwege aufstellen, nicht frei im Raum.
- Bei Schlagfallen das Auslöseende zur Wand ausrichten, sodass die Ratte den Köder von der Laufrichtung aus erreicht.
- Mehrere Fallen auf einmal setzen – an verschiedenen Laufwegen, mit einigen Metern Abstand. Eine einzelne Falle fängt selten den ganzen Befall.
- Standorte mit deutlichen Spuren (Kot, Schmierspuren, Nagespuren) bevorzugen.
Sicherheit geht vor
Schlagfallen und Elektrofallen können auch Finger, Kinderhände und Haustiere verletzen. Deshalb:
- Fallen in geschlossenen Köderboxen betreiben, sobald Kinder oder Haustiere im Haushalt leben oder Zugang haben.
- Fallen außer Reichweite und an gesicherten Stellen platzieren.
- Gefangene Tiere und Fallen nur mit Handschuhen anfassen und tote Tiere hygienisch entsorgen – siehe Tote Ratte richtig entsorgen.
Wie viele Fallen und wie lange?
Eine einzelne Falle unterschätzt fast immer den Befall. Faustregel für den Einstieg: lieber mehrere Fallen gleichzeitig an verschiedenen Laufwegen setzen als eine nach der anderen. Das erhöht die Trefferquote und verkürzt die Aktion, weil Ratten sich sonst an einer einzelnen Gefahrenstelle vorbeilernen. Planen Sie außerdem Geduld ein: Zwischen Aufstellen, Vorködern und den ersten Fängen vergehen wegen der Neophobie oft mehrere Tage. Bleiben Sie dran, bis über mindestens einige Tage in Folge nichts mehr gefangen wird und keine frischen Spuren mehr auftreten – erst dann ist der Befall vermutlich beendet.
Fallen pflegen und kontrollieren
Kontrollieren Sie die Fallen mindestens täglich, bei Lebendfallen mehrmals am Tag. Eine ausgelöste, aber nicht entdeckte Falle fängt nicht weiter und kann – bei Lebendfallen – zum qualvollen Verenden führen. Tote Tiere entfernen Sie mit Handschuhen und entsorgen sie hygienisch (siehe Tote Ratte richtig entsorgen). Reinigen Sie die Falle danach, ohne sie mit stark riechenden Reinigern zu überdecken, und stellen Sie sie wieder auf. Nicht angenommene Fallen versetzen Sie nach einigen Tagen an einen anderen Laufweg.
Wenn Fallen nicht reichen
Bleibt der Erfolg trotz richtiger Köder und Platzierung über zwei bis drei Wochen aus, ist der Befall vermutlich größer als gedacht oder es kommen ständig Tiere nach. Dann ist eine Fachfirma sinnvoll. Wie die Selbstbekämpfung insgesamt abläuft, lesen Sie unter Ratten selbst bekämpfen.
Das Wichtigste in Kürze
Große Schlagfallen oder Köderboxen, stark riechende klebrige Köder wie Nuss-Nougat-Creme, Platzierung dicht an der Wand entlang der Laufwege und Geduld wegen der Scheu vor Neuem – das ist das Erfolgsrezept. Mehrere Fallen gleichzeitig setzen, vorködern und in Haushalten mit Kindern oder Tieren konsequent gesicherte Boxen verwenden.