Offener Komposter am Gartenzaun
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Woher kommen Ratten? Ursachen in Haus und Garten

Ratten tauchen selten zufällig auf - fast immer locken sie Nahrung, Wasser und Unterschlupf an. Dieser Artikel erklärt, woher Ratten in Haus und Garten kommen und über welche Wege sie eindringen.

Wer plötzlich Ratten auf dem Grundstück hat, fragt sich oft: Warum gerade hier? Die Antwort ist meist banal und beruhigend zugleich - es liegt selten an mangelnder Sauberkeit im moralischen Sinne, sondern fast immer an einer Kombination aus erreichbarer Nahrung, Wasser und geeigneten Verstecken. Wer versteht, woher die Tiere kommen, kann gezielt gegensteuern.

Die Kanalisation - der häufigste Ursprung

Die Wanderratte, mit Abstand die häufigste Art in Deutschland, lebt in großen Beständen in der Kanalisation. Von dort aus erschließt sie sich die Umgebung. Über defekte oder undichte Abwasserrohre, offene Revisionsschächte, Hausanschlüsse und gelegentlich sogar durch die Toilette können Ratten aus dem Kanalnetz bis in Gebäude vordringen. Wanderratten sind ausgezeichnete Schwimmer und können Steigleitungen hochklettern. Ob und wie Ratten durch die Toilette kommen, behandeln wir gesondert unter Ratten in der Toilette.

Garten, Kompost und Grünflächen

Im Außenbereich bietet der Garten alles, was eine Ratte braucht. Besonders einladend sind:

  • Komposthaufen mit Speiseresten, Fallobst oder gekochten Abfällen - eine zuverlässige Nahrungsquelle und zugleich ein warmer Unterschlupf.
  • Dichte Bepflanzung, Reisig- und Holzstapel, Gerümpel als Deckung und Nistplatz.
  • Böschungen und lockere Erde, in die Wanderratten ihre Erdbauten graben.
  • Teiche, Regentonnen und feuchte Stellen als Wasserquelle.

Ein verwilderter, nahrungsreicher Garten ist für Ratten attraktiver als ein aufgeräumter. Welche Nahrungsquellen besonders stark anziehen, lesen Sie unter was Ratten anzieht.

Wege ins Gebäude

Ratten sind erstaunlich geschickt darin, ins Haus zu gelangen. Eine Wanderratte zwängt sich durch Öffnungen ab etwa zwei Zentimetern, nagt Spalten auf und klettert an rauen Fassaden empor. Typische Eintrittswege sind:

  • undichte oder beschädigte Abwasser- und Versorgungsleitungen,
  • Leitungsdurchführungen für Strom, Gas, Wasser und Internet,
  • Spalten unter Türen, defekte Kellerfenster und Lichtschächte,
  • offene oder unvergitterte Lüftungsöffnungen,
  • Risse im Mauerwerk und im Fundamentbereich.

Warum gerade jetzt?

Oft fällt ein Befall im Herbst und Winter stärker auf. Sinken die Temperaturen und wird das Nahrungsangebot im Freien knapper, suchen Ratten verstärkt warme, geschützte Räume - Keller, Schuppen, Garagen, Hohlräume. Auch Bautätigkeit in der Nachbarschaft, Kanalarbeiten oder ein neues Nahrungsangebot (etwa eine neu eingerichtete Vogelfütterung) können dazu führen, dass Ratten ihr Revier verschieben und plötzlich auf einem Grundstück auftauchen, das vorher unauffällig war.

Nachbarschaft und Umfeld

Ein Rattenproblem entsteht selten an der Grundstücksgrenze. Häufig liegt die Quelle im weiteren Umfeld: ein nachlässig geführter Nachbargarten mit offenem Kompost, eine ungesicherte Futterstelle, eine Baustelle, ein nahegelegenes Gewässer oder eben das gemeinsame Kanalnetz. Ratten haben einen großen Aktionsradius und wandern zwischen attraktiven Futter- und Unterschlupfquellen hin und her. Deshalb ist Rattenbekämpfung oft auch eine Frage des Miteinanders: Wenn nur ein Grundstück saniert wird, das benachbarte aber ein Schlaraffenland bleibt, kehren die Tiere zurück. In vielen Kommunen kann das Ordnungs- oder Gesundheitsamt bei groben Missständen im Umfeld einschreiten - ein Hinweis dort kann sinnvoll sein.

Was man selbst gegen das "Woher" tun kann

Vorbeugung setzt genau an den Ursachen an:

  • Keine Speisereste, gekochten Lebensmittel oder Fleisch auf den offenen Kompost geben; besser geschlossene Schnellkomposter nutzen.
  • Mülltonnen geschlossen halten, kein Tier- oder Vogelfutter über Nacht draußen liegen lassen.
  • Gerümpel, Holz- und Laubhaufen reduzieren und mit Abstand zum Haus lagern.
  • Mögliche Eintrittswege am Gebäude prüfen und verschließen - Spalten, Durchführungen, Lüftungsgitter.
  • Defekte an Abwasserleitungen und Schächten zeitnah reparieren lassen.

Eine ausführliche Anleitung dazu finden Sie unter Ratten vorbeugen.

Wo die Eigenleistung an Grenzen stößt

Manche Ursachen liegen außerhalb des eigenen Einflusses - etwa ein großer Rattenbestand in der öffentlichen Kanalisation oder ein Defekt im gemeinschaftlichen Abwassernetz. Wenn Ratten trotz konsequenter Vorbeugung immer wiederkehren, steckt oft ein nicht sichtbarer Eintrittsweg dahinter, etwa ein Rohrbruch im Erdreich. Solche Quellen findet man als Laie kaum. Hier helfen ein Fachbetrieb und gegebenenfalls der kommunale Entwässerungsbetrieb, der für die öffentliche Kanalisation zuständig ist. Da viele Kommunen bei Rattenbefall zudem eine Meldepflicht vorsehen, lohnt sich ein Blick in die örtliche Satzung.

Häufige Fragen

Kommen Ratten wirklich aus der Kanalisation?

Ja, das ist der häufigste Ursprung. Wanderratten leben in großen Beständen im Kanalnetz und gelangen über defekte Rohre, Schächte, Hausanschlüsse und gelegentlich die Toilette in Gebäude und Grundstücke.

Warum habe ich plötzlich Ratten im Garten?

Meist wegen eines neuen oder leicht erreichbaren Nahrungsangebots (Kompost mit Speiseresten, Vogel- oder Tierfutter, offener Müll) in Kombination mit Versteckmöglichkeiten. Auch Bau- oder Kanalarbeiten in der Nähe können Ratten verdrängen, sodass sie neue Reviere suchen.

Durch welche Öffnungen kommen Ratten ins Haus?

Wanderratten zwängen sich durch Öffnungen ab etwa zwei Zentimetern. Typische Wege sind undichte Abwasserrohre, Leitungsdurchführungen, Spalten unter Türen, defekte Kellerfenster, Lichtschächte und unvergitterte Lüftungen.

Warum treten Ratten im Herbst und Winter häufiger auf?

Mit der Kälte wird das Nahrungsangebot draußen knapper, und die Tiere suchen warme, geschützte Räume wie Keller, Schuppen und Garagen. Dadurch fällt ein Befall in der kalten Jahreszeit oft stärker auf.

Was tun, wenn Ratten trotz Vorbeugung wiederkommen?

Dann gibt es meist eine nicht sichtbare Quelle, etwa einen Defekt in der Abwasserleitung oder einen großen Bestand in der öffentlichen Kanalisation. Hier sollten ein Fachbetrieb und gegebenenfalls der kommunale Entwässerungsbetrieb eingebunden werden.

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