Lupe an der Wand neben Sockelleiste mit Spinnenseide, Bestimmung der Nosferatu-Spinne
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Nosferatu-Spinne erkennen: Aussehen, Verbreitung, Trend

Die Nosferatu-Spinne ist seit wenigen Jahren in ganz Deutschland verbreitet und sorgt regelmäßig für Schlagzeilen. Ihr Biss ist möglich, für gesunde Menschen aber harmlos.

Kaum eine Spinne wird so heiß diskutiert wie die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana). Reißerische Berichte zeichnen das Bild eines gefährlichen Eindringlings. Sachlich betrachtet handelt es sich um einen wärmeliebenden Einwanderer, der sich im Zuge des Klimawandels nach Norden ausbreitet – und der für Menschen ungefährlich ist. Dieser Beitrag ordnet die Fakten ein.

Woher der Name kommt

Auf dem Vorderkörper der Spinne sitzt eine dunkle Zeichnung, in die man mit etwas Fantasie ein Gesicht oder die Silhouette einer Fledermaus hineinsehen kann – eine Anspielung auf den Vampir Nosferatu aus dem gleichnamigen Stummfilm. Diese Zeichnung ist zugleich ein gutes Erkennungsmerkmal.

So erkennen Sie die Nosferatu-Spinne

  • Größe: mit Beinen erreicht sie rund fünf bis sechs Zentimeter Spannweite, der Körper selbst ist deutlich kleiner.
  • Färbung: bräunlich, oft mit hellerem Rand am Vorderkörper.
  • Zeichnung: die markante dunkle Figur auf dem Vorderkörper.
  • Verhalten: Sie baut kein Fangnetz, sondern jagt frei laufend und hält sich gern an Wänden auf.

Weil sie der Hauswinkelspinne ähnelt, hilft zur sicheren Unterscheidung der Beitrag Nosferatu-Spinne und Hauswinkelspinne unterscheiden.

Verbreitung: ein rascher Aufstieg

Bis vor wenigen Jahrzehnten lebte die Art nur im Mittelmeerraum. Der erste Nachweis in Deutschland gelang 2005 in Baden-Württemberg. Seither hat sie sich nach Norden ausgebreitet und ist heute praktisch bundesweit zu finden, in Nordrhein-Westfalen nahezu flächendeckend. Wie schnell das ging, zeigt eine Mitmach-Aktion des NABU: Über das Meldeportal NABU-naturgucker gingen im Herbst 2022 innerhalb weniger Wochen mehr als 25.000 Fundmeldungen ein. Die wärmeren Winter machen es der Art leicht, in Häusern und an warmen Fassaden zu überdauern.

Ist die Nosferatu-Spinne giftig?

Wie nahezu alle Spinnen besitzt auch die Nosferatu-Spinne Gift, mit dem sie ihre Beute lähmt. Anders als die meisten heimischen Arten sind ihre Kieferklauen kräftig genug, um menschliche Haut zu durchdringen. Ihr Gift ist für den Menschen jedoch nicht gefährlich. Ein Biss wird in etwa mit einem leichten Wespenstich verglichen: kurz schmerzhaft, mit Rötung und Schwellung, die nach Stunden bis wenigen Tagen abklingt. Und ganz wichtig: Die Spinne ist nicht aggressiv. Sie beißt nur, wenn sie bedrängt oder gequetscht wird, etwa wenn man sie versehentlich mit der Hand einklemmt. Mehr zur Risiko-Einordnung im Beitrag Sind Haus-Spinnen giftig oder gefährlich?. Diese Hinweise ersetzen keine ärztliche Beratung – wer nach einem Biss stärkere oder ungewöhnliche Beschwerden bemerkt, sollte ärztlichen Rat einholen.

Lassen Sie die Spinne in Ruhe, dann lässt sie auch Sie in Ruhe. Die allermeisten Begegnungen verlaufen völlig ohne Zwischenfall.

Warum sie sich so erfolgreich ausbreitet

Der rasche Vormarsch der Nosferatu-Spinne hat vor allem mit dem Klima zu tun. Als wärmeliebende Art aus dem Mittelmeerraum profitiert sie von den milderen Wintern und längeren warmen Phasen in Mitteleuropa. Sie findet an sonnenbeschienenen Hausfassaden, in Garagen und Wohnräumen ganzjährig geeignete Bedingungen und kann dort überdauern. Anders als viele heimische Arten, die im Herbst in geheizten Räumen vertrocknen, kommt sie mit dem Leben in und an Gebäuden gut zurecht. Ihre Ausbreitung ist damit ein gut sichtbares Beispiel dafür, wie sich Tierarten mit dem Klimawandel nach Norden verschieben.

Wird sie heimische Arten verdrängen?

Diese Sorge wird oft geäußert, ist nach derzeitigem Kenntnisstand aber nicht belegt. Die Nosferatu-Spinne besetzt teils ähnliche Lebensräume wie heimische Arten, doch Hinweise auf eine flächige Verdrängung gibt es bislang nicht. Fachleute beobachten die Entwicklung über Meldeportale weiter. Für den Haushalt bedeutet das vor allem: Es kommt eine weitere harmlose Art hinzu, kein gefährlicher Eindringling.

Was tun bei einer Begegnung?

Wenn Sie die Spinne nicht im Wohnraum dulden möchten, setzen Sie sie schonend nach draußen: ein Glas über das Tier stülpen, vorsichtig eine feste Karte darunterschieben und es im Freien freilassen. Schlagen oder Quetschen ist unnötig und erhöht nur das Risiko eines Abwehrbisses. Eine Bekämpfung mit Gift ist bei dieser harmlosen Art nicht angebracht. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Beitrag Spinnen selbst loswerden, ohne sie zu töten.

Nützlich statt bedrohlich

Bei aller Aufregung wird oft vergessen: Die Nosferatu-Spinne ist ein effektiver Jäger, der Mücken, Fliegen und andere Insekten vertilgt. Sie steht – wie alle wildlebenden Tiere – unter dem allgemeinen Schutz des Naturschutzrechts; eine sinnlose Tötung ist daher nicht angebracht. Wer regelmäßig Funde dokumentieren möchte, kann sie über die naturkundlichen Meldeportale eintragen und so zur Forschung über die Ausbreitung beitragen.

Häufige Fragen

Ist die Nosferatu-Spinne gefährlich?

Für gesunde Menschen ist sie nicht gefährlich. Ihr Gift ist harmlos, ein Biss wird mit einem leichten Wespenstich verglichen und klingt nach Stunden bis wenigen Tagen ab. Sie beißt nur, wenn sie bedrängt oder gequetscht wird. Bei stärkeren Beschwerden ärztlichen Rat einholen.

Kann die Nosferatu-Spinne durch die menschliche Haut beißen?

Ja, anders als die meisten heimischen Arten sind ihre Kieferklauen kräftig genug, um menschliche Haut zu durchdringen. Das passiert aber nur, wenn das Tier bedrängt wird. Das Gift ist für den Menschen ungefährlich.

Woran erkenne ich die Nosferatu-Spinne?

An der dunklen Zeichnung auf dem Vorderkörper, die an ein Gesicht oder eine Fledermaus erinnert, an der bräunlichen Färbung und an der Größe von rund fünf bis sechs Zentimetern Beinspannweite. Sie baut kein Netz, sondern jagt frei laufend.

Wie verbreitet ist die Nosferatu-Spinne in Deutschland?

Sie ist mittlerweile praktisch bundesweit verbreitet. Der erste Nachweis gelang 2005 in Baden-Württemberg, seither hat sie sich rasch nach Norden ausgebreitet, in Nordrhein-Westfalen ist sie nahezu flächendeckend zu finden.

Was soll ich tun, wenn eine Nosferatu-Spinne in der Wohnung ist?

Am einfachsten setzen Sie sie nach draußen: ein Glas darüberstülpen, eine feste Karte darunterschieben und im Freien freilassen. Schlagen oder Quetschen ist unnötig und erhöht nur das Risiko eines Abwehrbisses. Gift ist bei dieser harmlosen Art nicht nötig.

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