Zwei Spinnennetze nebeneinander zum Unterscheiden von Nosferatu-Spinne und Hauswinkelspinne
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Nosferatu-Spinne und Hauswinkelspinne unterscheiden

Nosferatu-Spinne und Hauswinkelspinne sind beide groß, bräunlich und behaart und werden oft verwechselt. Drei Merkmale machen die Unterscheidung trotzdem einfach.

Eine große, bräunliche Spinne an der Wand – ist das die viel diskutierte Nosferatu-Spinne oder die altbekannte Hauswinkelspinne? Beide Arten ähneln sich auf den ersten Blick, sind aber gut auseinanderzuhalten. Und vor allem: Beide sind für gesunde Menschen harmlos. Dieser Vergleich zeigt die entscheidenden Unterschiede.

Die drei wichtigsten Unterscheidungsmerkmale

1. Netz oder kein Netz

Das deutlichste Merkmal ist die Lebensweise. Die Hauswinkelspinne baut ein flächiges Trichternetz in Ecken, Kellern und hinter Möbeln und lauert darin auf Beute. Die Nosferatu-Spinne baut gar kein Fangnetz, sondern jagt frei laufend und sitzt oft offen an Wänden. Wenn Sie die Spinne in einem Trichternetz sitzen sehen, ist es die Winkelspinne.

2. Die Zeichnung auf dem Vorderkörper

Die Nosferatu-Spinne trägt auf ihrem Vorderkörper eine charakteristische dunkle Zeichnung, in die man ein Gesicht oder eine Fledermaus hineindeuten kann – daher ihr Name. Die Hauswinkelspinne hat einen eher gleichmäßig bräunlichen Vorderkörper; ihre auffällige Fleckenzeichnung sitzt dagegen auf dem Hinterleib.

3. Körperbau und Beine

Die Hauswinkelspinne wirkt mit ihren sehr langen, dünnen Beinen oft "spinnenbeiniger". Die Nosferatu-Spinne erscheint insgesamt etwas kompakter und gedrungener, mit kräftigeren Beinen. Beide erreichen mit den Beinen mehrere Zentimeter Spannweite, weshalb die Größe allein kein verlässliches Merkmal ist.

Übersicht auf einen Blick

  • Hauswinkelspinne: Trichternetz in Ecken · Fleckenzeichnung auf dem Hinterleib · sehr lange, dünne Beine · seit jeher heimisch.
  • Nosferatu-Spinne: kein Netz, freier Jäger · markante Zeichnung auf dem Vorderkörper · kompakter, kräftiger Bau · eingewandert, breitet sich aus.

Die einzelnen Arten stellen die Beiträge Hauswinkelspinne erkennen und Nosferatu-Spinne erkennen ausführlich vor.

Gibt es einen Unterschied bei der Gefährlichkeit?

Praktisch nicht – beide sind für gesunde Menschen ungefährlich. Es gibt nur einen feinen Unterschied: Die Kieferklauen der Hauswinkelspinne sind meist zu schwach, um menschliche Haut zu durchdringen, Bisse sind daher extrem selten. Die Nosferatu-Spinne kann bei Bedrängnis durch die Haut beißen, ihr Gift ist aber harmlos und der Biss mit einem leichten Wespenstich vergleichbar. In beiden Fällen gilt: Die Tiere beißen nur, wenn sie gequetscht oder bedrängt werden, und sie sind nicht aggressiv. Eine ausführliche Risiko-Einordnung gibt der Beitrag Sind Haus-Spinnen giftig oder gefährlich?. Diese Hinweise ersetzen keine ärztliche Beratung.

Egal welche der beiden Sie vor sich haben: Ruhe bewahren, nicht quetschen, bei Bedarf nach draußen setzen. Gefährlich ist keine von beiden.

Wo Sie die beiden Arten antreffen

Auch der Fundort gibt Hinweise. Die Hauswinkelspinne sitzt typischerweise in ihrem Trichternetz in ruhigen, dunklen Ecken: Keller, Garage, hinter Möbeln, in Mauerwinkeln. Begegnungen entstehen vor allem nachts, wenn die Männchen über den Boden wandern. Die Nosferatu-Spinne hält sich gern offen an Wänden und Decken auf, oft in Wohnräumen, an warmen Fassaden und in Fensternähe, und sie ist auch tagsüber sichtbar. Eine Spinne, die frei und ohne Netz an der Zimmerwand sitzt, ist daher eher die Nosferatu-Spinne.

Größe und Verhalten richtig deuten

Viele Menschen schließen allein von der Größe auf die Gefährlichkeit – das ist ein Trugschluss. Beide Arten sind groß und können auf empfindliche Betrachter beeindruckend wirken, doch keine von beiden ist gefährlich. Auch schnelle Bewegungen sind kein Zeichen von Aggression, sondern dienen der Flucht: Beide Arten wollen vor allem weg vom Menschen. Wer das weiß, kann gelassener reagieren und das Tier in Ruhe nach draußen bringen, statt in Hektik zu verfallen.

Was tun bei einer Begegnung?

Da beide Arten harmlos und nützlich sind, ist eine Bekämpfung mit Gift unnötig. Wer das Tier nicht im Wohnraum dulden möchte, stülpt ein Glas darüber, schiebt eine feste Karte darunter und setzt es im Freien aus. Damit insgesamt weniger Spinnen ins Haus gelangen, helfen dichte Fenster, Fliegengitter und abgedichtete Ritzen – nachzulesen im Beitrag Spinnen fernhalten.

Im Zweifel: Foto statt Panik

Bleibt die Art unklar, machen Sie ein scharfes Foto von oben und von der Seite. So lässt sich die Spinne in Ruhe über Bestimmungshilfen oder naturkundliche Meldeportale zuordnen. Da von beiden Arten keine Gefahr ausgeht, ist Eile beim Bestimmen ohnehin nicht nötig. Grundlagen zum Bestimmen liefert der Beitrag Spinnen im Haus erkennen und bestimmen.

Häufige Fragen

Wie unterscheide ich Nosferatu-Spinne und Hauswinkelspinne?

Am einfachsten am Netz: Die Hauswinkelspinne baut ein Trichternetz in Ecken, die Nosferatu-Spinne jagt frei ohne Netz. Außerdem trägt die Nosferatu-Spinne eine markante dunkle Zeichnung auf dem Vorderkörper, die Winkelspinne ihre Fleckenzeichnung auf dem Hinterleib.

Ist die Nosferatu-Spinne gefährlicher als die Hauswinkelspinne?

Praktisch nicht. Beide sind für gesunde Menschen ungefährlich. Die Nosferatu-Spinne kann zwar durch die Haut beißen, ihr Gift ist aber harmlos und der Biss mit einem leichten Wespenstich vergleichbar. Die Winkelspinne beißt fast nie.

Welche der beiden baut ein Netz?

Nur die Hauswinkelspinne baut ein Netz, nämlich ein flächiges Trichternetz in Ecken, Kellern und hinter Möbeln. Die Nosferatu-Spinne baut kein Fangnetz, sondern jagt frei laufend.

Können beide Arten durch die menschliche Haut beißen?

Nur die Nosferatu-Spinne kann bei Bedrängnis durch die Haut beißen. Die Kieferklauen der Hauswinkelspinne sind dafür meist zu schwach. In beiden Fällen sind die Tiere nicht aggressiv und beißen nur, wenn sie gequetscht werden.

Sind beide Spinnen heimisch?

Die Hauswinkelspinne ist seit jeher heimisch. Die Nosferatu-Spinne ist aus dem Mittelmeerraum eingewandert und breitet sich seit einigen Jahren in ganz Deutschland aus. Beide sind harmlose Insektenjäger.

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