Sparsames Netz an einer Gartenhaus-Ecke als Hinweis auf den harmlosen Weberknecht
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Weberknecht: keine echte Spinne und völlig harmlos

Der Weberknecht mit den extrem langen Beinen wird ständig für eine Spinne gehalten. Tatsächlich ist er keine echte Spinne, besitzt keine Giftdrüsen und ist völlig harmlos.

Kaum ein Tier wird so hartnäckig falsch eingeordnet wie der Weberknecht. Wegen seiner fadenlangen Beine landet er in vielen Köpfen unter "Spinne" – und löst entsprechende Unruhe aus. Dabei ist er nicht nur harmlos, sondern streng genommen gar keine echte Spinne. Dieser Beitrag räumt mit den Missverständnissen auf.

Keine echte Spinne

Der Weberknecht (Ordnung Opiliones) gehört zwar wie die Webspinnen zur großen Gruppe der Spinnentiere, bildet aber eine eigene Ordnung. Der entscheidende Unterschied liegt im Körperbau: Bei echten Spinnen ist der Körper deutlich in Vorder- und Hinterkörper geteilt. Beim Weberknecht sind beide Abschnitte zu einer einzigen kompakten Kugel verschmolzen, auf der die langen Beine sitzen. Das macht ihn unverwechselbar – wenn man weiß, worauf man achten muss.

So erkennen Sie den Weberknecht

  • Körper: ein einziger, kleiner ovaler bis kugeliger Körperteil ohne Einschnürung.
  • Beine: acht extrem lange, dünne Beine, vielfach länger als der Körper.
  • Kein Netz: Weberknechte spinnen nicht und bauen keine Fangnetze.
  • Aufenthalt: bevorzugt im Freien an Hauswänden, in Gärten und Schuppen, nur selten tief im Wohnraum.

Warum er mit der Zitterspinne verwechselt wird

Die häufigste Verwechslung betrifft die Große Zitterspinne, die ebenfalls überlange, dünne Beine hat. Hier hilft ein klarer Blick auf zwei Merkmale: Die Zitterspinne hat einen zweigeteilten Körper und hängt kopfüber in einem Netz. Der Weberknecht hat einen ungeteilten Körper und baut kein Netz. Wer beide einmal nebeneinander gesehen hat, verwechselt sie nie wieder. Mehr zur Zitterspinne im Beitrag Zitterspinne an der Decke.

Ist der Weberknecht giftig?

Nein. Anders als echte Spinnen besitzt der Weberknecht keine Giftdrüsen. Er kann den Menschen weder gefährlich beißen noch vergiften. Die weit verbreitete Behauptung, der Weberknecht sei eines der giftigsten Tiere der Welt, seine Mundwerkzeuge seien nur zu klein zum Zubeißen, ist ein zählebiger Mythos ohne wissenschaftliche Grundlage. Tatsächlich ist der Weberknecht eines der harmlosesten Tiere, denen man im und am Haus begegnen kann.

Der Weberknecht hat keine Giftdrüsen, spinnt kein Netz und ist keine echte Spinne. Harmloser geht es kaum.

Wie viele Beine, wie viele Augen?

Auch beim Weberknecht gilt: acht Beine, wie bei allen Spinnentieren. Anders als echte Spinnen mit ihren meist acht Augen besitzt der Weberknecht in der Regel nur zwei Augen, die auf einem kleinen Höcker oben auf dem Körper sitzen. Sein Sehvermögen ist eher schwach; er orientiert sich vor allem über das zweite, oft besonders lange Beinpaar, das er wie Fühler einsetzt, um die Umgebung abzutasten. Diese Tastbeine erklären auch das charakteristische, fast schwebende Bewegungsmuster.

Wie er lebt und was er frisst

Weberknechte sind nützliche Aufräumer. Sie ernähren sich von kleinen Insekten, Milben, abgestorbenem Pflanzenmaterial und Pilzresten und tragen so zum natürlichen Kreislauf bei. Eine Besonderheit ist ihre Verteidigung: Bei Gefahr können sie ein Bein abwerfen, das noch eine Weile zuckt und so den Angreifer ablenkt – das verlorene Bein wächst allerdings nicht nach. Manche Arten geben bei Bedrohung außerdem ein leicht riechendes Sekret ab.

Warum man Weberknechte manchmal in Gruppen sieht

Im Spätsommer und Herbst kann man an schattigen, feuchten Hauswänden, unter Vordächern oder in Schuppen manchmal mehrere Weberknechte dicht beieinander beobachten. Diese Ansammlungen wirken auf manche Menschen befremdlich, sind aber völlig harmlos. Die Tiere suchen gemeinsam geschützte, feuchte Plätze auf – ein normales Verhalten, das keinerlei Anlass zur Sorge gibt. Sobald die Bedingungen sich ändern, lösen sich solche Gruppen wieder auf.

Wo Weberknechte leben

Weberknechte sind in erster Linie Tiere der Dämmerung und der Nacht und bevorzugen feuchte, schattige Lebensräume. Man findet sie an Hauswänden, in Gärten, an Komposthaufen, in Kellern, Schuppen und unter Steinen oder Totholz. In trockene, geheizte Wohnräume verirren sie sich nur selten und halten sich dort nicht lange, weil ihnen die nötige Feuchtigkeit fehlt. Ihre lange, dünne Beinstellung erlaubt es ihnen, sich flach über Oberflächen zu bewegen und Unebenheiten gut zu überwinden.

Muss man Weberknechte bekämpfen?

Auf keinen Fall ist eine Bekämpfung nötig. Verirrt sich ein Weberknecht ins Haus, setzen Sie ihn einfach nach draußen – wegen der empfindlichen Beine am besten, indem Sie ihn vorsichtig in ein Glas locken, statt ihn anzufassen. Da er kein Netz baut und sich kaum dauerhaft in Wohnräumen ansiedelt, erübrigen sich weitere Maßnahmen. Allgemeine Tipps, wie weniger Tiere ins Haus gelangen, finden Sie im Beitrag Spinnen fernhalten.

Häufige Fragen

Ist der Weberknecht eine Spinne?

Nein. Der Weberknecht gehört zwar wie die Spinnen zu den Spinnentieren, ist aber keine echte Webspinne, sondern eine eigene Ordnung. Sein Körper bildet eine einzige Kugel ohne Einschnürung, und er spinnt kein Netz.

Ist der Weberknecht giftig?

Nein. Der Weberknecht besitzt keine Giftdrüsen und kann den Menschen weder gefährlich beißen noch vergiften. Die Behauptung, er sei hochgiftig und nur zu klein zum Zubeißen, ist ein Mythos ohne wissenschaftliche Grundlage.

Wie unterscheide ich Weberknecht und Zitterspinne?

Der Weberknecht hat einen ungeteilten, kugeligen Körper und baut kein Netz. Die Zitterspinne hat einen zweigeteilten Körper und hängt kopfüber in einem Netz. Weberknechte halten sich zudem meist im Freien auf.

Was frisst ein Weberknecht?

Weberknechte ernähren sich von kleinen Insekten, Milben sowie abgestorbenem Pflanzenmaterial und Pilzresten. Sie sind nützliche Aufräumer und tragen zum natürlichen Kreislauf bei.

Muss ich Weberknechte aus dem Haus bekämpfen?

Nein. Setzen Sie ein verirrtes Tier einfach nach draußen, am besten mit einem Glas, statt es anzufassen. Da Weberknechte kein Netz bauen und sich kaum dauerhaft in Wohnräumen ansiedeln, sind keine weiteren Maßnahmen nötig.

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