Feines Netz der Zitterspinne an der Zimmerdecke über einer Lampe
Ratgeber / Spinnen / Zitterspinne an der Decke: erkennen und einordnen

Zitterspinne an der Decke: erkennen und einordnen

Die Große Zitterspinne hängt kopfüber in nahezu jedem Haushalt an der Decke. Trotz ihres zarten Aussehens ist sie eine erfolgreiche Jägerin und für Menschen völlig harmlos.

Die filigrane Spinne mit den überlangen Beinen in der Zimmerecke kennt fast jeder: Es ist die Große Zitterspinne (Pholcus phalangioides), eine der häufigsten Hausspinnen Deutschlands. Sie lebt in nahezu jedem Haushalt und ist trotz ihres unheimlich wirkenden Aussehens absolut harmlos – und sogar ausgesprochen nützlich.

So erkennen Sie die Zitterspinne

  • Körper: klein, zierlich und fast durchscheinend, deutlich in Vorder- und Hinterkörper geteilt.
  • Beine: extrem lang, dünn und fadenartig, vielfach länger als der Körper selbst.
  • Sitzplatz: hängt kopfüber in einem unregelmäßigen Netz an Zimmerdecken, in Ecken, Kellern und Treppenhäusern.
  • Verhalten: Bei Störung versetzt sie sich blitzschnell in zitternde, kreisende Schwingungen – daher der Name.

Warum sie zittert

Das namensgebende Zittern ist eine clevere Verteidigung. Wird die Spinne gestört, schwingt sie ihr Netz so schnell, dass ihre Umrisse verschwimmen und sie für Angreifer kaum noch zu fassen ist. Für den Menschen ist dieses Verhalten harmlos und eher faszinierend als bedrohlich.

Eine erfolgreiche Jägerin

So zart die Zitterspinne wirkt, so effektiv jagt sie. In ihrem fast unsichtbaren Netz fängt sie kleine Fliegen, Mücken und Motten. Bemerkenswert: Sie erbeutet auch andere Spinnen, darunter sogar deutlich größere Arten wie die Hauswinkelspinne. Dazu dringt sie geschickt in fremde Netze ein oder lockt die Bewohner an. Damit reguliert sie ganz nebenbei den Spinnenbestand im Haus. Mehr zu diesem natürlichen Nutzen im Beitrag Harmlos und nützlich.

Ist die Zitterspinne giftig?

Die Zitterspinne besitzt wie fast alle Spinnen Gift, mit dem sie ihre Beute lähmt. Dieses Gift tötet zwar Insekten, stellt für den Menschen aber keine Gefahr dar. Die verbreitete Behauptung, ihr Gift sei hochgiftig, ihre Kieferklauen aber zu kurz, um Menschen zu beißen, gehört ins Reich der Mythen und ist wissenschaftlich nicht belegt. Fakt ist schlicht: Von der Zitterspinne geht für den Menschen keinerlei Gefahr aus. Die Hintergründe zu solchen Behauptungen ordnet der Beitrag Hausmittel und Mythen im Check ein.

Die Zitterspinne ist für Menschen absolut harmlos – und gleichzeitig eine der nützlichsten Mitbewohnerinnen, die man haben kann.

Wo die Zitterspinne lebt

Die Zitterspinne ist ein echter Kulturfolger: Sie lebt fast ausschließlich in und an Gebäuden und ist auf das warme, frostfreie Raumklima angewiesen. Ihre bevorzugten Plätze sind ruhige Zimmerecken, besonders über Türen und in Fensternischen, dazu Keller, Treppenhäuser und selten genutzte Räume. Dort baut sie ihr unregelmäßiges Netz und bleibt oft über lange Zeit am selben Ort. Weil sie sich kaum bewegt und das Netz fast unsichtbar ist, übersieht man sie leicht – bis sie bei einer Störung plötzlich zu zittern beginnt.

Wie alt wird die Zitterspinne?

Unter den geschützten Bedingungen im Haus kann die Große Zitterspinne erstaunlich alt werden und mehrere Jahre überdauern. Sie pflanzt sich im Gebäude fort, wobei das Weibchen den lockeren Eiballen mit den Eiern in den Kieferklauen trägt und ständig bewacht. Die geschlüpften Jungspinnen bleiben anfangs in der Nähe der Mutter, bevor sie sich verteilen. Diese enge Brutpflege ist bei Spinnen bemerkenswert und ein Grund, warum sich die Art in Häusern so dauerhaft hält.

Verwechslung mit dem Weberknecht

Wegen der langen, dünnen Beine wird die Zitterspinne ständig mit dem Weberknecht verwechselt. Der entscheidende Unterschied: Die Zitterspinne hat einen klar zweigeteilten Körper und baut ein Netz, in dem sie kopfüber hängt. Der Weberknecht hat einen ungeteilten, kugeligen Körper, ist keine echte Spinne und spinnt überhaupt kein Netz. Außerdem hält sich der Weberknecht meist im Freien auf. Die Details erklärt der Beitrag Weberknecht: keine echte Spinne.

Was tun, wenn man sie nicht im Haus haben möchte?

Wer auf die Zitterspinne verzichten will, entfernt ihr Netz mit einem Besen oder Staubsauger und setzt das Tier nach draußen. Da sie sich gern in ruhigen, ungestörten Ecken niederlässt, hilft regelmäßiges Abwischen dieser Stellen, um eine Neuansiedlung zu verhindern. Chemische Mittel sind bei dieser harmlosen Art unnötig. Schonende Methoden beschreibt der Beitrag Spinnen selbst loswerden, ohne sie zu töten. Bedenken Sie aber: Wer die Zitterspinne lässt, hat eine fleißige Helferin gegen Mücken und andere Insekten.

Häufige Fragen

Ist die Zitterspinne für Menschen gefährlich?

Nein. Die Zitterspinne ist für Menschen absolut harmlos. Ihr Gift wirkt nur gegen Insekten. Die Behauptung, ihr Gift sei hochgiftig, ist ein Mythos und wissenschaftlich nicht belegt.

Warum zittert die Zitterspinne?

Das schnelle Zittern ist eine Verteidigung: Wird sie gestört, schwingt sie ihr Netz so rasch, dass ihre Umrisse verschwimmen und sie für Angreifer kaum zu fassen ist. Für den Menschen ist das völlig harmlos.

Frisst die Zitterspinne andere Spinnen?

Ja. Sie erbeutet neben Fliegen, Mücken und Motten auch andere Spinnen, darunter sogar deutlich größere Arten wie die Hauswinkelspinne. Damit reguliert sie ganz nebenbei den Spinnenbestand im Haus.

Wie unterscheide ich Zitterspinne und Weberknecht?

Die Zitterspinne hat einen klar zweigeteilten Körper und baut ein Netz, in dem sie kopfüber hängt. Der Weberknecht hat einen ungeteilten, kugeligen Körper, ist keine echte Spinne und spinnt kein Netz.

Wie werde ich Zitterspinnen los?

Entfernen Sie das Netz mit Besen oder Staubsauger und setzen Sie das Tier nach draußen. Regelmäßiges Abwischen ruhiger Ecken verhindert eine Neuansiedlung. Chemische Mittel sind bei dieser harmlosen und nützlichen Art unnötig.

DIY gescheitert oder Befall zu groß? Über das BIOVEX-Netzwerk finden Sie den geprüften Fachbetrieb in Ihrer Stadt in NRW.
Standort finden
BIOVEX Schädlingsbekämpfung — der IHK-zertifizierte Fachverbund für professionelle Schädlingsbekämpfung in NRW. Mit eigenen Standorten im Ruhrgebiet und in Düsseldorf.
© BIOVEX Schädlingsbekämpfung · Inhaber Jasin Murati