Backstein-Fassade mit bröckelnden Mörtelfugen und kleinen Löchern als Nistplatz von Mauerbienen am Haus
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Mauerbienen in Fassade, Fenster und Mauerwerk

Wenn im Frühjahr kleine Bienen in Fassadenfugen, Fensterrahmen oder Rollladenkästen krabbeln, sind es meist Mauerbienen. Sie nutzen vorhandene Hohlräume, sind völlig friedlich, richten kaum Schäden an und stehen unter Naturschutz.

Was sind Mauerbienen?

Mauerbienen gehören zur Gattung Osmia und zählen zu den Wildbienen. Anders als Sandbienen graben sie nicht selbst, sondern nutzen bestehende Hohlräume: Mauerritzen, Fugen im Mauerwerk, Spalten in Fensterrahmen, Löcher in Holz oder die Röhren von Insektenhotels. Besonders häufig an Gebäuden ist die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta). Die 10 bis 15 Millimeter großen Weibchen haben einen schwarzen Vorderkörper und einen rotbraun behaarten Hinterleib und sind von Ende Februar bis Anfang Juni unterwegs, also schon sehr früh im Jahr.

So erkennen Sie Mauerbienen am Haus

  • Ort: einzelne Bienen, die in Fugen, Ritzen, Bohrlöchern oder Rollladenkästen verschwinden
  • Aussehen: kompakt, pelzig, oft schwarz-rotbraun, deutlich runder als eine Wespe
  • Verhalten: ruhiges Ein- und Ausfliegen, kein aggressives Anfliegen von Menschen
  • Zeit: vor allem im zeitigen Frühjahr
  • Spuren: verschlossene Hohlräume, deren Öffnung mit Lehm oder zerkautem Pflanzenmaterial verschlossen ist

Wer die Art nicht sicher zuordnen kann, findet Hilfe unter Bienenarten bestimmen. Zur Abgrenzung von Wespen hilft Biene oder Wespe.

Sind Mauerbienen gefährlich?

Nein. Mauerbienen sind solitär lebende Wildbienen und gelten als besonders friedlich. Sie verteidigen kein Volk, fliegen Menschen nicht aggressiv an und stechen praktisch nie. Selbst wenn man einer Biene sehr nahe kommt, reagiert sie eher mit Wegfliegen als mit einem Angriff. Für Bewohner, Kinder und Haustiere besteht im Normalfall keine Gefahr. Wie sich das Stichrisiko allgemein einordnet, beschreibt Bienenstich: Gefahr und Erste Hilfe.

Richten Mauerbienen Schäden an?

In aller Regel nicht. Mauerbienen graben kein neues Mauerwerk an und nagen keine Löcher, sie nutzen nur bereits vorhandene Spalten und Fugen. Wo sie einziehen, sind also meist schon offene Ritzen vorhanden, etwa in verwitterten Fugen oder undichten Anschlüssen. Die Biene ist damit eher ein Hinweis auf bestehende Hohlstellen als deren Ursache. Echte Bauschäden gehen von Mauerbienen praktisch nicht aus. Wie das bei Bienen generell aussieht, erklärt Richten Bienen Schäden am Haus an.

Mauerbienen sind kein Schädling, sondern wertvolle Frühbestäuber. Sie sind oft schon aktiv, wenn Honigbienen wegen der Kälte noch im Stock bleiben.

Warum Mauerbienen nützlich sind

Mauerbienen gehören zu den wertvollsten Bestäubern überhaupt. Weil sie schon im zeitigen Frühjahr fliegen, oft bevor Honigbienen wegen der Kälte überhaupt ausschwärmen, bestäuben sie früh blühende Obstbäume und Sträucher zuverlässig. Eine einzelne Mauerbiene bringt dabei erstaunlich viel Bestäubungsleistung, weil sie viele Blüten in kurzer Zeit anfliegt. Ihre Anwesenheit am Haus ist also vor allem für Garten- und Obstbesitzer ein Gewinn. Hinzu kommt: Ein Mauerbienen-Vorkommen verschwindet meist nach wenigen Wochen wieder von selbst, weil die Alttiere nach der Brutphase sterben und die nächste Generation erst im kommenden Frühjahr schlüpft. Wer die kurze, ruhige Flugzeit aushält, hat keinen dauerhaften Nachteil, sondern einen fleißigen Helfer im Garten.

Was ist erlaubt, was nicht?

Mauerbienen sind als Wildbienen nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Das Töten der Tiere oder das gezielte Zerstören und Verschließen besetzter Brutröhren während der aktiven Zeit ist in der Regel verboten und kann mit Bußgeldern geahndet werden. Auch Insektensprays sind tabu. Mehr dazu unter Bienen und Artenschutz.

Was Sie stattdessen tun können

Wer Mauerbienen aus bestimmten Bereichen heraushalten möchte, setzt auf Vorbeugung außerhalb der Brutzeit, ohne die Tiere zu schädigen:

  • Offene Fugen und Risse im Mauerwerk nach Ende der Flugzeit fachgerecht verschließen, wenn sichergestellt ist, dass keine Brut mehr darin sitzt.
  • Schadhafte Fugen und undichte Anschlüsse als bauliche Mängel beheben, das nützt auch der Bausubstanz.
  • Als Ausgleich ein Insektenhotel mit sauber gebohrten Hartholzlöchern von etwa 6 bis 8 Millimetern anbieten, damit die Bienen ein Ersatzquartier finden.

Bei Unsicherheit über die Art, den Zeitpunkt oder bei besetzten Brutröhren ist die Untere Naturschutzbehörde oder ein Wildbienen-Berater die richtige Anlaufstelle. Übersteigt die Situation klar das, was selbst lösbar ist, oder geht es um geschützte Arten an schwer zugänglichen Stellen, hilft das BIOVEX-Netzwerk bei der fachlichen Einschätzung weiter.

Das Wichtigste in Kürze

Mauerbienen nutzen vorhandene Hohlräume in Fassade, Fenster und Mauerwerk, graben aber selbst nichts an und richten kaum Schäden an. Sie sind friedlich, stechen praktisch nie und sind wertvolle Frühbestäuber. Da sie geschützt sind, ist Bekämpfung tabu. Wer sie loswerden möchte, verschließt offene Fugen erst nach der Flugzeit und bietet als Ersatz ein Insektenhotel an.

Häufige Fragen

Beschädigen Mauerbienen das Mauerwerk?

Praktisch nicht. Mauerbienen graben kein Mauerwerk an, sondern nutzen ausschließlich vorhandene Ritzen, Fugen und Hohlräume. Wo sie einziehen, sind also bereits offene Stellen vorhanden. Echte Bauschäden gehen von ihnen so gut wie nie aus.

Sind Mauerbienen in der Fassade gefährlich?

Nein. Mauerbienen sind solitär lebende, sehr friedliche Wildbienen. Sie verteidigen kein Volk, fliegen Menschen nicht aggressiv an und stechen praktisch nie. Für Bewohner, Kinder und Haustiere besteht im Normalfall keine Gefahr.

Darf ich Mauerbienen aus den Fugen entfernen?

Während der aktiven Brutzeit nicht. Mauerbienen sind geschützt, das Töten oder Zerstören besetzter Brutröhren ist in der Regel verboten. Offene Fugen dürfen erst verschlossen werden, wenn keine Brut mehr darin sitzt, üblicherweise nach Ende der Flugzeit.

Wie halte ich Mauerbienen vom Haus fern?

Indem man offene Fugen und Risse nach der Flugzeit fachgerecht verschließt und bauliche Mängel behebt. Als Ausgleich kann man ein Insektenhotel mit sauber gebohrten Hartholzlöchern von etwa 6 bis 8 Millimetern als Ersatzquartier anbieten.

Warum nisten Mauerbienen ausgerechnet an meinem Haus?

Weil dort passende Hohlräume vorhanden sind und im Umfeld natürliche Nistplätze fehlen. Offene Mauerfugen, Bohrlöcher oder Rollladenführungen bieten genau die Spaltgrößen, die Mauerbienen für ihre Brutkammern suchen.
Hinweis: Diese Art ist gesetzlich geschützt. Töten, Fangen oder Entfernen des Nestes kann verboten und bußgeldbewehrt sein — wenden Sie sich an die untere Naturschutzbehörde.
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