Imker-Ausrüstung mit Smoker, Stockmeißel und Schleier auf dem Tisch zur Frage Imker oder Kammerjäger bei Bienen
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Imker oder Kammerjäger? Wer Bienen richtig umsiedelt

Bei Honigbienen ist fast immer der Imker der richtige Ansprechpartner – er siedelt ein Volk lebend um, oft sogar kostenlos. Ein Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung kommt ins Spiel, wenn die Art unklar ist, das Nest schwer erreichbar in der Bausubstanz sitzt oder es sich doch um Wespen oder Hornissen handelt.

Imker oder Kammerjäger – warum die Wahl davon abhängt, wer da nistet

Die wichtigste Vorfrage lautet nicht „Imker oder Kammerjäger?", sondern „Was nistet da überhaupt?". Denn die Antwort entscheidet über den richtigen Fachmann. Bienen werden grundsätzlich nicht bekämpft, sondern umgesiedelt – sie stehen unter Naturschutz. Wer das verwechselt und ein geschütztes Volk töten lässt, riskiert ein Bußgeld. Eine erste Einordnung, ob Biene, Wespe oder Hornisse vor Ihnen ist, liefern die Beiträge Biene oder Wespe und Bienennest oder Wespennest.

Wann der Imker der richtige ist

Handelt es sich um Honigbienen – erkennbar etwa an einer frei hängenden Schwarmtraube oder einem regen Flugloch an Fassade oder Dach – ist der Imker erste Wahl. Für ihn ist ein eingefangener Schwarm ein wertvolles neues Volk. Deshalb:

  • holt ein Imker Schwärme häufig kostenlos oder gegen geringe Aufwandsentschädigung ab,
  • fängt er das Volk lebend ein und gibt ihm einen neuen Standort,
  • arbeitet er mit Schutzkleidung, Smoker und Schwarmkasten routiniert und ruhig.

Ideal ist der Imker bei einem frei zugänglichen Schwarm, etwa an einem Ast, einem Zaunpfahl oder einer offenen Fassade. Wie ein Imker dabei vorgeht, beschreibt der Beitrag Bienen umsiedeln: Ablauf.

Wann ein Fachbetrieb für Schädlingsbekämpfung gefragt ist

Nicht jeder Fall passt zum Imker. Ein im Artenschutz geschulter Fachbetrieb ist sinnvoll, wenn:

  • die Art unklar ist: Viele vermeintliche „Bienennester" sind in Wahrheit Wespen- oder Hornissennester. Wespen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen entfernt werden, Hornissen dagegen sind streng geschützt – die Beurteilung gehört in Fachhände.
  • das Nest in der Bausubstanz sitzt: Ein Volk tief im Rollladenkasten, im Mauerhohlraum oder unter dem Dach erfordert Bauteilöffnung, Höhenarbeit und das vollständige Entfernen der Waben – Aufgaben, die über das klassische Schwarmfangen hinausgehen.
  • kein Imker erreichbar ist oder die Umsiedlung mit baulichem Aufwand verbunden ist.

Viele Fachbetriebe arbeiten bei Bienen mit Imkern zusammen oder beherrschen die schonende Entnahme selbst. Entscheidend ist, dass das Tier nach Möglichkeit lebend umgesetzt und nicht vorschnell getötet wird.

Was beide Wege gemeinsam haben

Ob Imker oder Fachbetrieb – seriös ist, wer bei Bienen zuerst an Umsiedlung statt an Bekämpfung denkt. Kein seriöser Anbieter sprüht ein Honigbienenvolk einfach mit Insektizid ein. Achten Sie außerdem darauf:

  • klare Auskunft zur Art und zum geplanten Vorgehen vor Beginn,
  • nachvollziehbare Preisauskunft statt Fantasiepreis an der Tür – siehe Was kostet eine Bienen-Umsiedlung?,
  • Hinweis darauf, dass Bienen geschützt sind und nicht einfach vernichtet werden.
Faustregel: Honigbienen-Schwarm frei zugänglich? Imker. Art unklar, Nest in der Bausubstanz oder womöglich Wespe/Hornisse? Im Artenschutz geschulter Fachbetrieb.

Häufige Missverständnisse

Rund um die Frage „Imker oder Kammerjäger" halten sich ein paar Irrtümer, die im Ernstfall teuer oder ärgerlich werden:

  • „Der Kammerjäger macht das am schnellsten weg." – Bei Bienen geht es nicht ums schnelle Wegmachen, sondern ums fachgerechte Umsiedeln. Ein seriöser Betrieb nimmt sich die Zeit, das Tier zu sichern, statt es zu vernichten.
  • „Imker kommen nur für Honigbienen." – Stimmt im Kern: Wildbienen und Hummeln siedelt ein Imker normalerweise nicht um. Hier beraten Naturschutzbehörde oder Fachbetrieb, ob überhaupt ein Eingriff nötig ist – oft lautet die Antwort: einfach in Ruhe lassen.
  • „Ein Anbieter, der sofort sprüht, ist effektiv." – Im Gegenteil: Wer ein Honigbienenvolk vorschnell mit Insektizid behandelt, handelt unseriös und womöglich rechtswidrig.

Eine kurze Rückfrage am Telefon – „Wird umgesiedelt oder bekämpft? Was kostet das ungefähr?" – trennt seriöse von unseriösen Anbietern zuverlässig.

Der zeitliche Faktor

Gerade bei einem frei hängenden Schwarm zählt Tempo. Eine Schwarmtraube rastet oft nur wenige Stunden, bevor sie ein neues Zuhause sucht und weiterzieht. Wer schnell einen Imker erreicht, ermöglicht die einfachste und günstigste Umsiedlung. Ein etabliertes Volk in der Wand hat es dagegen weniger eilig – hier ist eine sorgfältige Planung wichtiger als Eile, weil Bauteilöffnung und vollständige Wabenentnahme vorbereitet sein wollen.

So finden Sie den passenden Ansprechpartner

Den nächsten Imker vermitteln örtliche Imkervereine, viele Feuerwehren und Kommunen führen Schwarmfänger-Listen. Für unklare oder bauliche Fälle wenden Sie sich an einen Fachbetrieb oder an die untere Naturschutzbehörde Ihrer Stadt, die bei geschützten Arten berät. Wie und wo Sie ein Nest melden, fasst der Beitrag Bienennest melden: NABU, Imker und Behörde zusammen. Das BIOVEX-Netzwerk übernimmt Fälle, in denen eine fachgerechte, artenschutzkonforme Lösung mit baulichem Aufwand nötig ist.

Häufige Fragen

Kostet die Bienen-Umsiedlung durch den Imker etwas?

Häufig nicht. Für einen Imker ist ein eingefangener Honigbienenschwarm ein wertvolles neues Volk, deshalb holt er frei zugängliche Schwärme oft kostenlos oder gegen eine geringe Aufwandsentschädigung ab. Aufwändige Fälle in der Bausubstanz können dagegen kostenpflichtig sein.

Wann brauche ich einen Fachbetrieb statt eines Imkers?

Wenn die Art unklar ist, das Nest schwer erreichbar in Mauer, Rollladenkasten oder Dach sitzt, Bauteile geöffnet werden müssen oder es sich womöglich um Wespen oder Hornissen handelt. Dann sind Beurteilung und schonende Entnahme Sache eines geschulten Fachbetriebs.

Darf ein Kammerjäger ein Bienenvolk einfach töten?

Nein. Bienen stehen unter Naturschutz und werden grundsätzlich umgesiedelt, nicht bekämpft. Ein seriöser Fachbetrieb arbeitet artenschutzkonform und setzt das Tier nach Möglichkeit lebend um.

Woher weiß ich, ob es Bienen oder Wespen sind?

Bienen sind behaart und gedrungen, Wespen schlank und glatt mit der typischen Wespentaille. Im Zweifel hilft ein Foto und die fachliche Einschätzung durch Imker, Fachbetrieb oder Naturschutzbehörde. Falsche Zuordnung führt schnell zu falschem Handeln.

Hinweis: Diese Art ist gesetzlich geschützt. Töten, Fangen oder Entfernen des Nestes kann verboten und bußgeldbewehrt sein — wenden Sie sich an die untere Naturschutzbehörde.
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