Aufgewölbter Erdgang quer über den Rasen als Spur eines Maulwurfs, mit frischem Maulwurfshügel am Ende
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Anzeichen und Spuren: Wie sich ein Maulwurf bemerkbar macht

Ein Maulwurf macht sich fast immer durch dieselben Anzeichen bemerkbar – allen voran seine Erdhügel. Wer die Spuren richtig liest, weiß, ob und wo das Tier aktiv ist.

Der Maulwurf lebt verborgen unter der Erde, doch er hinterlässt deutliche Spuren. Diese richtig zu deuten, ist der erste Schritt – egal, ob man das Tier nur beobachten oder, im erlaubten Rahmen, schonend vertreiben möchte. Da der Maulwurf eine besonders geschützte Art ist, lohnt sich vorher ohnehin immer ein genauer Blick.

Das Hauptanzeichen: die Erdhügel

Das mit Abstand häufigste und sicherste Zeichen sind die Maulwurfshügel – kegelförmige Haufen aus feiner, krümeliger Erde, die in lockerer Reihe über den Garten verteilt sind. Sie entstehen, weil der Maulwurf den Aushub aus seinen Gängen nach oben schiebt. Wie sich diese Hügel von Wühlmaus-, Ameisen- oder Regenwurmhügeln unterscheiden, erklären wir ausführlich im Beitrag Maulwurfshügel erkennen.

Weitere Spuren über und unter der Erde

Neben den Hügeln gibt es weitere Hinweise:

  • Aufgewölbte Oberflächengänge: Bei lockeren oder feuchten Böden zeichnen sich die oberflächennahen Jagdgänge als leicht erhabene, linienförmige Wülste im Rasen ab. Tritt man darauf, geben sie nach.
  • Weiche, hohle Stellen im Boden: Über den Tunneln fühlt sich der Boden manchmal weich oder federnd an.
  • Wandernde Hügel: Kommen über Tage neue Hügel hinzu oder verlagern sie sich, ist das ein Zeichen frischer Aktivität.
  • Beschädigte Rasennarbe: Direkt über flachen Gängen kann der Rasen austrocknen, weil die Wurzeln den Bodenkontakt verlieren.

Das Tier selbst bekommt man dagegen so gut wie nie zu sehen. Maulwürfe kommen nur ausnahmsweise an die Oberfläche, etwa wenn Jungtiere abwandern oder bei sehr nassem Boden.

Wie unterscheidet sich das von Wühlmausspuren?

Der wichtigste Unterschied liegt nicht in einer einzelnen Spur, sondern im Gesamtbild. Maulwürfe sind reine Fleischfresser – intakte Pflanzen sind daher ein starkes Indiz. Findet man dagegen angefressene Wurzeln, abgestorbene Pflanzen oder leergeräumte Beete neben den Hügeln, ist meist eine Wühlmaus am Werk. Die genaue Abgrenzung samt Verwühlprobe steht im Beitrag Maulwurf oder Wühlmaus?

Wann zeigen sich die meisten Spuren?

Maulwürfe sind ganzjährig aktiv. Auffällig viele frische Hügel erscheinen im Frühjahr (Gangausbau, Paarungszeit) und im Herbst (Jungtiere suchen eigene Reviere). Bei Trockenheit im Hochsommer und bei Frost ziehen sich die Tiere in tiefere Bodenschichten zurück und werfen weniger Erde aus – verschwunden sind sie dann aber nicht. Nach Regen, wenn der Boden weich ist und Regenwürmer nach oben kommen, steigt die Grabaktivität oft wieder spürbar an.

Spuren richtig deuten – ein praktischer Blick

Um die Aktivität einzuschätzen, hilft es, die Hügel über ein paar Tage zu beobachten:

  1. Vorhandene Hügel einebnen oder markieren.
  2. Nach zwei bis drei Tagen prüfen, ob neue Hügel entstanden sind.
  3. Lage und Richtung der neuen Hügel notieren – sie zeigen den Verlauf der Hauptgänge.

So erkennt man, ob das Tier noch da und wie groß sein aktives Revier ist. Ein einzelner Maulwurf bewohnt rund 2.000 Quadratmeter; mehrere Tiere auf engem Raum sind eher die Ausnahme, weil Maulwürfe Einzelgänger sind und ihr Revier verteidigen.

Spuren bei verschiedenen Bodenarten

Wie deutlich sich ein Maulwurf zeigt, hängt stark vom Boden ab. In lockeren, humusreichen Böden sind die Hügel groß und zahlreich, weil das Graben leichtfällt. In schweren, lehmigen Böden sind die Haufen kompakter und seltener. Auf sehr trockenen oder steinigen Flächen meidet der Maulwurf oft die oberen Schichten und gräbt tiefer – dann sieht man tagelang gar nichts, obwohl das Tier da ist. Auch die Witterung spielt mit: Nach Regen, wenn Regenwürmer nach oben wandern, nimmt die Grabaktivität spürbar zu, in Hitzeperioden geht sie zurück.

Frische und alte Spuren unterscheiden

Frische Hügel erkennt man an dunkler, feuchter, krümeliger Erde, ältere an verkrusteter, ausgetrockneter oder bereits bewachsener Oberfläche. Wer einschätzen will, ob das Tier noch aktiv ist, ebnet die vorhandenen Hügel ein und prüft nach einigen Tagen, ob neue hinzukommen – ein einfacher, tierschonender Test ohne jedes Hilfsmittel.

Was die Spuren nicht bedeuten

Viele Hügel wirken auf den ersten Blick wie eine Invasion – tatsächlich steckt meist nur ein einziges Tier dahinter, das ein großes Gangsystem unterhält. Auch heißt eine hohe Hügelzahl nicht, dass im Garten ein „Schaden" entsteht: Der Maulwurf frisst keine Pflanzen, sondern Bodenschädlinge, und lockert ganz nebenbei den Boden. Mehr dazu im Beitrag Welche Schäden richtet ein Maulwurf an?. Wer die Hügel dennoch stören findet, darf sie einebnen – das Tier selbst ist jedoch geschützt.

Häufige Fragen

Wie viele Maulwürfe sind in meinem Garten, wenn ich viele Hügel sehe?

Meist nur einer. Ein einzelner Maulwurf unterhält ein weitverzweigtes Gangsystem von rund 2.000 Quadratmetern und wirft an vielen Stellen Erde aus. Mehrere Tiere auf engem Raum sind selten, weil Maulwürfe Einzelgänger sind.

Woran erkenne ich, ob der Maulwurf noch aktiv ist?

Ebnen Sie die Hügel ein oder markieren Sie sie und prüfen Sie nach zwei bis drei Tagen, ob neue hinzugekommen sind. Frische, dunkle Erde bedeutet aktuelle Grabtätigkeit.

Sieht man auch die Gänge an der Oberfläche?

Bei lockeren oder feuchten Böden ja. Die oberflächennahen Jagdgänge zeichnen sich dann als leicht erhabene, linienförmige Wülste im Rasen ab, die beim Drauftreten nachgeben.

In welcher Jahreszeit sieht man die meisten Spuren?

Im Frühjahr und Herbst. Im Frühjahr bauen die Tiere ihre Gänge aus, im Herbst suchen Jungtiere eigene Reviere. Bei Trockenheit und Frost graben Maulwürfe tiefer und werfen weniger Erde aus.

Bedeuten viele Hügel auch viel Schaden?

Nein. Der Maulwurf frisst keine Pflanzen, sondern Bodenschädlinge. Die Hügel sind ein optisches Ärgernis, richten aber keinen Schaden an den Pflanzen an. Mehr dazu im Beitrag Welche Schäden richtet ein Maulwurf an?

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