Reihe gleichmäßig geformter kegelförmiger Maulwurfshügel mit frischer dunkler Erde auf einem grünen Rasen
Ratgeber / Maulwurf / Maulwurfshügel erkennen: Aussehen, Form und Anordnung

Maulwurfshügel erkennen: Aussehen, Form und Anordnung

Der Maulwurfshügel ist das untrüglichste Zeichen für einen Maulwurf im Garten. An Aussehen, Form und Anordnung der Hügel lässt sich das Tier sicher von Wühlmaus und Co. unterscheiden.

Weil man den Maulwurf selbst kaum je zu Gesicht bekommt, sind seine Erdhügel die wichtigste Spur. Doch nicht jeder Erdhaufen im Rasen stammt von einem Maulwurf. Wer die typischen Merkmale kennt, kann den Verursacher meist schon auf den ersten Blick bestimmen – und damit auch entscheiden, ob überhaupt Handlungsbedarf besteht.

So sieht ein typischer Maulwurfshügel aus

Ein klassischer Maulwurfshügel hat mehrere unverwechselbare Eigenschaften:

  • Form: kegel- bis kuppelförmig, rund und relativ hoch – oft 10 bis 40 Zentimeter, je nach Bodenart und Tiefe des Gangs.
  • Material: feine, lockere, krümelige Erde ohne Wurzel- oder Pflanzenreste. Sie wird beim Graben von unten nach oben geschoben.
  • Gangöffnung: der Zugang mündet senkrecht von unten mittig in den Hügel. Trägt man die Erde vorsichtig ab, findet man das Loch in der Mitte.

Der Maulwurf schiebt die Erde aus dem Tunnel nach oben, weil im engen Gangsystem kein Platz für den Aushub ist. Die feine Erde ist übrigens schädlingsfrei und ein hervorragendes Substrat – viele Gärtner nutzen sie als Blumen- oder Anzuchterde.

Die Anordnung verrät den Maulwurf

Ein einzelnes Tier legt unter der Erde ein weitverzweigtes Gangsystem an. An der Oberfläche zeigt sich das durch mehrere Hügel, die in einer Linie oder lockeren Reihe über den Garten verteilt sind – sie folgen dem Verlauf der Tunnel. Typisch ist außerdem, dass die Hügel über Tage und Wochen „wandern": Es kommen neue hinzu, während ältere bestehen bleiben. Diese fortlaufende Aktivität ist ein sicheres Zeichen, dass das Tier noch da ist.

Wann erscheinen die meisten Hügel?

Maulwürfe sind das ganze Jahr über aktiv und halten keinen Winterschlaf. Besonders viele frische Hügel sieht man im Frühjahr und Herbst, wenn die Tiere ihre Gänge ausbauen oder Jungtiere eigene Reviere gründen. In trockenen Sommern und bei gefrorenem Boden ziehen sich die Tiere in tiefere Schichten zurück und werfen weniger Erde aus.

Abgrenzung zu anderen Erdhügeln

Mehrere Tiere hinterlassen ähnliche Spuren – die wichtigste Abgrenzung ist die zur Wühlmaus:

  • Wühlmaushügel sind flacher, oft länglich und enthalten meist Wurzelreste. Die Gangöffnung liegt seitlich, nicht mittig.
  • Ameisenhaufen bestehen aus feinem Sand oder Pflanzenmaterial und sind von vielen Insekten belebt.
  • Regenwurmhäufchen sind nur wenige Zentimeter groß und bestehen aus gewundenen Erdwürstchen.

Die genaue Unterscheidung von Maulwurf und Wühlmaus – inklusive der unschädlichen Verwühlprobe – erklären wir im Beitrag Maulwurf oder Wühlmaus?. Welche weiteren Spuren ein Maulwurf hinterlässt, lesen Sie unter Anzeichen und Spuren.

Was die Hügel über die Aktivität verraten

Die Hügel sind nicht nur zur Bestimmung nützlich, sie zeigen auch, wie aktiv das Tier ist. Frische, dunkle, feuchte Erde bedeutet aktuelle Grabtätigkeit. Hügel, die schon flach gedrückt, bewachsen oder ausgetrocknet sind, stammen aus früherer Zeit. Wenn über mehrere Wochen keine neuen Hügel mehr hinzukommen, ist der Maulwurf möglicherweise weitergezogen – sein Revier umfasst rund 2.000 Quadratmeter, in nahrungsarmen Lagen noch mehr.

Wie viele Hügel macht ein einzelnes Tier?

Eine verbreitete Fehleinschätzung ist, dass viele Hügel auf viele Maulwürfe schließen lassen. Tatsächlich produziert ein einziges Tier im Lauf von Wochen erstaunlich viele Haufen, weil es sein Gangsystem ständig erweitert und unterhält. Da Maulwürfe ausgeprägte Einzelgänger sind und ihr Revier verteidigen, lebt in einem normalen Hausgarten in aller Regel nur ein Maulwurf – selbst wenn ein Dutzend Hügel den Eindruck einer ganzen Kolonie erweckt. Wer die Hügel über einige Tage beobachtet, erkennt am Verlauf neuer Haufen meist die Hauptachsen eines einzigen, zusammenhängenden Gangsystems.

Hügel als Standortwahl des Maulwurfs

Auffällig ist oft, dass Hügel an bestimmten Stellen gehäuft auftreten – etwa entlang von Beeträndern, unter Hecken oder an feuchteren Bereichen. Dort ist das Nahrungsangebot an Regenwürmern und Larven besonders gut, weshalb der Maulwurf dort intensiver gräbt. Die Verteilung der Hügel gibt also auch Hinweise darauf, wo der Boden besonders lebendig ist.

Wichtig vor dem Eingreifen

So störend die Hügel auf dem gepflegten Rasen wirken: Der Maulwurf ist eine besonders geschützte Art. Das bloße Einebnen der Hügel ist erlaubt, das Tier selbst darf aber nicht gefangen, verletzt oder getötet werden. Wer den Maulwurf loswerden möchte, ist auf schonende, vergrämende Methoden beschränkt. Mehr dazu in den Beiträgen Rechtslage und Artenschutz und Rasen reparieren.

Häufige Fragen

Wie hoch wird ein Maulwurfshügel?

Je nach Bodenart und Tiefe des Gangs erreichen Maulwurfshügel meist 10 bis 40 Zentimeter Höhe. Sie sind damit deutlich höher und kegelförmiger als die flachen Hügel einer Wühlmaus.

Wo liegt die Gangöffnung beim Maulwurfshügel?

Mittig. Der Gang mündet senkrecht von unten in die Mitte des Hügels. Bei der Wühlmaus liegt die Öffnung dagegen meist seitlich.

Warum stehen mehrere Maulwurfshügel in einer Reihe?

Weil sie dem Verlauf des unterirdischen Gangsystems folgen. Ein einzelner Maulwurf legt ein weitverzweigtes Tunnelnetz an und schiebt den Aushub an mehreren Stellen nach oben – daher die linienförmige Anordnung.

Kann man die Erde aus Maulwurfshügeln verwenden?

Ja. Die feine, krümelige Erde ist schädlingsfrei und eignet sich gut als Blumen- oder Anzuchterde. Viele Gärtner sammeln sie gezielt ein, bevor sie die Hügel einebnen.

Wie erkenne ich, ob der Maulwurf noch aktiv ist?

An frischen Hügeln mit dunkler, feuchter Erde. Kommen über Tage neue Hügel hinzu oder wandern sie, ist das Tier aktiv. Bleiben alle Hügel flach gedrückt und ausgetrocknet, ist der Maulwurf möglicherweise weitergezogen.

DIY gescheitert oder Befall zu groß? Über das BIOVEX-Netzwerk finden Sie den geprüften Fachbetrieb in Ihrer Stadt in NRW.
Standort finden
BIOVEX Schädlingsbekämpfung — der IHK-zertifizierte Fachverbund für professionelle Schädlingsbekämpfung in NRW. Mit eigenen Standorten im Ruhrgebiet und in Düsseldorf.
© BIOVEX Schädlingsbekämpfung · Inhaber Jasin Murati