Hauswinkelspinne (Große Winkelspinne) erkennen
Die Große Winkelspinne ist die klassische Hausspinne mit dem kräftigen, behaarten Körper. Sie wirkt furchteinflößend, ist aber harmlos und ein wertvoller Insektenjäger.
Wenn im Spätsommer eine große, schnelle Spinne über den Badezimmerboden huscht, ist es fast immer die Große Winkelspinne (Eratigena atrica), umgangssprachlich Hauswinkelspinne genannt. Mit ihrer Größe und Geschwindigkeit löst sie bei vielen Menschen Unbehagen aus – völlig zu Unrecht, denn sie ist harmlos und sogar nützlich.
So sieht die Hauswinkelspinne aus
- Körperbau: kräftig und behaart, der Körper allein wird etwa anderthalb bis knapp zwei Zentimeter groß.
- Beine: lang und kräftig, mit den Beinen erreicht sie eine Spannweite von mehreren Zentimetern.
- Färbung: bräunlich bis graubraun, der Hinterleib trägt eine typische hell-dunkle Fleckenzeichnung.
- Verhalten: nachtaktiv, tagsüber versteckt sie sich in ihrem Netz.
Das typische Trichternetz
Die Winkelspinne baut ein flächiges Trichternetz in ruhigen, dunklen Ecken: in Kellern, Garagen, hinter Schränken, in Fensternischen und Mauerwinkeln. Am hinteren Ende des Trichters lauert sie auf Beute. Gerät ein Insekt ins Netz, schießt sie blitzschnell hervor. Diese Netze sind oft das erste Anzeichen für ihre Anwesenheit – mehr dazu im Beitrag Spinnennetze und Spuren.
Warum sie nachts durchs Haus läuft
Die schreckhaften Begegnungen entstehen meist nachts und vor allem im Spätsommer und Herbst. Dann sind es überwiegend die Männchen, die ihr Netz verlassen und auf der Suche nach paarungsbereiten Weibchen durch die Wohnung wandern. Sie verirren sich dabei oft in Badewannen und Waschbecken, aus deren glatten Wänden sie nicht mehr herauskommen. Warum gerade der Herbst die Hochsaison ist, erklärt der Beitrag Spinnen im Herbst.
Ist die Hauswinkelspinne giftig oder gefährlich?
Nein. Die Hauswinkelspinne ist für den Menschen harmlos. Zwar besitzt sie wie fast alle Spinnen Gift, um ihre Beute zu lähmen, doch ihre Kieferklauen sind in aller Regel zu schwach, um die menschliche Haut zu durchdringen. Bisse sind extrem selten und für gesunde Menschen ohne ernsthafte Folgen. Von der Spinne geht keine Gefahr aus – im Gegenteil: Sie ist äußerst nützlich, weil sie Mücken, Silberfische, Mehlmotten und andere Insekten fängt. Eine ausführliche Einordnung gibt der Beitrag Sind Haus-Spinnen giftig oder gefährlich?.
Verwechslung mit der Nosferatu-Spinne
Die Hauswinkelspinne wird zunehmend mit der eingewanderten Nosferatu-Spinne verwechselt, die ähnlich groß und bräunlich ist. Der wichtigste Unterschied: Die Winkelspinne baut ein Trichternetz, die Nosferatu-Spinne jagt frei laufend und trägt die markante Zeichnung auf dem Vorderkörper. Die genauen Merkmale stellt der Beitrag Nosferatu-Spinne und Hauswinkelspinne unterscheiden gegenüber.
Wo sich die Hauswinkelspinne am liebsten aufhält
Die Winkelspinne bevorzugt ruhige, dunkle und wenig gestörte Orte. Typische Plätze sind Kellerecken, Garagen, Dachböden, Abstellräume, Fensternischen sowie Spalten hinter Schränken und Sockelleisten. Draußen findet man sie in Mauerwinkeln, unter Vordächern und in Holzstapeln. Von dort aus wandern die Tiere bei Bedarf in die Wohnräume. Wer weiß, wo sie sitzen, kann gezielt diese Stellen kontrollieren und Netze regelmäßig entfernen – das ist die wirksamste und schonendste Form, ihren Bestand niedrig zu halten.
Lebensweise und Lebensdauer
Hauswinkelspinnen sind ausgesprochen robust und können unter günstigen Bedingungen mehrere Jahre alt werden – ungewöhnlich lange für eine Hausspinne. Sie kommen wochenlang ohne Nahrung aus und überstehen auch trockene Phasen gut. Die Weibchen bleiben meist ihr Leben lang am selben Netz, während die Männchen im Spätsommer auf Partnersuche umherziehen. Nach der Paarung legt das Weibchen seinen Eikokon geschützt im Netz ab. Mehr zu diesem Zyklus im Beitrag Lebenszyklus und Vermehrung.
Was tun, wenn man sie nicht im Haus haben möchte?
Wer die Winkelspinne nicht dulden mag, setzt sie schonend nach draußen: ein Glas über das Tier stülpen, eine feste Karte darunterschieben und im Freien freilassen. Sie ist robust und übersteht den Umzug gut. Damit weniger Tiere nachkommen, helfen dichte Fenster und Türen, abgedichtete Ritzen sowie das regelmäßige Entfernen von Netzen. Praktische Tipps bündeln die Beiträge Spinnen fernhalten und Spinnen vorbeugen.
Eine Spinne, die sich auszahlt
So unheimlich die Hauswinkelspinne auf den ersten Blick wirkt: Wer sie gewähren lässt, hat einen kostenlosen, lautlosen Insektenjäger im Haus. Interessanterweise erbeutet sogar die viel zartere Zitterspinne gelegentlich Winkelspinnen – das natürliche Gleichgewicht regelt vieles von selbst. Mehr über die Vorteile im Beitrag Harmlos und nützlich.
Häufige Fragen
Ist die Hauswinkelspinne giftig?
Sie besitzt wie fast alle Spinnen Gift, um Beute zu lähmen, doch ihre Kieferklauen sind in der Regel zu schwach, um menschliche Haut zu durchdringen. Für den Menschen ist sie harmlos, Bisse sind extrem selten und ohne ernsthafte Folgen.
Warum läuft die Hauswinkelspinne nachts durch die Wohnung?
Im Spätsommer und Herbst verlassen vor allem die Männchen ihr Netz und wandern auf der Suche nach Weibchen durch das Haus. Dabei landen sie oft in Badewannen oder Waschbecken, aus denen sie an den glatten Wänden nicht mehr herauskommen.
Wie groß wird die Große Winkelspinne?
Der Körper allein wird etwa anderthalb bis knapp zwei Zentimeter groß. Mit den langen, kräftigen Beinen erreicht sie eine Spannweite von mehreren Zentimetern, was sie zu einer der größten Hausspinnen Deutschlands macht.
Wie unterscheide ich Hauswinkelspinne und Nosferatu-Spinne?
Die Hauswinkelspinne baut ein Trichternetz in Ecken und Kellern, die Nosferatu-Spinne jagt frei laufend ohne Netz und trägt eine markante dunkle Zeichnung auf dem Vorderkörper. Beide sind für Menschen harmlos.
Ist die Hauswinkelspinne nützlich?
Ja, sehr. Sie fängt Mücken, Silberfische, Mehlmotten und andere Insekten und hält so lästige Plagegeister im Haus in Schach. Wer sie duldet, hat einen kostenlosen Insektenjäger.