Wer hilft beim Wespennest? Feuerwehr, Imker oder Profi
Beim Wespennest ist meist der Schaedlingsbekaempfer der richtige Ansprechpartner, bei geschuetzten Arten die Untere Naturschutzbehoerde. Feuerwehr und Imker helfen nur in bestimmten Faellen - dieser Beitrag ordnet die Zustaendigkeiten.
"Wen ruft man eigentlich an, wenn ein Wespennest stoert?" Diese Frage fuehrt schnell zu Verwirrung, weil mehrere Stellen genannt werden. Tatsaechlich haengt der richtige Ansprechpartner von der Art des Insekts und der Dringlichkeit ab.
Die Untere Naturschutzbehoerde: erste Anlaufstelle bei Schutzfragen
Fuer grundsaetzliche Fragen und bei geschuetzten Arten ist die Untere Naturschutzbehoerde Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises die zentrale Stelle. Sie beraet telefonisch oder vor Ort, schaetzt die Lage ein und entscheidet bei besonders geschuetzten Arten wie der Hornisse ueber Ausnahmegenehmigungen. Wer unsicher ist, ob ueberhaupt eingegriffen werden darf, ist hier richtig. Hintergruende dazu liefert der Beitrag Stehen Wespen unter Naturschutz.
Der Schaedlingsbekaempfer: der haeufigste Weg
Geht es um die nicht besonders geschuetzten Arten - Deutsche oder Gemeine Wespe - und liegt ein vernuenftiger Grund vor, ist ein Fachbetrieb fuer Schaedlingsbekaempfung in den meisten Faellen die richtige Wahl. Er arbeitet professionell, kennt die Rechtslage, verfuegt ueber Schutzausruestung und kann je nach Lage entfernen oder schonend umsiedeln. Die Kosten bewegen sich meist im niedrigen dreistelligen Bereich - Details im Beitrag Wespennest entfernen lassen - Kosten.
Die Feuerwehr: nur im echten Notfall
Die Feuerwehr ist nicht der allgemeine Wespen-Notdienst. Sie rueckt in der Regel nur in Ausnahmefaellen aus - etwa wenn akute Gefahr fuer einen Allergiker besteht oder ein Nest einen Rettungs- oder Fluchtweg blockiert. Der Einsatz ist je nach Kommune kostenlos oder kostet eine Gebuehr (haeufig genannt werden 25 bis 60 Euro). Manche Staedte haben die Wespenbeseitigung jedoch ganz aus dem Leistungskatalog gestrichen - dann verweist die Feuerwehr an einen Fachbetrieb. Rufen Sie bei einem reinen Routinefall nicht die Notrufnummer an, sondern die Verwaltung oder einen Profi.
Faustregel: akute Gesundheitsgefahr oder blockierter Fluchtweg - Feuerwehr fragen. Alles andere - Naturschutzbehoerde oder Fachbetrieb.
Der Imker: meist der falsche Ansprechpartner
Imker werden oft zuerst genannt, sind bei Wespen aber meist nicht zustaendig. Ihr Fachgebiet sind Honigbienen, die sie - etwa bei einem Bienenschwarm - haeufig kostenlos einsammeln. Wespen gehoeren nicht dazu. Einige Imker haben sich allerdings auf Hornissen spezialisiert und bieten Umsiedlungen an. Bei einem Bienenschwarm ist der Imker richtig, bei einem klassischen Wespennest in der Regel nicht.
NABU und BUND: Hilfe bei geschuetzten Arten
Die Naturschutzverbaende NABU und BUND vermitteln vielerorts ehrenamtliche Wespen- und Hornissenberater. Sie beraten, schaetzen Nester ein und siedeln geschuetzte Voelker um - haeufig gegen eine kleine Aufwandsentschaedigung (oft im Bereich von 50 bis 100 Euro). Dieser Weg lohnt sich vor allem bei Hornissen und Wildbienen, also genau dort, wo ein Fachbetrieb ohnehin auf Erhalt statt Toetung setzt.
Hausverwaltung und Vermieter nicht vergessen
Wer zur Miete wohnt, sollte vor jedem Anruf bei einem Dienstleister zuerst den Vermieter oder die Hausverwaltung informieren. Die Beseitigung eines stoerenden Wespennests ist in der Regel deren Aufgabe und auf deren Kosten - eigenmaechtig beauftragte Einsaetze bleiben sonst oft am Mieter haengen. Die Einzelheiten dazu klaert der Beitrag Wespennest in der Mietwohnung. Auch das oertliche Umwelt- oder Ordnungsamt ist eine gute erste Adresse: Viele Kommunen fuehren Listen sachkundiger Fachbetriebe und ehrenamtlicher Berater und helfen bei der Einordnung, ob ein Eingriff ueberhaupt noetig und zulaessig ist.
So finden Sie den richtigen Ansprechpartner
- Art bestimmen: Wespe, Hornisse oder Biene? Hilfe gibt der Beitrag Wespe, Biene und Hornisse unterscheiden.
- Dringlichkeit einschaetzen: akute Gefahr oder Routinefall?
- Bei geschuetzter Art oder Unsicherheit: Untere Naturschutzbehoerde oder NABU/BUND.
- Bei zulaessigem Eingriff an Wespen: Fachbetrieb beauftragen.
- Bei akuter Gefahr fuer Leib und Leben: Feuerwehr kontaktieren.
So vermeiden Sie unnoetige Anrufe an der falschen Stelle - und sorgen dafuer, dass geschuetzte Arten nicht versehentlich zu Schaden kommen.
Häufige Fragen
Wen rufe ich bei einem Wespennest an?
Bei den ueblichen Wespenarten meist einen Fachbetrieb fuer Schaedlingsbekaempfung. Bei geschuetzten Arten wie Hornissen oder bei Unsicherheit die Untere Naturschutzbehoerde oder einen Wespenberater von NABU oder BUND. Die Feuerwehr nur im echten Notfall.
Entfernt die Feuerwehr Wespennester?
Nur in Ausnahmefaellen, etwa bei akuter Gefahr fuer einen Allergiker oder wenn ein Nest einen Fluchtweg blockiert. Der Einsatz ist je nach Kommune kostenlos oder gebuehrenpflichtig. Viele Staedte verweisen bei Routinefaellen an Fachbetriebe.
Hilft der Imker beim Wespennest?
Meist nicht. Imker sind fuer Honigbienen zustaendig, die sie oft kostenlos einsammeln. Wespen gehoeren nicht dazu. Einige Imker haben sich aber auf Hornissen spezialisiert und bieten dort Umsiedlungen an.
Ist die Hilfe beim Wespennest kostenlos?
Selten ganz. Ein Fachbetrieb kostet meist einen niedrigen dreistelligen Betrag. Ehrenamtliche Wespenberater arbeiten oft gegen eine kleine Aufwandsentschaedigung. Fuer Mieter ist die Beseitigung faktisch kostenfrei, weil der Vermieter zahlt.
An wen wende ich mich bei Hornissen oder Bienen?
An die Untere Naturschutzbehoerde oder an Wespen- und Hornissenberater von NABU oder BUND. Diese Arten sind besonders geschuetzt; ihre Nester duerfen nicht eigenmaechtig entfernt werden und werden in der Regel umgesiedelt statt getoetet.