Wespe, Biene, Hornisse und Hummel unterscheiden
Wespe, Biene, Hornisse und Hummel sehen sich auf den ersten Blick aehnlich, lassen sich aber an Taille, Behaarung, Faerbung und Groesse klar unterscheiden. Die richtige Einordnung schuetzt nuetzliche und teils streng geschuetzte Insekten.
Brummt es an der Hauswand, ist die erste Frage meist: Wespe oder etwas Harmloses? Die Unterscheidung lohnt sich, denn Bienen, Hummeln und Hornissen sind nuetzliche Bestaeuber und stehen unter Naturschutz - Hornissen und Wildbienen sogar unter besonderem Schutz. Wer sie verwechselt und vorschnell handelt, kann ein geschuetztes Volk zerstoeren.
Die vier Insekten im Vergleich
Wespe
Schlanker, glatter und glaenzender Koerper mit stark eingeschnuerter Wespentaille, intensives Schwarz-Gelb, gelbe Beine, Laenge etwa 11 bis 17 Millimeter. Geht im Spaetsommer ans Essen.
Biene
Gedrungener, deutlich behaarter Koerper, eher gelbbraun und matt gefaerbt. Honigbienen sind etwa so gross wie Wespen, wirken aber pelziger und ruhiger. Sie sammeln an Blueten und meiden den Esstisch.
Hummel
Rund, breit und dicht pelzig, mit langen Haaren und meist nur wenigen breiten gelb-orangenen und schwarzen Binden, oft mit hellem Hinterleibsende. Etwa 10 bis 23 Millimeter, sehr friedlich.
Hornisse
Die groesste heimische Wespe: Arbeiterinnen 18 bis 25 Millimeter, Koeniginnen bis 35 Millimeter, Faerbung rotbraun-gelb statt rein schwarz-gelb. Trotz der Groesse friedlicher als die kleinen Wespen.
Die sichersten Unterscheidungsmerkmale
- Taille: Wespen und Hornissen haben eine stark abgesetzte Taille, Bienen und Hummeln wirken gedrungen.
- Behaarung: Wespen und Hornissen sind glatt und glaenzend, Bienen und Hummeln deutlich pelzig.
- Faerbung: Wespen intensiv schwarz-gelb mit gelben Beinen, Hornissen rotbraun-gelb, Bienen gelbbraun, Hummeln schwarz mit wenigen Binden.
- Groesse: Hornissen sind deutlich groesser als alle anderen.
Pelzig und an Blueten = Biene oder Hummel. Glatt und am Essen = Wespe. Sehr gross und rotbraun = Hornisse. Im Zweifel aus Distanz fotografieren statt anfassen.
Auch die Nester verraten die Art
Ein Bienennest besteht aus offenen, sechseckigen Wachswaben ohne Huelle. Wespen- und Hornissennester dagegen sind aus einer papierartigen Masse gebaut und von einer Huelle umgeben. Hummeln nutzen oft vorhandene Hohlraeume wie Maeusenester. Mehr zur Nesterkennung steht im Beitrag Wespennest erkennen.
Warum die Unterscheidung rechtlich zaehlt
Alle vier Insektengruppen sind in Deutschland besonders oder allgemein geschuetzt. Fuer Hornissen, Wildbienen und Hummeln gilt: Toetung, Verletzung oder das Zerstoeren der Nester sind verboten und koennen mit empfindlichen Bussgeldern geahndet werden. Anleitungen zum Entfernen solcher Nester gibt es daher bewusst nicht. Wer ein Hornissen-, Hummel- oder Wildbienennest an einem unguenstigen Ort hat, wendet sich an die untere Naturschutzbehoerde, an den NABU oder an speziell geschulte Hornissenberater. Diese pruefen, ob das Nest bleiben kann oder fachgerecht umgesiedelt wird.
Selbst bei den laestigen Wespenarten gilt der allgemeine Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Welche Regeln im Einzelnen greifen, erklaert der Beitrag zu den geschuetzten Arten.
Stechverhalten im Vergleich
Auch das Verhalten unterscheidet die vier Gruppen deutlich:
- Bienen stechen nur in hoechster Not, weil sie dabei ihren Stachel und damit ihr Leben verlieren. Von einer Honigbiene geht am Esstisch praktisch keine Gefahr aus.
- Hummeln sind extrem friedlich und stechen nur, wenn man sie ergreift oder das Nest bedraengt.
- Hornissen verteidigen ihr Nest energisch, sind ausserhalb der Nestnaehe aber gelassen und gehen nicht ans Essen. Ihr Stich ist nicht giftiger als der einer Wespe.
- Wespen der beiden laestigen Arten sind die einzigen, die am Esstisch zudringlich werden - und das aus Hunger, nicht aus Angriffslust.
Wie hoch das Risiko eines Stichs wirklich ist, ordnet der Beitrag Sind Wespen gefaehrlich ein.
Warum sich Verwechslungen haeufen
Viele Verwechslungen entstehen, weil harmlose Insekten die Warnfaerbung der Wespe nachahmen. Schwebfliegen etwa sind voellig stachellos, tragen aber ein taeuschend aehnliches Schwarz-Gelb; man erkennt sie an nur einem Fluegelpaar, kurzen Fuehlern und der Faehigkeit, in der Luft auf der Stelle zu stehen. Auch manche Wildbienen wirken schlank und wenig behaart und werden faelschlich fuer Wespen gehalten - dabei sind gerade sie als Bestaeuber besonders schuetzenswert. Ein zweiter, ruhiger Blick lohnt sich daher fast immer.
Im Zweifel: erst bestimmen, dann handeln
Honigbienen, Wildbienen und Hummeln leisten als Bestaeuber unersetzliche Arbeit, Hornissen vertilgen grosse Mengen Insekten - auch Wespen. Eine falsche Bestimmung kostet diesen Tieren das Leben und Ihnen womoeglich ein Bussgeld. Deshalb steht immer die ruhige Beobachtung am Anfang. Wer unsicher bleibt, holt sich Rat bei Naturschutzbehoerde oder Fachbetrieb, bevor irgendetwas am Nest geschieht.
Häufige Fragen
Wie unterscheide ich eine Wespe von einer Biene?
Wespen sind glatt, glaenzend und haben eine stark eingeschnuerte Taille, Bienen sind pelzig und gedrungener und gelbbraun gefaerbt. Wespen gehen im Spaetsommer ans Essen, Bienen sammeln an Blueten.
Ist eine Hornisse gefaehrlicher als eine Wespe?
Nein. Hornissen sind zwar deutlich groesser, gelten aber als friedlicher als die kleinen Wespen und stechen vor allem zur Nestverteidigung. Ihr Stich ist nicht giftiger als der einer Wespe. Hornissen stehen unter besonderem Schutz.
Wie erkenne ich eine Hummel?
Hummeln sind rund, breit und sehr dicht pelzig, mit langen Haaren und meist nur wenigen breiten gelb-orangenen und schwarzen Binden. Sie sind ausgesprochen friedlich und wichtige Bestaeuber.
Darf ich ein Hornissen- oder Bienennest entfernen?
Nein, nicht eigenmaechtig. Hornissen, Wildbienen und Hummeln sind besonders geschuetzt, das Toeten der Tiere oder Zerstoeren der Nester ist verboten. Wenden Sie sich an die untere Naturschutzbehoerde, den NABU oder einen Hornissenberater.
Woran erkenne ich, welches Insekt das Nest gebaut hat?
Bienennester bestehen aus offenen, sechseckigen Wachswaben ohne Huelle. Wespen- und Hornissennester sind aus papierartiger Masse mit Huelle gebaut. Hummeln nutzen oft vorhandene Hohlraeume. Die Nestform ist ein guter Hinweis auf die Art.