Graues kugelförmiges Wespennest in der Ecke eines Dachbodens zwischen Holzsparren als typischer Standort
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Wespennest erkennen: Aussehen und typische Standorte

Wespennester bestehen aus einer papierartigen Masse und sind oft kugelig wie ein Fussball. An Farbe, Form und Standort laesst sich abschaetzen, welche Art baut und ob ueberhaupt Handlungsbedarf besteht.

Ein Wespennest fruehzeitig zu erkennen hat Vorteile: Im Fruehjahr ist es noch klein, das Volk schwach und eine Loesung leichter. Wer Form, Farbe und typische Standorte kennt, ordnet ein Nest besser ein - und vermeidet vorschnelle Eingriffe an harmlosen oder geschuetzten Voelkern.

So sieht ein Wespennest aus

Wespen bauen ihr Nest aus zerkauten Holzfasern und Speichel - einer papierartigen Masse, die je nach Holz unterschiedlich gefaerbt ist. Frische Nester sind faustgross, ausgewachsene erreichen leicht die Groesse eines Fussballs oder mehr. Charakteristisch ist die geschlossene Huelle, die das Innere mit den Waben schuetzt; nur ein Einflugloch bleibt offen.

Farbe als Hinweis auf die Art

  • Betongraues Nest: deutet auf die Deutsche Wespe hin.
  • Hellbraunes bis beiges Nest: spricht eher fuer die Gemeine Wespe.
  • Frei haengendes, graues Nest in Strauch oder unter dem Vordach: oft die friedliche Mittlere oder Saechsische Wespe.

Welche Art baut, laesst sich so eingrenzen; die Details stehen im Beitrag Wespenarten bestimmen.

Typische Standorte am und im Haus

Wespen suchen dunkle, trockene, geschuetzte und gleichmaessig temperierte Hohlraeume. Besonders beliebt sind:

  • Rollladenkaesten - dunkel, geschuetzt und angenehm temperiert, einer der haeufigsten Orte.
  • Dachboeden und Dachstuehle, vor allem bei Kaltdaechern mit Hohlraeumen.
  • Zwischen Klinker und Daemmung sowie hinter zweischaligem Mauerwerk, ueber Risse im Putz oder offene Fugen.
  • Gartenhaeuser, Schuppen, Carports und Dachvorspruenge.
  • Erdnester in Boeschungen oder verlassenen Maeusegaengen (vor allem Gemeine Wespe).
Ein regelmaessiger Ein- und Ausflug an einer Fassadenfuge, einem Rollladenkasten oder einem Dachspalt ist oft das deutlichste Zeichen fuer ein verstecktes Nest.

Verstecktes Nest erkennen

Nicht jedes Nest haengt sichtbar. Sitzt es im Mauerwerk oder im Rollladenkasten, sieht man oft nur den Flugverkehr an einer kleinen Oeffnung. Hinweise sind ein gleichbleibender An- und Abflug derselben Stelle, Geraeusche aus der Wand und kleine Schmutz- oder Bohrspuren. Wie man solche Indizien deutet, zeigt der Beitrag zu den Anzeichen und Spuren.

Nest gefunden - was nun?

Ein gefundenes Nest ist kein Grund zur Panik und kein Auftrag zum sofortigen Handeln. Pruefen Sie zuerst:

  1. Welche Art? Friedliche Arten und kleine Nester koennen oft einfach bleiben.
  2. Wie nah am Alltag? Ein Nest hoch unterm Dach stoert selten, eines neben der Haustuer oder am Kinderspielplatz eher.
  3. Bleibt Abstand moeglich? Solange niemand das Einflugloch kreuzt, bleiben Wespen meist friedlich.

Wichtig: Wespennester duerfen nicht eigenmaechtig zerstoert werden, und Hornissen- oder Bienennester sind besonders geschuetzt. Ob und wann eine Entfernung zulaessig ist, klaert der Beitrag Wespennest entfernen - erlaubt oder verboten. Bei einem grossen Nest an einem stark genutzten Ort ist die fachgerechte Beurteilung durch einen Profi der sichere Weg.

Innen- und Aussennester unterscheiden

Grob lassen sich zwei Bautypen unterscheiden. Frei haengende Nester in Straeuchern, unter Dachvorspruengen oder in Schuppen sind gut sichtbar, oft grau und stammen haeufig von friedlichen Arten. Verborgene Hohlraumnester in Rollladenkasten, Mauerwerk oder Erde sieht man dagegen nicht direkt - hier verraet nur der Flugverkehr die Lage, und es sind eher die laestigen Gemeinen und Deutschen Wespen am Werk. Diese Unterscheidung hilft, das tatsaechliche Konfliktpotenzial einzuschaetzen, noch bevor man die Art genau bestimmt.

Nestgroesse ueber die Saison einschaetzen

Die Groesse eines Nests verraet viel ueber den Zeitpunkt und den Handlungsspielraum. Im Fruehjahr ist ein Nest oft nur so gross wie eine Walnuss oder ein Tischtennisball - es enthaelt dann nur die Koenigin und wenige Arbeiterinnen. Ueber den Sommer waechst es bis zur Groesse eines Fussballs oder darueber hinaus, mit mehreren Tausend Tieren im August. Wer ein kleines Nest frueh entdeckt, hat es also mit einem schwachen Volk zu tun und mehr Optionen. Den biologischen Hintergrund beschreibt der Beitrag zum Lebenszyklus der Wespen.

Erdnester erkennen

Nicht jedes Nest haengt oder sitzt im Gebaeude. Vor allem die Gemeine Wespe nistet gern unterirdisch in verlassenen Maeusegaengen, unter Wurzeln oder in Boeschungen. Sichtbar ist dann nur ein kleines Loch im Boden, an dem reger Flugverkehr herrscht. Solche Erdnester sind beim Rasenmaehen oder Gartenarbeiten tueckisch, weil Erschuetterungen das Volk alarmieren. Wer ein Loch mit stetigem Wespenflug entdeckt, markiert die Stelle aus Abstand und meidet sie, statt sie zu betreten oder zu verschliessen.

Leeres Nest erkennen

Wespenvoelker leben nur eine Saison. Ab dem Herbst stirbt das Volk ab, und ein altes Nest wird im Folgejahr nicht wieder bezogen. Ein im Winter entdecktes Nest ist also in der Regel verlassen und harmlos. Eine Entfernung ist dann meist nur aus baulichen Gruenden noetig.

Häufige Fragen

Wie sieht ein Wespennest aus?

Es besteht aus einer papierartigen Masse aus zerkauten Holzfasern, ist von einer Huelle umgeben und oft kugelig bis fussballgross. Die Farbe reicht je nach Art und verwendetem Holz von betongrau bis hellbraun-beige.

Wo bauen Wespen am haeufigsten ihr Nest?

Bevorzugt in dunklen, trockenen, geschuetzten Hohlraeumen: in Rollladenkaesten, auf Dachboeden, hinter Verkleidungen und Mauerwerk, in Gartenhaeusern oder als Erdnest in Boeschungen. Rollladenkaesten gehoeren zu den haeufigsten Stellen.

Wie erkenne ich ein verstecktes Wespennest in der Wand?

Oft sieht man nur den Flugverkehr: ein gleichbleibender An- und Abflug derselben kleinen Oeffnung an Fuge, Rollladenkasten oder Dachspalt. Auch Geraeusche aus der Wand und kleine Schmutzspuren weisen darauf hin.

Kann ich an der Nestfarbe die Wespenart erkennen?

Die Farbe gibt einen Hinweis: betongraue Nester deuten auf die Deutsche Wespe, hellbraun-beige auf die Gemeine Wespe und frei haengende graue Nester oft auf friedliche Arten wie die Saechsische Wespe.

Wird ein altes Wespennest wieder bezogen?

Nein. Wespenvoelker leben nur eine Saison und sterben im Herbst ab. Ein altes Nest wird im Folgejahr nicht wiederbesiedelt. Ein im Winter entdecktes Nest ist in der Regel leer und harmlos.

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