Gelber Impfpass mit Impfampulle und Spritze für die FSME-Impfung gegen von Zecken übertragene Viren
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FSME: Symptome, Risikogebiete und Impfung im Überblick

FSME ist eine durch Zecken übertragene Virusinfektion, die das Nervensystem betreffen kann. Sie tritt vor allem in ausgewiesenen Risikogebieten auf, gegen die es im Gegensatz zur Borreliose eine wirksame Impfung gibt.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist nach der Borreliose die zweite wichtige durch Zecken übertragbare Erkrankung in Deutschland. Sie wird durch ein Virus verursacht und kann Hirnhaut und Gehirn betreffen. Anders als bei der Borreliose lässt sich gegen FSME impfen, eine ursächliche Behandlung des Virus gibt es dagegen nicht. Deshalb steht die Vorbeugung im Mittelpunkt.

Symptome der FSME

Die meisten Infektionen mit dem FSME-Virus verlaufen ohne Symptome. Kommt es zu Beschwerden, zeigen sie sich einige Tage bis wenige Wochen nach dem Stich, der Zeitraum liegt etwa zwischen 2 und 28 Tagen. Der Verlauf ist häufig zweiphasig:

  • Erste Phase: grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen.
  • Zweite Phase: bei einem Teil der Betroffenen folgt nach kurzer Besserung eine Beteiligung des zentralen Nervensystems, etwa als Hirnhaut- oder Gehirnentzündung mit Kopfschmerzen, hohem Fieber und neurologischen Ausfällen.

Schwere Verläufe sind möglich, besonders mit zunehmendem Alter. Da keine Behandlung gegen das Virus selbst existiert, kann nur symptomatisch versorgt werden. Wie sich FSME und Borreliose grundsätzlich unterscheiden, erklärt der Beitrag Wie gefährlich sind Zecken.

Risikogebiete in Deutschland

FSME tritt regional gehäuft auf. Das Robert Koch-Institut weist jährlich Landkreise als Risikogebiete aus. Für 2026 sind es insgesamt 185 Kreise, darunter zwei neu hinzugekommene. Schwerpunkte liegen in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen sowie in Teilen Brandenburgs und Sachsen-Anhalts. Einzelne Gebiete kommen über die Jahre hinzu, weshalb sich ein Blick auf die stets aktuelle RKI-Karte lohnt. 2025 wurden 693 FSME-Erkrankungen gemeldet, die dritthöchste Zahl seit Beginn der Erfassung 2001.

Wem die STIKO die Impfung empfiehlt

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die FSME-Impfung für Personen, die in Risikogebieten leben oder arbeiten und dort gegenüber Zecken exponiert sind. Ebenso empfohlen wird sie für beruflich Gefährdete, etwa in Forst- und Landwirtschaft oder im Labor, sowie häufig für Reisende in Risikogebiete mit Zeckenkontakt. Ob die Impfung für Sie persönlich sinnvoll ist, entscheiden Sie am besten mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Wie die Impfung abläuft

Die Grundimmunisierung besteht aus drei Dosen. Die ersten beiden werden im Abstand von einigen Wochen gegeben und bauen bereits einen befristeten Schutz auf, die dritte Dosis folgt einige Monate später und sichert einen langfristigen Schutz. Nach vollständiger Grundimmunisierung liegt die Schutzwirkung laut RKI bei über 95 Prozent. Auffrischungen werden anschließend in mehrjährigen Abständen empfohlen, sofern das Risiko fortbesteht. Die genauen Intervalle und das passende Schema legt die impfende Praxis fest.

Die Impfung schützt vor FSME, nicht vor Borreliose und nicht vor dem Stich selbst. Das Absuchen nach Zecken und das rasche Entfernen bleiben deshalb auch für Geimpfte wichtig.

Wie wird FSME übertragen?

Das FSME-Virus sitzt in den Speicheldrüsen infizierter Zecken. Anders als die Borrelien, die meist erst nach längerer Saugzeit übertragen werden, kann das Virus bereits früh beim Saugen in die Wunde gelangen. Das ist ein wichtiger Grund, warum bei FSME die Impfung im Vordergrund steht und schnelles Entfernen allein nicht denselben Schutz bietet wie bei der Borreliose.

Ein weiterer, seltener Übertragungsweg ist der Verzehr von unpasteurisierter Rohmilch und Rohmilchprodukten von infizierten Tieren wie Ziegen oder Schafen aus Risikogebieten. Für die allermeisten Menschen bleibt der Zeckenstich jedoch der entscheidende Weg. Wer in einem Risikogebiet lebt oder es bereist und sich viel im Grünen aufhält, profitiert daher am stärksten vom Impfschutz.

Impfung und Vorbeugung gehören zusammen

Selbst mit FSME-Impfung lohnt sich konsequenter Schutz vor Stichen, schon wegen der Borreliose, gegen die es keine Impfung gibt. Geschlossene Kleidung, das Absuchen der Haut und das schnelle Entfernen festsitzender Zecken senken das Gesamtrisiko. Praktische Tipps finden Sie unter Zecken vorbeugen und Zecke richtig entfernen.

Gesundheitlicher Hinweis

Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine ärztliche Impfberatung. Über Nutzen, Zeitpunkt und mögliche Gegenanzeigen einer FSME-Impfung entscheiden Sie individuell mit Ihrer Hausarztpraxis. Maßgeblich sind die jeweils aktuellen Empfehlungen der STIKO und die aktuelle Risikogebietskarte des RKI.

Häufige Fragen

Was sind die Symptome einer FSME?

Die meisten Infektionen verlaufen symptomlos. Andernfalls treten 2 bis 28 Tage nach dem Stich zunächst grippeähnliche Beschwerden wie Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen auf. Bei einem Teil der Betroffenen folgt eine zweite Phase mit Beteiligung des Nervensystems.

Wo liegen die FSME-Risikogebiete 2026?

Für 2026 weist das RKI 185 Kreise als Risikogebiete aus, mit Schwerpunkten in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen sowie in Teilen Brandenburgs und Sachsen-Anhalts. Die genaue Karte aktualisiert das RKI jährlich.

Wem wird die FSME-Impfung empfohlen?

Die STIKO empfiehlt sie Personen, die in Risikogebieten leben oder arbeiten und Zecken ausgesetzt sind, sowie beruflich Gefährdeten in Forst-, Land- oder Laborarbeit und häufig Reisenden in Risikogebiete. Die individuelle Entscheidung trifft man mit der Ärztin oder dem Arzt.

Wie viele Impfungen braucht man gegen FSME?

Die Grundimmunisierung besteht aus drei Dosen. Nach den ersten beiden besteht bereits ein befristeter Schutz, die dritte Dosis sichert einen langfristigen Schutz von über 95 Prozent. Danach werden Auffrischungen in mehrjährigen Abständen empfohlen.

Schützt die FSME-Impfung auch vor Borreliose?

Nein. Die Impfung schützt nur vor FSME. Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Deshalb bleiben das Absuchen nach Zecken und das rasche Entfernen festsitzender Tiere auch für Geimpfte wichtig.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden, starken Reaktionen oder Unsicherheit suchen Sie bitte ärztlichen Rat.
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