Medizinische Probenröhrchen im Labor als Sinnbild für die Gefahr von Borreliose und FSME durch Zecken
Ratgeber / Bettwanzen / Wie gefährlich sind Zecken? Borreliose und FSME (RKI-Wissen)

Wie gefährlich sind Zecken? Borreliose und FSME (RKI-Wissen)

Die meisten Zeckenstiche bleiben folgenlos, doch Zecken können Krankheiten übertragen. Die wichtigsten sind die Borreliose, bundesweit verbreitet, und die FSME, vor allem in ausgewiesenen Risikogebieten.

Zecken sind kein Grund zur Panik, aber ein Grund zur Aufmerksamkeit. Die große Mehrheit der Stiche heilt ohne Folgen ab. Relevant sind zwei durch Zecken übertragbare Erkrankungen, die sich in Erreger, Verbreitung und Schutzmöglichkeiten grundlegend unterscheiden: die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME. Das Robert Koch-Institut (RKI) beobachtet beide Erkrankungen.

Borreliose: bakteriell und bundesweit

Die Lyme-Borreliose wird durch Bakterien (Borrelien) verursacht und kommt in ganz Deutschland vor. Nicht jede Zecke trägt Borrelien, und nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt zur Erkrankung. Ein wichtiger Faktor ist die Saugdauer: Das Übertragungsrisiko steigt, je länger die Zecke saugt, weil die Bakterien aus dem Darm der Zecke übertragen werden. Deshalb ist rasches und vollständiges Entfernen die wirksamste Sofortmaßnahme, wie unter Zecke richtig entfernen beschrieben.

Das bekannteste Frühzeichen ist die Wanderröte, eine sich ringförmig ausbreitende Hautrötung um die Einstichstelle, die nach Tagen bis Wochen auftreten kann. Eine Borreliose ist mit Antibiotika in der Regel gut behandelbar, je früher, desto besser. Symptome und Verlauf erklärt der Beitrag Borreliose-Symptome. Eine Schutzimpfung gegen Borreliose gibt es derzeit nicht.

FSME: viral und regional

Die FSME wird durch ein Virus ausgelöst und kann das zentrale Nervensystem betreffen, also Hirnhaut und Gehirn. Anders als die Borreliose tritt sie regional gehäuft auf. Risikogebiete liegen vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen sowie in Teilen Brandenburgs und Sachsen-Anhalts. Für 2026 weist das RKI insgesamt 185 Kreise als Risikogebiete aus, darunter zwei neue. Die aktuelle Karte führt das RKI fortlaufend.

Die meisten FSME-Infektionen verlaufen ohne Symptome. Kommt es zu Beschwerden, treten oft zunächst grippeähnliche Symptome auf, bei einem Teil der Betroffenen folgt eine zweite Phase mit Beteiligung des Nervensystems. Eine ursächliche Behandlung des Virus gibt es nicht, weshalb die Vorbeugung im Mittelpunkt steht. Gegen FSME gibt es eine Impfung, Details unter FSME-Impfung und Risikogebiete.

Borreliose und FSME im Vergleich

  • Erreger: Borreliose durch Bakterien, FSME durch ein Virus.
  • Verbreitung: Borreliose bundesweit, FSME schwerpunktmäßig in Risikogebieten.
  • Behandlung: Borreliose mit Antibiotika behandelbar, FSME nur symptomatisch.
  • Impfung: gegen FSME verfügbar, gegen Borreliose nicht.
  • Übertragung: Borrelien meist erst nach längerer Saugzeit, das FSME-Virus kann früher übertragen werden.
Die zentrale Botschaft: Schnelles Entfernen senkt das Borreliose-Risiko, eine Impfung schützt vor FSME. Beides zusammen ist der beste Schutz.

Seltenere durch Zecken übertragene Erreger

Borreliose und FSME sind die beiden wichtigsten, aber nicht die einzigen durch Zecken übertragbaren Erkrankungen. Seltener spielen weitere Erreger eine Rolle:

  • Anaplasmose: eine bakterielle Infektion, die grippeähnliche Beschwerden auslösen kann.
  • Babesiose: betrifft vor allem Hunde und wird in Deutschland überwiegend von der Auwaldzecke übertragen, siehe Zecken beim Hund.
  • Rickettsiosen und weitere Erreger: kommen vor, sind beim Menschen in Deutschland aber selten.

Diese Infektionen sind insgesamt selten und sollen nicht beunruhigen. Sie unterstreichen aber die gleiche Kernbotschaft: Stiche vermeiden und Zecken rasch entfernen senkt das Risiko für alle übertragbaren Erreger gleichermaßen.

Wie hoch ist das Risiko wirklich?

Nur ein Teil der Zecken ist mit Borrelien infiziert, und nur ein kleiner Teil der Stiche führt zu einer Erkrankung. FSME ist insgesamt seltener als Borreliose, kann aber schwerer verlaufen. 2025 meldete das RKI 693 FSME-Erkrankungen, die dritthöchste Zahl seit Beginn der Erfassung 2001. Diese Zahlen zeigen: Das Risiko ist real, aber überschaubar und durch einfaches Verhalten deutlich beeinflussbar. Vorbeugung beschreibt der Beitrag Zecken vorbeugen.

Gesundheitlicher Hinweis

Dieser Text dient der Aufklärung und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ob eine FSME-Impfung für Sie sinnvoll ist und wie nach einem Stich vorzugehen ist, entscheiden Sie am besten gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Bei Hautveränderungen, Fieber oder neurologischen Beschwerden nach einem Zeckenstich sollten Sie zeitnah ärztlichen Rat einholen.

Häufige Fragen

Wie gefährlich ist ein Zeckenstich wirklich?

Die meisten Zeckenstiche bleiben folgenlos. Relevant sind die bundesweit vorkommende Borreliose und die regional gehäufte FSME. Nur ein Teil der Zecken ist infiziert und nur ein kleiner Teil der Stiche führt zu einer Erkrankung. Schnelles Entfernen und passender Impfschutz senken das Risiko deutlich.

Was ist der Unterschied zwischen Borreliose und FSME?

Borreliose wird durch Bakterien verursacht, kommt bundesweit vor und ist mit Antibiotika behandelbar, eine Impfung gibt es nicht. FSME wird durch ein Virus ausgelöst, tritt vor allem in Risikogebieten auf, lässt sich nur symptomatisch behandeln, dafür gibt es eine Impfung.

Überträgt jede Zecke Krankheiten?

Nein. Nur ein Teil der Zecken trägt Borrelien oder das FSME-Virus, und nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt zu einer Erkrankung. Bei Borrelien steigt das Übertragungsrisiko mit der Saugdauer, deshalb ist rasches Entfernen wichtig.

Wo liegen die FSME-Risikogebiete in Deutschland?

Vor allem in Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, im südöstlichen Thüringen, in Sachsen sowie in Teilen Brandenburgs und Sachsen-Anhalts. Für 2026 weist das RKI insgesamt 185 Kreise als Risikogebiete aus und aktualisiert die Karte jährlich.

Kann man sich gegen Borreliose impfen lassen?

Derzeit gibt es keine zugelassene Impfung gegen Borreliose. Der beste Schutz besteht darin, Stiche zu vermeiden und festsitzende Zecken rasch und vollständig zu entfernen. Gegen FSME ist dagegen eine Impfung verfügbar.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden, starken Reaktionen oder Unsicherheit suchen Sie bitte ärztlichen Rat.
DIY gescheitert oder Befall zu groß? Über das BIOVEX-Netzwerk finden Sie den geprüften Fachbetrieb in Ihrer Stadt in NRW.
Standort finden
BIOVEX Schädlingsbekämpfung — der IHK-zertifizierte Fachverbund für professionelle Schädlingsbekämpfung in NRW. Mit eigenen Standorten im Ruhrgebiet und in Düsseldorf.
© BIOVEX Schädlingsbekämpfung · Inhaber Jasin Murati