Feine Zeckenzange und Zeckenkarte mit Desinfektionsmittel zum richtigen Entfernen einer Zecke
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Zecke richtig entfernen: Anleitung mit Zeckenzange und Karte

Eine festsitzende Zecke wird so schnell wie möglich entfernt: dicht über der Haut greifen und gerade, gleichmäßig herausziehen. Je kürzer die Saugzeit, desto geringer das Risiko einer Borrelien-Übertragung.

Finden Sie eine saugende Zecke, gilt eine einfache Regel: rasch und vollständig entfernen. Das Übertragungsrisiko für Borrelien steigt mit der Saugdauer, deshalb ist Schnelligkeit der wichtigste Faktor. Mit dem richtigen Werkzeug ist das Entfernen unkompliziert und in den meisten Fällen problemlos selbst zu erledigen.

Das richtige Werkzeug

Geeignet sind speziell für Zecken gemachte Hilfsmittel:

  • Zeckenpinzette: feine Pinzette mit nach innen abgewinkelten Spitzen, die die Zecke nicht quetscht.
  • Zeckenzange: greift das Tier dicht an der Haut.
  • Zeckenkarte: wird flach unter die Zecke geschoben, praktisch für unterwegs.
  • Zeckenschlinge oder -haken: umschließt den Stechapparat nah an der Haut.

Eine normale Haushaltspinzette mit breiten Branchen ist weniger geeignet, weil sie den vollgesogenen Körper leicht zerquetscht. Ein gequetschter Zeckenleib kann Erreger in die Wunde pressen, genau das soll vermieden werden.

Schritt für Schritt

  1. Werkzeug bereitlegen und für gute Sicht und Beleuchtung sorgen.
  2. Zecke dicht über der Haut fassen, möglichst nah am Stechapparat, nicht am vollgesogenen Körper.
  3. Gerade und gleichmäßig nach oben ziehen. Langsam und kontrolliert, ohne Ruckeln. Ob man dabei leicht dreht oder gerade zieht, ist zweitrangig, entscheidend ist, dass nicht gequetscht wird.
  4. Vollständigkeit prüfen. Kontrollieren Sie, ob das Tier komplett entfernt wurde.
  5. Stelle desinfizieren und die Hände waschen.
  6. Datum und Stelle notieren und die Einstichstelle über etwa sechs Wochen beobachten.
Greifen Sie immer so nah wie möglich an der Haut. Druck auf den Zeckenkörper erhöht das Risiko, dass Erregermaterial in die Einstichstelle gelangt.

Was Sie unbedingt vermeiden sollten

Die alten Hausmittel sind nicht nur wirkungslos, sondern können das Risiko erhöhen. Ungeeignet und gefährlich sind:

  • Öl, Nagellack, Klebstoff, Vaseline oder Zahnpasta auf die Zecke geben
  • die Zecke mit Alkohol oder Feuer reizen
  • das Tier mit den Fingern quetschen oder drehen, bis es platzt

Solche Methoden können die Zecke stressen und dazu führen, dass sie vermehrt Speichel oder Mageninhalt abgibt, wodurch mehr Erreger übertragen werden können. Warum diese Mythen sich halten, beleuchtet der Beitrag Hausmittel im Mythos-Check.

Wenn ein Rest stecken bleibt

Bleibt nach dem Ziehen ein kleiner schwarzer Punkt zurück, handelt es sich meist um Reste des Stechapparats, nicht um einen Kopf, der weitersaugt. Oft stößt die Haut diesen Rest von selbst ab. Was zu tun ist, wenn etwas stecken bleibt oder sich die Stelle entzündet, lesen Sie unter Zeckenkopf steckt fest.

Besonderheiten bei Kindern und Haustieren

Bei Kindern gelten dieselben Grundsätze, doch ein paar Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit:

  • Häufige Stelle Kopf: Bei Kindern sitzen Zecken oft am Kopf und Haaransatz, deshalb dort besonders gründlich suchen.
  • Ruhig bleiben: Erklären Sie dem Kind den Vorgang, damit es stillhält, und arbeiten Sie bei guter Beleuchtung.
  • Heikle Stellen: Sitzt die Zecke nah am Auge oder im Gehörgang, lieber die Praxis aufsuchen.

Bei Hund und Katze ist das Vorgehen ähnlich, das Fell erschwert jedoch das Auffinden und Greifen. Worauf es bei Tieren ankommt, lesen Sie unter Zecken beim Hund und Zecken bei der Katze. Für Katzen gilt zusätzlich, dass viele Wirkstoffe für sie giftig sind, hier ist tierärztlicher Rat besonders wichtig.

Wann Sie ärztliche Hilfe brauchen

In bestimmten Situationen ist der Gang zur Praxis ratsam: wenn sich die Zecke nicht entfernen lässt, an einer schwierigen Stelle sitzt, etwa nah am Auge, bei Kleinkindern, oder wenn später eine sich ausbreitende Rötung oder grippeähnliche Beschwerden auftreten. Mehr zu den Warnzeichen im Beitrag Borreliose-Symptome.

Gesundheitlicher Hinweis

Diese Anleitung ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Unsicherheit, schwer erreichbaren Stellen oder Beschwerden nach dem Stich wenden Sie sich an Ihre Hausarztpraxis. Eine Laboruntersuchung der entfernten Zecke auf Erreger wird im Allgemeinen nicht routinemäßig empfohlen, entscheidend ist die Beobachtung von Symptomen.

Häufige Fragen

Soll man eine Zecke herausdrehen oder gerade herausziehen?

Beides ist möglich, entscheidend ist, dass die Zecke dicht über der Haut gefasst und gleichmäßig herausgezogen wird, ohne den Körper zu quetschen. Wichtiger als die Drehrichtung ist, ruckartige Bewegungen und Druck auf den Zeckenleib zu vermeiden.

Welches Werkzeug ist zum Entfernen am besten?

Speziell für Zecken gemachte Hilfsmittel wie Zeckenpinzette, Zeckenzange, Zeckenkarte oder Zeckenschlinge. Eine feine Pinzette mit nach innen abgewinkelten Spitzen quetscht das Tier nicht. Breite Haushaltspinzetten sind weniger geeignet.

Darf man Öl oder Klebstoff auf die Zecke geben?

Nein. Öl, Nagellack, Klebstoff, Vaseline oder Alkohol sind ungeeignet. Sie können die Zecke reizen, sodass sie vermehrt Speichel abgibt, und erhöhen so das Risiko einer Erregerübertragung. Die Zecke sollte mechanisch mit einem geeigneten Werkzeug entfernt werden.

Wie schnell muss eine Zecke entfernt werden?

So schnell wie möglich. Das Risiko einer Borrelien-Übertragung steigt mit der Saugdauer, deshalb senkt rasches Entfernen das Risiko. Kontrollieren Sie sich nach Aufenthalten im Grünen zeitnah und gründlich.

Muss ich die entfernte Zecke untersuchen lassen?

Eine Laboruntersuchung der Zecke wird in der Regel nicht routinemäßig empfohlen, da ein Erregernachweis in der Zecke nicht bedeutet, dass eine Übertragung stattgefunden hat. Wichtiger ist, die Einstichstelle und das Befinden über etwa sechs Wochen zu beobachten.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden, starken Reaktionen oder Unsicherheit suchen Sie bitte ärztlichen Rat.
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