Zecken vorbeugen: Kleidung, Repellents und Körper-Check
Wer Zeckenstichen vorbeugen will, kombiniert am besten drei Bausteine: passende Kleidung, ein zugelassenes Repellent und den konsequenten Körper-Check nach jedem Aufenthalt im Grünen.
Einen hundertprozentigen Schutz vor Zecken gibt es nicht, aber das Risiko lässt sich mit einfachen Mitteln deutlich senken. Entscheidend ist, möglichst wenige Zecken auf die Haut gelangen zu lassen und festsitzende Tiere früh zu entdecken. Das Umweltbundesamt empfiehlt dafür eine Kombination aus mechanischem Schutz durch Kleidung, dem zeitlich begrenzten Einsatz von Repellentien und der gründlichen Selbstkontrolle.
Schutz durch die richtige Kleidung
Zecken sitzen meist in der bodennahen Vegetation, in hohem Gras, an Sträuchern und am Wegrand. Sie lassen sich nicht von Bäumen fallen, sondern werden im Vorbeigehen abgestreift und krabbeln dann nach oben. Kleidung ist deshalb die erste Barriere:
- Möglichst viel Haut bedecken: lange Hosen, langärmlige Oberteile und geschlossene Schuhe.
- Hosenbeine in die Socken stecken: So müssen Zecken außen an der Kleidung hochkrabbeln und werden eher entdeckt.
- Helle Kleidung tragen: Auf hellem Stoff sind die dunklen Tiere leichter zu erkennen.
- Nach dem Aufenthalt die Kleidung absuchen und idealerweise wechseln, bevor man sich setzt.
Repellentien: Wirkstoffe und Grenzen
Repellentien sind Mittel, die Zecken und Mücken vom Auftragen abhalten sollen. Sie werden als Biozidprodukte eingestuft und auf Haut oder Kleidung aufgetragen. Die gängigsten Wirkstoffe sind:
- Icaridin: gilt als gut verträglich und wirkt vergleichsweise zuverlässig gegen Zecken.
- DEET: sehr wirksam gegen Mücken, gegen Zecken etwas schwächer, kann in höheren Konzentrationen Schleimhäute reizen.
- IR3535: ebenfalls verbreitet und meist gut verträglich.
Wichtig ist die richtige Erwartung: Repellentien wirken nur zeitlich begrenzt, je nach Produkt einige Stunden, und müssen nachgetragen werden. Sie ersetzen weder Kleidung noch Körper-Check.
Repellentien sind Biozidprodukte. Beachten Sie immer die Kennzeichnung und Gebrauchsanweisung, insbesondere Hinweise zu Mindestalter bei Kindern, Schwangerschaft und Anwendung. Halten Sie die Mittel von Augen und Schleimhäuten fern und bewahren Sie sie für Kinder unzugänglich auf.
Für Kinder, Schwangere und Menschen mit empfindlicher Haut gelten je nach Produkt besondere Einschränkungen. Welcher Wirkstoff in welcher Konzentration geeignet ist, steht auf der Verpackung; im Zweifel beraten Apotheke oder Ärztin. Konkrete Dosierungen geben wir hier bewusst nicht an.
Der Körper-Check: die wichtigste Maßnahme
Das Übertragungsrisiko für Borrelien steigt mit der Saugdauer. Wer Zecken früh findet und entfernt, senkt sein Risiko erheblich. Suchen Sie sich nach jedem Aufenthalt in Wald, Wiese oder Garten gründlich ab, am besten am selben Abend:
- Kniekehlen, Leistengegend und Genitalbereich
- Bauchnabel, Achseln und Brust
- Hals, Nacken, hinter den Ohren und am Haaransatz
- bei Kindern besonders den Kopf und die Kopfhaut
Nymphen sind nur ein bis zwei Millimeter groß und leicht zu übersehen, eine Lupe und gute Beleuchtung helfen. Worauf Sie genau achten, zeigt der Beitrag Zecken erkennen und bestimmen. Finden Sie eine festsitzende Zecke, hilft die Anleitung unter Zecke richtig entfernen.
Imprägnierte Kleidung und Schuhe
Eine ergänzende Möglichkeit für längere Aufenthalte in stark zeckenbelasteten Gebieten ist Kleidung, die mit dem Wirkstoff Permethrin imprägniert ist. Dieser wirkt nicht auf der Haut, sondern auf dem Stoff, und kann Zecken beim Hochkrabbeln abtöten oder lähmen. Solche Textilien gibt es fertig imprägniert zu kaufen. Wichtig: Permethrin auf Kleidung ist etwas anderes als ein Hautrepellent, und für Katzen im Haushalt ist roher Permethrin-Kontakt gefährlich. Beachten Sie die Produkthinweise und tragen Sie imprägnierte Kleidung nicht direkt auf der Haut von Kleinkindern. Für den normalen Spaziergang reichen helle, geschlossene Kleidung und ein Repellent in aller Regel aus.
Wann der beste Schutzzeitpunkt ist
Zecken sind nicht nur im Hochsommer aktiv. Bereits ab etwa sieben bis zehn Grad Celsius werden sie munter, weshalb die Saison heute oft vom frühen Frühjahr bis in den späten Herbst reicht, in milden Wintern teils ganzjährig. Das bedeutet, dass Vorbeugung kein reines Sommerthema ist. Gerade an den ersten warmen Tagen werden Zecken leicht unterschätzt. Wer das ganze Jahr über bei jedem Aufenthalt im Grünen an den Körper-Check denkt, ist auf der sicheren Seite.
Vorbeugen am Wohnort und im Garten
Wer einen eigenen Garten hat, kann das Zeckenaufkommen rund ums Haus zusätzlich reduzieren, indem Rasen kurz gehalten, Laub entfernt und Mäusen die Verstecke genommen werden. Wie das funktioniert, lesen Sie unter Garten zeckenfrei machen. Für Hund und Katze gibt es eigene Schutzkonzepte mit Spot-on, Halsband oder Tablette, die in einem separaten Beitrag erklärt werden.
Was Vorbeugen leisten kann und was nicht
Kleidung, Repellent und Körper-Check sind klassische Eigenmaßnahmen und für jeden umsetzbar. Sie reduzieren das Risiko, beseitigen es aber nicht vollständig. Wer in einem FSME-Risikogebiet lebt oder dorthin reist, sollte zusätzlich die FSME-Impfung und Risikogebiete mit der Hausarztpraxis besprechen. Geht es dagegen um einen massiven, wiederkehrenden Zeckenbefall auf einem Grundstück, stoßen persönliche Schutzmaßnahmen an ihre Grenzen. Dann ist eine fachliche Einschätzung durch das BIOVEX-Netzwerk sinnvoll, um die Ursache, meist Wirtstiere und feuchte Rückzugsräume, gezielt anzugehen.
Häufige Fragen
Welche Kleidung schützt am besten vor Zecken?
Lange Hosen, langärmlige Oberteile und geschlossene Schuhe, idealerweise hell, damit Zecken sichtbar werden. Wer die Hosenbeine in die Socken steckt, zwingt die Tiere, außen hochzukrabbeln, und entdeckt sie leichter.
Wie lange wirkt ein Zeckenschutz-Spray?
Repellentien wirken nur zeitlich begrenzt, meist einige Stunden, abhängig von Wirkstoff, Konzentration, Schwitzen und Abrieb. Die genaue Schutzdauer steht auf der Verpackung. Bei längeren Aufenthalten muss nachgetragen werden.
Sind Repellentien für Kinder geeignet?
Das hängt vom Produkt ab. Repellentien sind Biozidprodukte mit Altersbeschränkungen und Anwendungshinweisen auf der Verpackung. Für Kleinkinder und Schwangere gelten je nach Wirkstoff Einschränkungen. Lassen Sie sich im Zweifel in der Apotheke oder ärztlich beraten.
Wann sollte ich nach Zecken suchen?
Am besten nach jedem Aufenthalt im Grünen, idealerweise am selben Abend. Da das Übertragungsrisiko mit der Saugdauer steigt, ist schnelles Finden und Entfernen die wirksamste Vorbeugung gegen Borreliose.
Schützt die FSME-Impfung vor allen Zeckenkrankheiten?
Nein. Die FSME-Impfung schützt nur vor dem FSME-Virus, nicht vor Borreliose oder anderen durch Zecken übertragbaren Erregern. Gegen Borreliose gibt es für Menschen keine Impfung, hier helfen nur Vorbeugung und schnelles Entfernen.