Hohes Gras, Farn und Laub am Waldrand als typischer Lebensraum, woher Zecken kommen
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Woher kommen Zecken? Lebensraum, Saison und Ursachen für Befall

Zecken fallen nicht von Bäumen, sondern lauern in bodennaher Vegetation und lassen sich beim Vorbeistreifen abstreifen. Lebensraum, milde Temperaturen und tierische Wirte erklären, woher der Befall kommt.

Ein hartnäckiger Mythos besagt, Zecken ließen sich von Bäumen fallen. Tatsächlich halten sich Zecken meist in Bodennähe auf, in hohem Gras, niedrigem Gebüsch und Laubstreu, selten höher als etwa anderthalb Meter. Sie klettern auf Grashalme und Zweige und warten dort mit ausgestreckten Vorderbeinen, bis ein Wirt vorbeistreift. Diese Strategie heißt Lauern. Beim Kontakt klammern sie sich blitzschnell fest. Das erklärt, warum man sich Zecken vor allem an Beinen und Unterkörper einfängt.

Wo Zecken leben

Zecken brauchen Feuchtigkeit und Deckung. Bevorzugte Lebensräume sind:

  • Waldränder, Lichtungen und Übergänge zwischen Wald und Wiese
  • hohe Wiesen, Wegränder und Brachflächen
  • Gebüsch, Hecken und Laubhaufen
  • naturnahe, schattige Gärten mit hohem Gras und Bodendeckern

Entscheidend ist ein feuchtes Kleinklima am Boden. Trockene, kurz gemähte und sonnige Flächen sind für Zecken unattraktiv. Wie Sie das im eigenen Garten nutzen, lesen Sie unter Garten zeckenfrei gestalten.

Die Rolle der Wirtstiere

Zecken kommen nicht aus dem Nichts. Sie werden von Tieren in Gärten und Siedlungen getragen. Larven und Nymphen saugen an kleinen Wirten wie Mäusen, Igeln und Vögeln, erwachsene Tiere bevorzugen größere Wirte wie Rehe, Füchse oder Hunde. Wo viele dieser Tiere unterwegs sind, steigt die Zeckendichte. Ein hoher Mäusebestand, fütternde Vögel oder regelmäßig querende Wildtiere können einen Garten dauerhaft nachimpfen. Auch das eigene Haustier schleppt Zecken vom Spaziergang ins Haus, mehr dazu unter Zecken beim Hund.

Warum es jedes Jahr mehr zu sein scheint

Die Zeckensaison beginnt, sobald die Temperaturen einige Tage über rund 7 Grad Celsius liegen, und endet erst im Spätherbst. Milde Winter und ein früher Frühling verlängern die aktive Phase, sodass Zecken heute über einen größeren Teil des Jahres anzutreffen sind. Hinzu kommt, dass sich einzelne Arten wie die Auwaldzecke ausbreiten und auch in der kühlen Jahreszeit aktiv sind. Mehr zur Saison und den Entwicklungsstadien erläutert der Beitrag Lebenszyklus der Zecke.

Zecken sind keine reinen Waldbewohner mehr. Stadtparks, Friedhöfe und naturnahe Gärten bieten ihnen genauso Lebensraum wie das Unterholz.

Wie Zecken zu Ihnen gelangen

Es gibt drei typische Wege, auf denen Zecken an den Menschen oder ins Haus kommen:

  1. Direkter Kontakt: beim Streifen durch Gras und Gebüsch klettern sie auf Kleidung und Haut.
  2. Über Haustiere: Hund und Katze bringen Zecken vom Spaziergang oder aus dem Garten mit.
  3. Über Wildtiere und Nager: sie tragen Zecken in den Garten und sorgen für Nachschub.

Die Zeckensaison im Jahresverlauf

Wann mit Zecken zu rechnen ist, hängt vor allem von der Temperatur ab. Ein grober Überblick:

  • Frühjahr: Sobald es mehrere Tage über etwa 7 Grad warm ist, oft schon im März, beginnt die Aktivität. Das Frühjahr gilt als erste Hauptphase.
  • Sommer: In sehr heißen, trockenen Phasen ziehen sich Zecken in feuchtere, schattige Bereiche zurück, bleiben aber aktiv.
  • Herbst: Mit kühleren, feuchten Tagen folgt häufig eine zweite Aktivitätsspitze.
  • Winter: In milden Wintern und bei der Auwaldzecke kann die Aktivität sogar ganzjährig anhalten.

Diese Verschiebung erklärt, warum die früher klare Sommerregel heute nicht mehr greift. Wer das ganze milde Halbjahr über aufmerksam bleibt, schützt sich besser. Mehr zur Biologie hinter der Saison im Beitrag Lebenszyklus der Zecke.

Was Sie selbst beeinflussen können

Vieles lässt sich mit einfachen Mitteln senken: Gras kurz halten, Laub und Reisig entfernen, sonnige und trockene Zonen schaffen sowie Wildtiere nicht unbeabsichtigt anlocken. Vorbeugung am eigenen Körper, etwa geschlossene Kleidung und das Absuchen nach dem Aufenthalt im Grünen, beschreibt der Beitrag Zecken vorbeugen.

Lässt sich die Ursache nicht eingrenzen, etwa bei einem starken, wiederkehrenden Befall mit unklarer Wirtsquelle wie einem Nagerproblem auf dem Grundstück, ist eine fachliche Begutachtung sinnvoll. Das BIOVEX-Netzwerk kann den Befall analysieren und an der Wurzel ansetzen, statt nur Symptome zu bekämpfen.

Häufige Fragen

Fallen Zecken von Bäumen?

Nein, das ist ein Mythos. Zecken halten sich meist in Bodennähe auf, in hohem Gras und niedrigem Gebüsch, selten höher als etwa anderthalb Meter. Sie lassen sich beim Vorbeistreifen abstreifen, statt von oben herabzufallen.

Ab welcher Temperatur sind Zecken aktiv?

Zecken werden aktiv, sobald die Temperaturen einige Tage über etwa 7 Grad Celsius liegen. Milde Winter und ein früher Frühling verlängern die Saison, daher sind Zecken zunehmend über einen großen Teil des Jahres anzutreffen.

Warum habe ich Zecken im Garten?

Meist wegen feuchter, deckungsreicher Bereiche und tierischer Wirte. Hohes Gras, Laubhaufen und Gebüsch bieten ein günstiges Kleinklima, während Mäuse, Igel, Vögel und Wildtiere Zecken einschleppen und nachliefern.

Gibt es Zecken auch in der Stadt?

Ja. Stadtparks, Friedhöfe, Grünstreifen und naturnahe Gärten bieten Zecken ebenfalls Lebensraum. Sie sind längst keine reinen Waldbewohner mehr.

Wie kommen Zecken ins Haus?

Vor allem über Kleidung nach dem Aufenthalt im Grünen und über Haustiere wie Hund und Katze, die Zecken vom Spaziergang oder aus dem Garten mitbringen. Heimische Arten vermehren sich aber nicht im Haus.

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