Gegrabener Bau-Eingang mit aufgeworfener Erde unter einem Gartenhaus als Hinweis auf einen Fuchs im Garten
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Fuchs im Garten: darf ich ihn verjagen?

Ein Fuchs im Garten löst oft Sorge aus — meist zu Unrecht: Das Tier ist scheu, in Städten längst heimisch und richtet selten Schaden an. Verjagen darf man ihn mit schonenden Mitteln, töten oder fangen ist jedoch jagdrechtlich geregelt und nichts für Privatpersonen.

Den Fuchs einordnen

Rotfüchse sind hundeartig, rotbraun mit buschiger Rute und vor allem in der Dämmerung und nachts unterwegs. Sie haben sich an den Lebensraum Stadt angepasst und tauchen regelmäßig in Gärten, Parks und an Komposthaufen auf. In aller Regel sind sie scheu und meiden den Menschen. Schäden beschränken sich meist auf umgewühlte Beete, durchsuchten Müll oder gelegentliches Graben.

Darf ich den Fuchs verjagen?

Der Fuchs unterliegt dem Bundesjagdgesetz. Das bedeutet: Fangen und Töten sind den jagdrechtlich befugten Personen vorbehalten und an Schon- und Jagdzeiten gebunden — für Privatpersonen also nicht zulässig. Erlaubt ist hingegen, einen Fuchs mit schonenden, tierschutzgerechten Mitteln aus dem Garten zu vergrämen, also ihm den Aufenthalt unattraktiv zu machen.

Wichtig: Das Füttern von Wildtieren ist vielerorts untersagt und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Wer Füchse füttert, gewöhnt sie an den Menschen und zieht sie erst recht an — das Gegenteil dessen, was man erreichen will.

Was bei jagdbaren Arten grundsätzlich gilt, ordnet der Ratgeber Recht: Was ist erlaubt? ein.

So vergrämen Sie einen Fuchs schonend

  • Futterquellen entfernen: kein Tierfutter draußen lassen, Fallobst aufsammeln, Komposter abdecken, Mülltonnen sicher verschließen. Das ist der wirksamste Hebel.
  • Verstecke beseitigen: dichtes Gestrüpp ausdünnen, Hohlräume unter Schuppen, Terrassen und Holzstapeln verschließen — aber nur, wenn dort kein Tier (und keine Jungtiere) sitzt.
  • Unattraktiv machen: Bewegungsmelder mit Licht, gelegentliche Störungen und das Beseitigen geschützter Liegeplätze veranlassen Füchse meist, sich ein ruhigeres Revier zu suchen.

Greifen Sie nicht zu Gift oder selbst gebauten Fallen — beides ist tierschutzwidrig und bei jagdbaren Arten unzulässig. Weitere zulässige Verfahren beschreibt der Ratgeber Selbst vertreiben.

Gesundheit: Tollwut und Fuchsbandwurm realistisch einordnen

Viele Sorgen rund um den Fuchs betreffen Krankheiten. Dazu sachlich:

  • Tollwut: Deutschland gilt seit 2008 als frei von klassischer Tollwut bei Wildtieren, vor allem dank jahrzehntelanger Impfköder-Aktionen. Das Risiko durch heimische Füchse ist daher sehr gering.
  • Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis): Die Eier werden über den Kot ausgeschieden; eine Infektion des Menschen ist selten und erfolgt meist über Zwischenwirte. Im Siedlungsbereich spielt das Risiko eine untergeordnete Rolle. Vorsicht ist dennoch sinnvoll: bodennah wachsendes Obst, Gemüse und Fallobst vor dem Verzehr gründlich waschen und beim Beseitigen von Fuchskot Handschuhe tragen.

Eine medizinische Einschätzung im Verdachtsfall gehört in ärztliche Hände. Eine breitere Übersicht zu möglichen Erregern bietet der Ratgeber Krankheiten und Risiken im Überblick.

Wann Sie Fachleute hinzuziehen sollten

Wenn schonende Vergrämung nicht hilft, ein Fuchs einen Bau mit Jungtieren unter dem Haus oder der Terrasse angelegt hat, oder das Tier auffällig zutraulich oder krank wirkt, sollten Sie nicht eigenmächtig eingreifen. Weil der Fuchs dem Jagdrecht unterliegt, sind Fang und Entnahme nur über jagdrechtlich befugte Personen möglich; auffällig kranke Tiere meldet man dem Veterinäramt oder der unteren Jagdbehörde. Ein fachkundiger Betrieb kann in Abstimmung mit diesen Stellen die zulässige Vergrämung planen und Zugänge nach dem Auszug der Tiere sichern. Das BIOVEX-Netzwerk arbeitet beim Fuchs im Rahmen von Jagd- und Tierschutzrecht und setzt auf schonende, legale Methoden.

Häufige Fragen

Darf ich einen Fuchs aus meinem Garten verjagen?

Mit schonenden, tierschutzgerechten Mitteln den Aufenthalt unattraktiv zu machen, ist erlaubt – etwa Futterquellen entfernen, Verstecke schließen und Bewegungsmelder einsetzen. Fangen und Töten sind dagegen jagdrechtlich geregelt und Privatpersonen nicht gestattet.

Sind Füchse im Garten gefährlich?

In aller Regel nicht. Füchse sind scheu und meiden den Menschen. Tollwut gilt in Deutschland seit 2008 als getilgt, und das Fuchsbandwurm-Risiko ist im Siedlungsbereich gering. Vorsicht ist trotzdem sinnvoll: bodennahes Obst und Gemüse waschen, bei Kot Handschuhe tragen.

Warum soll ich Füchse nicht füttern?

Füttern gewöhnt Füchse an den Menschen, macht sie zutraulich und zieht sie erst recht an. Zudem ist das Füttern von Wildtieren vielerorts verboten und kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Der wirksamste Schutz ist, alle Futterquellen konsequent zu entfernen.

Was tun, wenn ein Fuchs einen Bau unter der Terrasse hat?

Wenn dort Jungtiere sitzen, darf der Bau nicht verschlossen werden. Vergrämen Sie schonend und warten Sie den Auszug ab, bevor Sie Hohlräume sichern. Bei Problemen ziehen Sie jagdrechtlich befugte Personen oder einen Fachbetrieb in Abstimmung mit der Behörde hinzu.

Wie erkenne ich einen kranken Fuchs?

Auffällig sind Tiere, die zutraulich wirken, taumeln, stark abgemagert oder kahl sind oder jede Scheu verloren haben. Nähern Sie sich solchen Tieren nicht, sondern melden Sie sie dem Veterinäramt oder der unteren Jagdbehörde. Eine medizinische Bewertung übernehmen die zuständigen Stellen.

Hinweis: Allgemeine Information, keine Rechtsberatung. Im Einzelfall können Urteile und Regelungen abweichen — im Zweifel Mieterverein oder Anwalt hinzuziehen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei anhaltenden Beschwerden, starken Reaktionen oder Unsicherheit suchen Sie bitte ärztlichen Rat.
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