Hölzernes Igelhaus unter einem Strauch im Garten zum Schutz von Igeln
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Igel im Garten: schützen statt vertreiben

Ein Igel im Garten ist ein Glücksfall für jedes Grundstück — er frisst Schnecken und Insekten und steht unter Naturschutz. Vertreiben ist weder nötig noch erlaubt; sinnvoll ist das Gegenteil: ihm Unterschlupf und sichere Wege zu bieten.

Igel erkennen und richtig einordnen

Der Braunbrustigel ist mit seinem stacheligen Rücken unverwechselbar. Er ist dämmerungs- und nachtaktiv und macht sich oft durch lautes Schmatzen, Schnaufen und Rascheln im Gebüsch bemerkbar. Sein Kot ist 2 bis 4 Zentimeter lang, dunkel glänzend und enthält erkennbare Insektenreste. Anders als Marder oder Waschbär verursacht der Igel keine Schäden am Haus — er bewegt sich am Boden und sucht Verstecke unter Hecken, Reisighaufen und Holzstapeln.

Geschützt — und im Bestand gefährdet

Der Igel ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz in Verbindung mit der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützt. Er darf nicht gefangen, verletzt, getötet oder ohne triftigen Grund aus seinem Lebensraum entfernt werden. 2024 wurde der Europäische Igel von der Deutschen Wildtier Stiftung zum Tier des Jahres gewählt — auch, um auf seinen Rückgang aufmerksam zu machen. Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzorganisation wird er inzwischen als potenziell gefährdet geführt.

Anders als bei Marder oder Waschbär stellt sich beim Igel die Frage des Vertreibens gar nicht: Er richtet keinen Schaden an, ist nützlich und geschützt. Die richtige Reaktion ist, ihm das Bleiben zu erleichtern.

So helfen Sie dem Igel im Garten

Verstecke und Nahrung bieten

  • Wilde Ecken zulassen: Laub-, Reisig- und Totholzhaufen dienen als Versteck und Winterquartier. Lassen Sie eine naturnahe Ecke stehen.
  • Auf heimische Bepflanzung setzen: Hecken und Stauden bieten Unterschlupf und fördern Insekten als natürliche Nahrung.
  • Wasser anbieten, besonders in heißen Sommern — eine flache Schale mit Wasser, keine Milch (Igel vertragen sie nicht).

Gefahren im Garten vermeiden

  • Kein Gift: Schneckenkorn, Insektizide und Rattengift gelangen über die Beute in den Igel und können ihn töten. Verzichten Sie konsequent darauf.
  • Mähroboter und Freischneider verursachen schwere Verletzungen. Lassen Sie Mähroboter nicht in der Dämmerung und nachts laufen und prüfen Sie hohes Gras vor dem Mähen.
  • Fallen entschärfen: Kellerschächte und steile Teichränder mit Ausstiegshilfen versehen, Netze und Gitter bodennah sichern.

Wege frei halten

Igel legen pro Nacht weite Strecken zurück. Ein etwa 13 mal 13 Zentimeter großes Durchschlupfloch im oder unter dem Gartenzaun verbindet die Gärten zu einem nutzbaren Lebensraum. Diese Maßnahme zur Vorbeugung und Förderung beschreibt auch der Ratgeber Vorbeugen und Zugang.

Igel gefunden — wann eingreifen?

Ein gesunder Igel braucht keine Hilfe. Eingreifen sollten Sie nur, wenn ein Tier eindeutig hilfsbedürftig ist — etwa sichtbar verletzt, stark abgemagert, tagsüber apathisch herumliegend oder ein verwaistes Jungtier bei Kälte. Solche Tiere dürfen kurzzeitig zur Pflege aufgenommen werden und müssen nach der Genesung wieder ausgewildert werden. Im Zweifel kontaktieren Sie eine Igel- oder Wildtier-Auffangstation oder die untere Naturschutzbehörde, bevor Sie das Tier mitnehmen. Hinweise zur Abgrenzung bei Jungtieren gibt der Ratgeber Nist- und Setzzeit.

Wann Fachleute gefragt sind

Beim Igel geht es selten um Vertreiben, sondern um den richtigen Umgang. Wenn Sie unsicher sind, ob ein Tier Hilfe braucht, oder wenn Sie einen Garten naturnah umgestalten und dabei Igelschutz berücksichtigen wollen, sind Igelstationen, Naturschutzverbände wie NABU oder BUND und die untere Naturschutzbehörde die richtigen Ansprechpartner. Ein fachkundiger Betrieb kommt vor allem dann ins Spiel, wenn ein Igel an einer ungünstigen Stelle festsitzt oder gesichert werden muss, ohne ihn zu schädigen. Das BIOVEX-Netzwerk handelt beim besonders geschützten Igel ausschließlich tierschutzgerecht und im Rahmen des Naturschutzrechts.

Häufige Fragen

Darf ich einen Igel aus meinem Garten entfernen?

Nein. Der Igel ist besonders geschützt und darf nicht gefangen, verletzt oder ohne triftigen Grund aus seinem Lebensraum entfernt werden. Da er nützlich ist und keinen Schaden anrichtet, ist das Vertreiben weder nötig noch erlaubt.

Soll ich einen Igel im Garten füttern?

Gesunde Igel finden ihre natürliche Nahrung selbst. Bieten Sie lieber wilde Ecken, heimische Pflanzen und in heißen Sommern flaches Wasser an – niemals Milch, die Igel nicht vertragen. Zufüttern kann im Spätherbst sinnvoll sein; im Zweifel eine Igelstation fragen.

Wie schütze ich Igel vor dem Mähroboter?

Lassen Sie Mähroboter und Freischneider nicht in der Dämmerung und nachts laufen, wenn Igel aktiv sind, und prüfen Sie hohes Gras vor dem Mähen. Mähroboter verursachen schwere, oft tödliche Verletzungen. Verzichten Sie außerdem auf Gift im Garten.

Woran erkenne ich, dass ein Igel Hilfe braucht?

Hilfsbedürftig sind sichtbar verletzte, stark abgemagerte oder tagsüber apathisch herumliegende Tiere sowie verwaiste Jungtiere bei Kälte. Solche Igel dürfen kurzzeitig gepflegt und danach wieder ausgewildert werden. Im Zweifel zuerst eine Igel- oder Wildtierstation kontaktieren.

Wie helfe ich Igeln, sich im Garten zu bewegen?

Lassen Sie ein etwa 13 mal 13 Zentimeter großes Loch im oder unter dem Zaun, damit Igel zwischen Gärten wandern können. Schaffen Sie Reisig- und Laubhaufen als Unterschlupf und sichern Sie Kellerschächte und Teichränder mit Ausstiegshilfen.

Hinweis: Diese Art ist gesetzlich geschützt. Töten, Fangen oder Entfernen des Nestes kann verboten und bußgeldbewehrt sein — wenden Sie sich an die untere Naturschutzbehörde.
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