Zerwühlte Dachdämmung und angenagtes Stromkabel als Schäden durch geschützte Tiere im Dach
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Welche Schäden richten geschützte Tiere an?

Marder, Tauben, Waschbären oder Fledermäuse können am Gebäude erhebliche Schäden verursachen – von zerbissenen Kabeln bis zu durchnässter Dämmung. Trotzdem stehen viele dieser Tiere unter Schutz, weshalb der erste Schritt immer die richtige Artbestimmung ist.

Warum Schäden und Artenschutz zusammen betrachtet werden müssen

Wenn es nachts auf dem Dachboden trippelt oder die Fassade plötzlich Flecken zeigt, denken die meisten zuerst an Schadensbegrenzung. Das ist verständlich. Wichtig ist aber: Viele der typischen Gebäudebewohner sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders oder sogar streng geschützt. Ein vorschnelles Eingreifen kann den Schaden vergrößern und zusätzlich rechtliche Folgen haben. Deshalb lohnt es sich, zuerst zu verstehen, welches Tier welchen Schaden anrichtet – und dann zu handeln. Welche Art bei Ihnen wohnt, lässt sich oft an Spuren und Kot bestimmen.

Marder: Kabel, Dämmung und Geruch

Der Steinmarder ist der wohl bekannteste Gebäude-Untermieter. Auf dem Dachboden zieht er Dämmmaterial heraus, um sich einen Schlafplatz zu polstern, und tritt Dampfsperren durch. Charakteristisch sind angenagte oder durchtrennte Kabel und Schläuche – im Haus ebenso wie im Motorraum von Fahrzeugen. Hinzu kommen Lärm in der Nacht sowie Kot- und Urinablagerungen, die nicht nur unangenehm riechen, sondern auch Material durchfeuchten und Folgeschäden begünstigen können.

Typische Marderschäden im Überblick

  • herausgerissene oder verdichtete Dämmung
  • zerbissene Strom-, Antennen- und Wasserleitungen
  • Lärmbelästigung durch nächtliche Aktivität
  • Geruch und Hygieneprobleme durch Kotplätze

Tauben: Kot, verstopfte Rinnen und Nistmaterial

Verwilderte Stadttauben verursachen Schäden vor allem durch ihren Kot. Dieser ist säurehaltig und kann auf Dauer Lack, Stein und Metall angreifen. Nistmaterial und Federn verstopfen Dachrinnen und Fallrohre, was zu Feuchtigkeitsschäden führt. In den Nestern siedeln sich zudem häufig Parasiten an. Tauben genießen zwar keinen so strengen Schutz wie Wildtiere, fallen aber unter das Tierschutzgesetz – Tötung oder das gezielte Aushungern ist nicht zulässig.

Waschbär: schwer und gründlich

Waschbären sind deutlich größer und kräftiger als Marder. Sie weiten vorhandene Öffnungen auf, beschädigen Dachhaut und Dämmung und legen sogenannte Latrinen an – feste Kotplätze, die sich über die Zeit zu hygienisch problematischen Ansammlungen entwickeln. Durch ihr Gewicht und ihre Kraft können die baulichen Schäden den eines Marders übersteigen. Wie Sie das Tier sicher zuordnen, lesen Sie unter Waschbär erkennen.

Fledermäuse: oft harmloser als gedacht

Fledermäuse nagen nicht und bauen keine Nester. Ihr "Schaden" beschränkt sich meist auf Kotansammlungen (Guano) unter dem Quartier. Dieser Kot ist trocken, krümelig und lässt sich in der Regel problemlos entfernen. Bauliche Substanz wird durch Fledermäuse normalerweise nicht angegriffen. Da alle heimischen Fledermausarten streng geschützt sind, ist hier besondere Zurückhaltung geboten – mehr dazu unter Fledermaus am Haus.

Wann aus Schaden ein Hygiene- und Gesundheitsthema wird

Manche Schäden sind nicht nur baulich, sondern berühren die Hygiene. Kotplätze von Marder, Waschbär oder Tauben können über die Zeit Gerüche, Feuchtigkeit und Schimmel begünstigen, und in Nestern siedeln sich häufig Parasiten an. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund zur Sorgfalt: Größere Kotansammlungen sollten nicht trocken aufgewirbelt, sondern fachgerecht entfernt werden. Welche Krankheiten in diesem Zusammenhang überhaupt eine Rolle spielen und wie hoch das Risiko realistisch ist, ordnet der Beitrag Gefahr durch Krankheiten sachlich ein. Für die meisten Hausbesitzer steht im Vordergrund, den Schaden zu begrenzen und die Quelle dauerhaft zu beseitigen.

Eichhörnchen und Specht

Auch Eichhörnchen können sich in Dachräume zurückziehen und dort Kabel benagen oder Dämmung verlagern. Spechte wiederum hacken zur Höhlenanlage oder Nahrungssuche Löcher in Fassaden – besonders in Wärmedämmverbundsysteme (WDVS), wo sie sichtbare Schadbilder hinterlassen. Beide Arten sind geschützt, sodass auch hier nicht einfach das Tier oder die Bruthöhle entfernt werden darf.

Schaden erkannt – und jetzt?

Die Höhe des Schadens rechtfertigt nicht automatisch ein Eingreifen. Entscheidend ist immer die Reihenfolge:

  1. Art bestimmen: Welches Tier ist es tatsächlich? Davon hängt der gesamte rechtliche Rahmen ab.
  2. Schutzstatus klären: Besonders oder streng geschützt? Brut- oder Setzzeit aktiv?
  3. Maßnahme wählen: Vorbeugung, Vergrämung oder fachliche Umsiedlung – im erlaubten Rahmen.

Je länger ein Tier unbemerkt bleibt, desto teurer wird es: Aus einem angenagten Kabel kann ein Kurzschluss werden, aus durchnässter Dämmung ein Schimmelproblem. Wer auf frühe Warnsignale wie nächtliche Geräusche, Kratzspuren oder herausgezogenes Dämmmaterial achtet, handelt rechtzeitig und meist günstiger. Gerade weil Schaden und Schutz hier zusammenfallen, ist die saubere Diagnose so wichtig. Wer den Zugang zu früh verschließt, sperrt im schlimmsten Fall ein Tier samt Jungtieren ein und verschärft das Problem. Wie sich Zugänge richtig und tierschonend sichern lassen, erklärt der Beitrag Wildtiere vorbeugen. Wenn Schäden bereits eingetreten sind oder ein geschütztes Tier samt Quartier betroffen ist, stoßen Heimwerker schnell an rechtliche und praktische Grenzen – dann ist die Begutachtung durch einen Fachbetrieb des BIOVEX-Netzwerks oder die Naturschutzbehörde der sichere Weg.

Häufige Fragen

Welches geschützte Tier richtet die größten Schäden am Haus an?

In der Praxis verursachen Steinmarder und Waschbären die teuersten baulichen Schäden, weil sie Dämmung herausreißen, Kabel zerbeißen und Dachhaut beschädigen. Tauben schädigen vor allem durch säurehaltigen Kot und verstopfte Regenrinnen über längere Zeit.

Sind Marderschäden an Kabeln häufig?

Ja. Das Benagen von Strom-, Antennen- und Wasserleitungen gehört zu den typischsten Marderschäden – sowohl auf dem Dachboden als auch im Motorraum von Fahrzeugen. Sichtbare Bissspuren an Kabeln sind ein deutlicher Hinweis auf einen Marder.

Ist Fledermauskot gefährlich für das Gebäude?

Fledermauskot (Guano) ist in der Regel trocken und krümelig und greift die Bausubstanz nicht an. Er lässt sich meist einfach entfernen. Fledermäuse sind streng geschützt, deshalb sollte das Quartier nicht gestört und im Zweifel der NABU oder die Naturschutzbehörde kontaktiert werden.

Darf ich das Tier wegen der Schäden einfach entfernen?

Nein, nicht ohne Weiteres. Auch wenn der Schaden erheblich ist, sind viele Gebäudebewohner geschützt. Töten, Fangen oder das Zerstören von Fortpflanzungs- und Ruhestätten ist verboten. Erlaubt sind in der Regel tierschonende Vergrämung und vorbeugender Verschluss außerhalb der Brut- und Setzzeit.

Woran erkenne ich, ob ein Marder oder ein Waschbär im Dach ist?

Waschbären sind deutlich schwerer, weiten Öffnungen stärker auf und legen feste Kotplätze (Latrinen) an. Marder hinterlassen herausgezogene Dämmung, zerbissene Kabel und verteilten Kot. Im Zweifel hilft die Bestimmung über Spuren, Kotform und Schadbild.

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