Aufgeschnittenes verlassenes Hornissennest mit Wabenstruktur im Herbstlicht zum Lebenszyklus der Hornisse
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Lebenszyklus der Hornisse: vom Königin-Start bis zum Nestende im Herbst

Ein Hornissenvolk lebt nur eine einzige Saison: Eine Königin gründet es im Frühjahr, im Spätsommer erreicht es seinen Höhepunkt, und im Herbst stirbt es ab. Nur junge Königinnen überwintern. Dieses Wissen nimmt vielen Nestern den Schrecken.

Ein Volk, ein Jahr

Anders als oft vermutet sind Hornissenvölker nicht dauerhaft. Der gesamte Staat entsteht, wächst und vergeht innerhalb einer einzigen Saison. Wer diesen Rhythmus kennt, kann viele Nester gelassen betrachten, denn das Problem löst sich im Herbst von selbst. Im Folgejahr wird ein altes Nest nicht wiederbesiedelt.

Frühjahr: die Königin gründet das Nest

Im Frühjahr, etwa ab Mitte April, erwacht eine im Vorjahr begattete Jungkönigin aus dem Winterquartier. Sie sucht einen geeigneten Hohlraum und beginnt allein mit dem Nestbau. Aus zerkautem, morschem Holz formt sie die ersten Waben und legt Eier. In dieser frühen Phase ist sie auf sich gestellt: Sie baut, jagt und versorgt die erste Brut gleichzeitig. Welche Standorte sie wählt und warum, erklärt der Beitrag Ursachen und Anziehungsfaktoren.

Frühsommer: die ersten Arbeiterinnen

Rund vier Wochen nach der Gründung schlüpfen die ersten Arbeiterinnen. Sie sind mit 18 bis 25 Millimetern kleiner als die Königin und übernehmen nun Nestbau, Jagd und Brutpflege. Die Königin zieht sich ins Nestinnere zurück und legt fortan nur noch Eier. Ab jetzt wächst das Volk spürbar, weil immer mehr Arbeiterinnen die Aufzucht beschleunigen. Eine einzelne Arbeiterin lebt allerdings nur etwa drei bis vier Wochen.

Hochsommer bis Spätsommer: der Höhepunkt

Zwischen Mitte August und Mitte September erreicht ein heimisches Hornissenvolk seinen Entwicklungshöhepunkt. Es kann dann mehrere Hundert Tiere zählen, oft 400 bis 700, und das Nest wird bis zu 60 Zentimeter groß. In dieser Phase ist der Flugverkehr am intensivsten und das Nest am auffälligsten. Das ist auch die Zeit, in der ein Nest an einem stark genutzten Ort am ehesten als störend empfunden wird. Wie man es einordnet, beschreibt der Beitrag Hornissennest erkennen.

Spätsommer: Drohnen und Jungköniginnen

Ab etwa August zieht das Volk Geschlechtstiere heran: männliche Drohnen und weibliche Jungköniginnen. An warmen Tagen im September und Oktober schwärmen sie zur Paarung aus. Die begatteten Jungköniginnen suchen anschließend ein Winterquartier. Sie sind die einzigen Tiere, die das Jahr überdauern.

Herbst: das Volk stirbt ab

Mit der Paarung beginnt das Ende des Staates. Die alte Königin verlässt das Nest und stirbt, ebenso nach und nach die Arbeiterinnen. Die letzten Tiere sterben meist Anfang bis Mitte November. Damit erlischt das Leben im Nest vollständig. Das verlassene Nest wird nicht reaktiviert. Genau deshalb lohnt sich bei unkritischem Standort oft das Abwarten bis zum natürlichen Nestende, wie auch unter Hornissen umsiedeln lassen erläutert.

Winter: nur die Königinnen überdauern

Die jungen Königinnen überwintern geschützt, etwa unter Rinde, in morschem Holz oder im Boden. Im folgenden Frühjahr gründet jede von ihnen einen neuen Staat an einem neuen Ort. Der Zyklus beginnt von vorn. Aus diesem Grund taucht selten an genau derselben Stelle in zwei aufeinanderfolgenden Jahren ein Nest auf.

Warum die Tiere im Spätsommer auffälliger wirken

Viele Menschen empfinden Hornissen erst im August und September als störend. Das hat zwei Gründe. Erstens ist das Volk dann am größten, sodass schlicht mehr Tiere unterwegs sind. Zweitens steigt der Energiebedarf, weil die Geschlechtstiere herangezogen werden. Die Arbeiterinnen suchen vermehrt nach zuckerhaltigem Saft an Fallobst und Sträuchern. Aggressiver werden die Tiere dadurch nicht, sie sind nur sichtbarer. Wer das weiß, ordnet die scheinbar plötzliche Präsenz richtig ein: Sie ist Teil des natürlichen Rhythmus und kein Zeichen für eine wachsende Gefahr. Zur Einschätzung der tatsächlichen Risiken hilft der Beitrag Sind Hornissen gefährlich?.

Was der Zyklus für den Umgang bedeutet

Der einjährige Verlauf hat praktische Folgen. Eine frühe Umsiedlung im Frühsommer ist schonender und einfacher, weil das Volk noch klein ist. Je später im Jahr, desto größer das Nest und desto aufwendiger ein Eingriff. Gleichzeitig gilt: Je näher der Herbst, desto eher lohnt sich Abwarten, weil das Volk ohnehin bald abstirbt. Diese Abwägung zwischen frühem Handeln und geduldigem Abwarten ist bei jedem Nest individuell. Eine genehmigte fachgerechte Lösung beschreibt der Beitrag Hornissen umsiedeln lassen.

Der Jahreszyklus auf einen Blick

  • April bis Mai: Königin gründet das Nest allein.
  • Mai bis Juni: erste Arbeiterinnen schlüpfen, Volk wächst.
  • August bis September: Höhepunkt mit mehreren Hundert Tieren.
  • September bis Oktober: Drohnen und Jungköniginnen schwärmen aus.
  • Oktober bis November: Volk stirbt, nur Jungköniginnen überwintern.

Warum dieses Wissen beruhigt

Die Erkenntnis, dass ein Nest einjährig ist, verändert den Umgang spürbar. Statt vorschneller, rechtlich ohnehin unzulässiger Eingriffe ist oft Geduld die beste Strategie. Sitzt das Nest an einem unkritischen Ort, ist die Saison meist schneller vorbei, als ein aufwendiges Verfahren dauern würde. Nur wenn das Nest den Alltag wirklich gefährdet, kommt eine genehmigte fachgerechte Umsiedlung in Betracht.

Häufige Fragen

Wie lange lebt ein Hornissenvolk?

Nur eine Saison. Das Volk wird im Frühjahr gegründet, erreicht im Spätsommer seinen Höhepunkt und stirbt im Herbst ab. Die letzten Tiere sterben meist Anfang bis Mitte November.

Wie viele Hornissen leben in einem Nest?

Auf dem Höhepunkt zwischen Mitte August und Mitte September zählt ein heimisches Volk meist 400 bis 700 Tiere. Das Nest kann dann bis zu 60 Zentimeter groß werden.

Überwintern Hornissen im Nest?

Nein. Das ganze Volk stirbt im Herbst. Nur die begatteten Jungköniginnen überwintern geschützt unter Rinde, in morschem Holz oder im Boden und gründen im Frühjahr einen neuen Staat.

Wird ein Hornissennest im nächsten Jahr wieder genutzt?

Nein. Ein verlassenes Nest wird nicht wiederbesiedelt. Nach dem Winter kann es gefahrlos entfernt werden. Neue Königinnen gründen ihre Nester an anderen Stellen.

Wann ist ein Hornissennest am aktivsten?

Zwischen Mitte August und Mitte September, wenn das Volk seinen Höhepunkt erreicht. Dann ist der Flugverkehr am intensivsten. Danach nimmt die Aktivität bis zum Absterben im November ab.

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