Was kostet die Umsiedlung eines Hornissennests?
Eine Hornissenumsiedlung ist meist günstiger als gedacht. Dieser Beitrag zeigt realistische Preisspannen, Stand 2026, und welche Faktoren den Preis bestimmen.
Worauf sich die Kosten beziehen
Beim Thema Kosten ist eine Unterscheidung wichtig. Anders als bei einem Wespennest, das oft einfach beseitigt wird, geht es bei der besonders geschützten Hornisse um eine Umsiedlung, also das schonende Versetzen des gesamten Volkes. Die Kosten setzen sich aus zwei Teilen zusammen: einer eventuellen Verwaltungsgebühr für die behördliche Genehmigung und dem Honorar für die fachliche Durchführung.
Realistische Preisspannen 2026
Die folgenden Werte sind Orientierungsspannen, keine Festpreise. Der tatsächliche Preis hängt vom Einzelfall ab.
- Umsiedlung durch einen Fachbetrieb: in der Regel etwa 100 bis 200 Euro, bei einfachem Zugang teils darunter, bei schwierigen Lagen darüber.
- Umsiedlung durch einen erfahrenen Imker: häufig günstiger, oft bis rund 100 Euro, teils gegen eine Aufwandsentschädigung.
- Verwaltungsgebühr für die Ausnahmegenehmigung: je nach Behörde im niedrigen zweistelligen Bereich; Umsiedlungsgenehmigungen sind vielerorts kostenfrei.
Wie die Genehmigung beantragt wird, erklärt der Beitrag zur Genehmigung der Naturschutzbehörde.
Was den Preis beeinflusst
Lage und Zugänglichkeit des Nestes
Ein frei hängendes Nest unter einem Vordach ist schneller versetzt als ein Nest tief im Rollladenkasten, im Dachstuhl oder hinter einer Verkleidung. Je aufwendiger das Freilegen, desto höher der Arbeitsaufwand.
Höhe und Sicherheitsaufwand
Nester in großer Höhe erfordern Leitern, Hubsteiger oder zusätzliche Sicherung. Das schlägt sich im Preis nieder.
Größe und Entwicklungsstand
Ein frühes, kleines Nest lässt sich leichter und damit günstiger umsiedeln als ein großes Volk im Spätsommer. Auch deshalb lohnt frühes Handeln.
Anfahrt und Zeitpunkt
Entfernung zum Einsatzort sowie Einsätze am Abend, am Wochenende oder als Notfall können Zuschläge verursachen.
Holen Sie im Zweifel ein bis zwei Kostenschätzungen ein und lassen Sie sich den Aufwand erklären. Seriöse Anbieter nennen eine nachvollziehbare Spanne, bevor sie anrücken.
Warum Selbermachen keine Ersparnis ist
Der Versuch, Kosten durch Eigenentfernung zu sparen, geht meist nach hinten los. Das eigenmächtige Zerstören eines Nestes ist verboten und kann ein Bußgeld bis in den fünfstelligen Bereich nach sich ziehen, das jede Umsiedlung um ein Vielfaches übersteigt. Hinzu kommt das Gesundheitsrisiko. Mehr dazu unter Hornissennest selbst entfernen.
Wann sogar gar keine Kosten entstehen
Der oft übersehene Punkt: In vielen Fällen ist überhaupt keine kostenpflichtige Maßnahme nötig. Schaltet die Untere Naturschutzbehörde einen ehrenamtlichen Hornissenberater ein, ist dessen Begutachtung vor Ort häufig kostenlos. Stellt sich dabei heraus, dass das Nest an einem ruhigen Ort sitzt und bis zum natürlichen Absterben im Herbst belassen werden kann, entstehen gar keine Kosten. Genau deshalb lohnt sich der erste Anruf bei der Behörde, bevor man einen gewerblichen Betrieb beauftragt. Nicht selten löst sich das vermeintliche Problem allein durch die fachliche Einschätzung.
Vorsicht bei pauschalen Lockangeboten
Im Internet finden sich Anbieter mit auffällig niedrigen Pauschalpreisen. Hier ist Skepsis angebracht. Bei der geschützten Hornisse ist eine seriöse Leistung an Genehmigung, Fachkenntnis und Umsiedlung gebunden, was sich nicht zu Dumpingpreisen erbringen lässt. Wer mit einem Spottpreis zur sofortigen Vernichtung lockt, ignoriert womöglich den Artenschutz und bringt Sie damit in die Gefahr eines Bußgeldes. Achten Sie deshalb weniger auf den niedrigsten Preis als auf einen nachvollziehbaren, artenschutzkonformen Ablauf. Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten, erläutert der Beitrag Hornissenberater oder Schädlingsbekämpfer.
Wer zahlt bei Mietwohnungen
Sitzt das Nest an einer Mietwohnung, trägt in der Regel der Vermieter die Kosten, da ein Hornissennest als Mangel der Mietsache gilt und nicht als umlagefähige Betriebskosten. Die Details und die Grenzen dieser Regel behandelt der Beitrag Hornissennest in der Mietwohnung.
So gehen Sie vor
Kontaktieren Sie zuerst die Untere Naturschutzbehörde. Oft kann ein ehrenamtlicher Hornissenberater kostenlos beraten oder die Umsiedlung sogar selbst übernehmen. Ist ein gewerblicher Fachbetrieb nötig, lassen Sie sich vorab eine Kostenschätzung geben. Geschulte Ansprechpartner für eine fachgerechte Umsiedlung vermittelt auch das BIOVEX-Netzwerk.
Häufige Fragen
Was kostet die Umsiedlung eines Hornissennests?
Als grobe Orientierung liegt eine fachgerechte Umsiedlung 2026 meist bei etwa 100 bis 200 Euro. Erfahrene Imker sind oft günstiger. Lage, Höhe, Nestgröße und Anfahrt beeinflussen den Preis. Es handelt sich um Spannen, nicht um Festpreise.
Ist die behördliche Genehmigung kostenpflichtig?
Eine Umsiedlungsgenehmigung wird vielerorts kostenfrei erteilt. Für eine Ausnahmegenehmigung können je nach Behörde Verwaltungsgebühren im niedrigen zweistelligen Bereich anfallen. Das ist getrennt vom Honorar des Fachbetriebs.
Warum ist eine Hornissenumsiedlung teurer als eine Wespenbeseitigung?
Weil Hornissen geschützt sind und das Volk nicht getötet, sondern lebend versetzt werden muss. Das ist aufwendiger und erfordert Genehmigung und Fachkenntnis. Dafür bleibt das nützliche Volk erhalten.
Kann ein Imker die Umsiedlung übernehmen?
Ja, erfahrene Imker mit Kenntnis im Hautflüglerschutz führen Umsiedlungen häufig durch, oft günstiger als ein gewerblicher Betrieb. Auch dann ist eine behördliche Genehmigung erforderlich.
Spare ich Geld, wenn ich das Nest selbst entferne?
Nein. Das eigenmächtige Entfernen ist verboten und kann ein Bußgeld bis in den fünfstelligen Bereich auslösen, das die Umsiedlungskosten weit übersteigt. Dazu kommt ein erhebliches Gesundheitsrisiko.