Maulwurf erkennen: So identifizieren Sie das Tier sicher
Den Maulwurf selbst bekommt man im Garten fast nie zu Gesicht – er lebt unter der Erde. Erkennen lässt er sich trotzdem zuverlässig, und zwar an seinen Spuren und am Tier selbst, falls man doch einmal eines findet.
Der Europäische Maulwurf (Talpa europaea) ist eines der heimlichsten Säugetiere unserer Gärten. Er verbringt sein gesamtes Leben in einem unterirdischen Gangsystem und kommt nur selten an die Oberfläche. Wer wissen will, ob der eigene Rasen einen Maulwurf beherbergt, muss deshalb meist auf indirekte Hinweise achten – oder hat das Glück, das Tier einmal direkt zu sehen.
So sieht ein Maulwurf aus
Ein ausgewachsener Maulwurf ist überraschend klein: Er misst nur etwa 11 bis 16 Zentimeter und wiegt zwischen 70 und 130 Gramm. Sein walzenförmiger Körper ist von dichtem, samtig schwarzem bis dunkelgrauem Fell bedeckt, das in alle Richtungen umlegbar ist – eine Anpassung an das Leben im engen Tunnel. Die auffälligsten Merkmale sind die zu kräftigen Grabschaufeln umgebildeten Vorderpfoten, die seitlich nach außen gedreht sind und große Krallen tragen.
Augen und Ohren sind beim Maulwurf stark zurückgebildet und im Fell verborgen. Er ist nicht blind, sieht aber kaum mehr als hell und dunkel. Dafür sind sein Tast-, Geruchs- und Erschütterungssinn hervorragend ausgeprägt. Die rosafarbene, spitze Schnauze ist mit empfindlichen Tasthaaren besetzt. Verwechseln kann man den Maulwurf am ehesten mit einer Spitzmaus – diese ist jedoch deutlich zierlicher und hat normale, nach vorn gerichtete Pfötchen.
Die wichtigsten Erkennungszeichen über der Erde
Da das Tier selbst verborgen bleibt, erkennt man einen Maulwurf in der Praxis an drei Dingen:
- Maulwurfshügel: regelmäßig über den Garten verteilte, kegelförmige Erdhaufen aus feiner, krümeliger Erde. Wie sie genau aussehen, erklären wir im Beitrag Maulwurfshügel erkennen.
- Oberflächengänge: bei manchen Bodenarten zeichnen sich die Tunnel als leicht aufgewölbte Linien im Rasen ab.
- Frische Aktivität: wandern die Hügel oder kommen über Tage neue hinzu, ist der Maulwurf aktiv.
Entscheidend ist die Unterscheidung von der Wühlmaus, die ganz ähnliche Schäden verursacht, aber – anders als der Maulwurf – ein Pflanzenfresser ist und nicht unter Naturschutz steht. Worin sich die beiden unterscheiden, lesen Sie unter Maulwurf oder Wühlmaus?
Warum die richtige Identifikation so wichtig ist
Die korrekte Bestimmung ist nicht nur Spielerei. Der Maulwurf ist in Deutschland eine besonders geschützte Art nach dem Bundesnaturschutzgesetz. Man darf ihn weder fangen noch verletzen oder töten. Wer ihn mit einer Wühlmaus verwechselt und zu Fallen oder Giftködern greift, riskiert ein empfindliches Bußgeld. Bevor Sie also irgendetwas unternehmen, sollten Sie sicher sein, welches Tier tatsächlich gräbt. Mehr dazu im Beitrag Rechtslage und Artenschutz.
Ist der Maulwurf wirklich der Übeltäter?
Ein guter erster Test: Maulwürfe sind reine Fleischfresser. Sie fressen Regenwürmer, Insektenlarven und andere Bodentiere – niemals Pflanzenwurzeln. Finden Sie also angefressene Wurzeln, abgestorbene Pflanzen oder leergefressene Knollen, deutet das fast immer auf eine Wühlmaus hin. Bleiben Ihre Pflanzen unversehrt und stören nur die Erdhügel, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Maulwurf am Werk.
Anzeichen richtig deuten
Maulwürfe sind ganzjährig aktiv und halten keinen Winterschlaf. Besonders viele frische Hügel sieht man im Frühjahr und Herbst, wenn die Tiere ihr Gangsystem ausbauen oder die Jungtiere eigene Reviere suchen. Im Sommer, wenn der Boden trocken und hart ist, ziehen sich Maulwürfe in tiefere Schichten zurück und werfen weniger Erde aus – das heißt aber nicht, dass sie verschwunden sind.
Eine genauere Beschreibung aller Spuren – von einzelnen Hügeln bis zu ganzen Gangsystemen – finden Sie im Beitrag Anzeichen und Spuren. Wenn Sie das Tier zweifelsfrei als Maulwurf bestimmt haben, gilt: Er ist nützlich, harmlos für Mensch und Pflanze und geschützt. In aller Regel lohnt es sich, mit ihm zu leben statt gegen ihn zu kämpfen.
Schritt für Schritt zur sicheren Bestimmung
Wenn Sie unsicher sind, hilft ein einfaches Vorgehen:
- Hügel ansehen: kegelförmig, hoch, rund und mit feiner Erde ohne Wurzelreste? Das spricht für den Maulwurf.
- Pflanzen prüfen: Sind Wurzeln, Knollen und Zwiebeln unversehrt? Dann ist es kein Pflanzenfresser wie die Wühlmaus.
- Aktivität beobachten: Hügel einebnen und nach ein paar Tagen schauen, ob neue entstehen – so erkennen Sie, ob das Tier noch da ist.
- Im Zweifel die Verwühlprobe machen: Sie zeigt, wie schnell ein geöffneter Gang verschlossen wird, und unterscheidet Maulwurf von Wühlmaus zuverlässig.
Bleibt nach diesen Schritten Unsicherheit – etwa weil Hügel und Pflanzenschäden zusammen auftreten –, kann eine fachkundige Einschätzung sinnvoll sein, bevor Sie aktiv werden. So vermeiden Sie es, ein geschütztes Tier mit einer bekämpfbaren Wühlmaus zu verwechseln.
Kurz zusammengefasst
Den Maulwurf erkennt man selten am Tier selbst, sondern an seinen kegelförmigen Erdhügeln und intakten Pflanzen drumherum. Wichtigster Schritt ist die Abgrenzung zur Wühlmaus, denn nur der Maulwurf steht unter strengem Schutz. Wer unsicher ist, sollte vor jeder Maßnahme genau hinsehen – das schützt das Tier und den eigenen Geldbeutel.
Häufige Fragen
Wie groß ist ein Maulwurf?
Ein ausgewachsener Europäischer Maulwurf ist nur etwa 11 bis 16 Zentimeter lang und wiegt zwischen 70 und 130 Gramm. Seine kräftigen, nach außen gedrehten Grabschaufeln machen ihn unverwechselbar.
Ist der Maulwurf blind?
Nein, ganz blind ist er nicht. Seine Augen sind aber stark zurückgebildet und im Fell verborgen, sodass er kaum mehr als hell und dunkel unterscheidet. Er orientiert sich vor allem über Tast-, Geruchs- und Erschütterungssinn.
Wie erkenne ich, ob ein Maulwurf oder eine Wühlmaus gräbt?
Maulwürfe fressen ausschließlich tierische Nahrung und lassen Pflanzen unangetastet. Sind Ihre Pflanzen unversehrt und stören nur Erdhügel, ist es meist ein Maulwurf. Angefressene Wurzeln deuten dagegen auf eine Wühlmaus hin. Details finden Sie im Beitrag Maulwurf oder Wühlmaus?
Sieht man Maulwürfe überhaupt an der Oberfläche?
Nur sehr selten. Der Maulwurf verbringt fast sein ganzes Leben unter der Erde. Man erkennt ihn deshalb in der Regel an den Spuren – vor allem an den kegelförmigen Erdhügeln.
Mit welchem Tier kann man den Maulwurf verwechseln?
Am ehesten mit der Spitzmaus, die ähnlich gefärbt ist. Die Spitzmaus ist jedoch deutlich kleiner und zierlicher und hat normale Pfötchen statt der typischen seitlichen Grabschaufeln des Maulwurfs.