Leerer Bienenkorb und Sammelkiste unter einem Ast als Ausrüstung bei einem Bienenschwarm im Garten
Ratgeber / Bienen / Bienenschwarm im Garten – was tun und wen rufen?

Bienenschwarm im Garten – was tun und wen rufen?

Eine dicht hängende, summende Bienentraube an Ast, Hauswand oder Zaun ist ein Bienenschwarm – ein natürlicher Vorgang und kein Notfall. Wer Ruhe bewahrt und einen Imker ruft, hilft den Tieren am besten.

Was ist ein Bienenschwarm?

Ein Bienenschwarm entsteht, wenn sich ein kräftiges Honigbienenvolk teilt. Das ist die natürliche Vermehrung der Honigbiene. In der Schwarmzeit, meist im Mai und Juni, verlässt die alte Königin mit etwa der Hälfte des Volkes den Stock und sucht ein neues Zuhause. Auf dem Weg dorthin sammelt sich der Schwarm als dichte, hängende Traube, etwa an einem Ast, einem Zaun, einer Hauswand oder einem Fahrrad. Diese Rast dauert oft nur Stunden bis maximal ein, zwei Tage, während Spurbienen ein geeignetes Quartier suchen.

Ist ein Bienenschwarm gefährlich?

Nein, ein rastender Schwarm ist in aller Regel ungefährlich. Die Bienen haben keinen Bau und keine Brut zu verteidigen und sind vor dem Abflug zudem mit Honig vollgesogen, was sie besonders friedlich macht. Sie haben kein Interesse daran, Menschen anzugreifen, solange man sie nicht stört. Der Anblick einer großen, brummenden Wolke wirkt dramatisch, das Verhalten ist es nicht. Trotzdem gilt: Abstand halten, nicht hineinfassen und nicht versuchen, den Schwarm mit Wasser, Rauch oder Spray zu vertreiben.

Ein Bienenschwarm ist kein Schädlingsbefall, sondern Natur in Aktion. Mit dem richtigen Anruf ist die Sache meist schnell und tierschonend gelöst.

Was Sie tun sollten

  1. Ruhe bewahren. Halten Sie ein paar Meter Abstand und sorgen Sie dafür, dass Kinder und Haustiere nicht zu nah herankommen.
  2. Den Schwarm in Ruhe lassen. Nicht stören, nicht bewerfen, nicht anspritzen. Jede Störung macht die Tiere unnötig unruhig.
  3. Einen Imker rufen. Imker holen Schwärme in der Regel kostenlos ab, weil ein Schwarm ein wertvolles neues Volk ist.
  4. Genau beobachten. Merken Sie sich die genaue Stelle und Höhe, das hilft dem Imker bei der Vorbereitung.

Wen rufe ich an?

Die schnellste Hilfe bietet ein örtlicher Imker. Kontaktdaten finden Sie über den nächsten Imkerverein, über kommunale Stellen wie Feuerwehr oder Ordnungsamt, die häufig Imker vermitteln, oder über sogenannte Schwarmbörsen im Internet. Viele Regionen haben eine zentrale Schwarmtelefon-Nummer. Welche Stelle wofür zuständig ist und wie man richtig meldet, erklärt Bienennest melden. Ob im Einzelfall ein Imker oder ein Fachbetrieb gefragt ist, klärt Imker oder Kammerjäger.

Schwarm oder festes Nest?

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einem rastenden Schwarm und einem etablierten Nest. Ein Schwarm hängt als kompakte Traube an einer Stelle und zieht meist innerhalb kurzer Zeit von selbst weiter. Ein festes Nest dagegen sitzt dauerhaft in einem Hohlraum, mit Wachswaben und einem konstanten Einflugloch. Bleibt der Schwarm und beginnt, in einen Hohlraum am Haus einzuziehen, wird daraus ein Nest. Woran man ein etabliertes Nest erkennt, beschreibt Bienennest erkennen. Mehr zum Hintergrund der Volksteilung steht in Lebenszyklus von Bienen.

Warum Bienen überhaupt schwärmen

Das Schwärmen ist kein Zeichen einer Störung, sondern die natürliche Vermehrung der Honigbiene. Wird ein Volk im Frühjahr stark und der Platz knapp, zieht es neue Königinnen in besonderen Weiselzellen heran. Bevor die erste junge Königin schlüpft, verlässt die alte Königin mit einem Teil des Volkes den Stock, der erste oder Vorschwarm. Gelegentlich folgen sogenannte Nachschwärme mit jungen Königinnen. So entstehen aus einem Volk mehrere. Für Imker ist das ein wichtiges Ereignis, das sie durch regelmäßige Kontrollen zu steuern versuchen. Für Sie als Beobachter bedeutet es vor allem: Der Schwarm ist auf der Durchreise und sucht ein Zuhause, er hat es nicht auf Ihr Haus oder Ihren Garten abgesehen. Mehr zu diesem Vorgang steht in Lebenszyklus von Bienen.

Warum man nicht selbst eingreifen darf

Honigbienen sind geschützt, und ein Schwarm gehört in die Hände eines Imkers, nicht in die eines Laien. Eigene Vertreibungsversuche sind nicht nur gefährlich, weil sie die Tiere reizen, sie können auch das Volk zerstören und damit gegen den Tier- und Naturschutz verstoßen. Sitzt der Schwarm an einer schwer zugänglichen Stelle oder ist bereits in einen Hohlraum eingezogen, lohnt der Anruf bei Imker oder Fachbetrieb umso mehr. Lässt sich vor Ort niemand finden, hilft das BIOVEX-Netzwerk bei der Vermittlung und fachlichen Einschätzung.

Das Wichtigste in Kürze

Ein Bienenschwarm ist die natürliche Teilung eines Volkes in der Schwarmzeit von Mai bis Juni und in aller Regel ungefährlich. Bewahren Sie Ruhe, halten Sie Abstand, stören Sie den Schwarm nicht und rufen Sie einen Imker, der ihn meist kostenlos abholt. Eigene Vertreibungsversuche sind tabu, da Honigbienen geschützt sind.

Häufige Fragen

Ist ein Bienenschwarm gefährlich?

In der Regel nicht. Ein rastender Schwarm hat kein Nest und keine Brut zu verteidigen und ist mit Honig vollgesogen, was die Bienen besonders friedlich macht. Solange man Abstand hält und den Schwarm nicht stört, besteht kaum Gefahr.

Wen rufe ich bei einem Bienenschwarm an?

Am besten einen örtlichen Imker. Kontakte vermitteln der nächste Imkerverein, häufig auch Feuerwehr oder Ordnungsamt sowie sogenannte Schwarmbörsen im Internet. Imker holen Schwärme meist kostenlos ab, weil daraus ein neues Volk entsteht.

Wann ist Schwarmzeit bei Bienen?

Die Hauptschwarmzeit liegt in den Monaten Mai und Juni. Dann teilen sich kräftige Völker, und die alte Königin verlässt mit etwa der Hälfte der Bienen den Stock, um an anderer Stelle ein neues Volk zu gründen.

Wie lange bleibt ein Bienenschwarm hängen?

Oft nur einige Stunden, manchmal bis zu ein, zwei Tage. In dieser Zeit suchen Spurbienen ein neues Quartier. Findet sich keines, zieht der Schwarm in der Regel von selbst weiter, sofern er nicht in einen Hohlraum einzieht.

Darf ich einen Bienenschwarm selbst vertreiben?

Nein. Honigbienen sind geschützt, und eigene Vertreibungsversuche mit Wasser, Rauch oder Spray reizen die Tiere und können das Volk zerstören. Das richtige Vorgehen ist, Abstand zu halten und einen Imker zu rufen.
Hinweis: Diese Art ist gesetzlich geschützt. Töten, Fangen oder Entfernen des Nestes kann verboten und bußgeldbewehrt sein — wenden Sie sich an die untere Naturschutzbehörde.
DIY gescheitert oder Befall zu groß? Über das BIOVEX-Netzwerk finden Sie den geprüften Fachbetrieb in Ihrer Stadt in NRW.
Standort finden
BIOVEX Schädlingsbekämpfung — der IHK-zertifizierte Fachverbund für professionelle Schädlingsbekämpfung in NRW. Mit eigenen Standorten im Ruhrgebiet und in Düsseldorf.
© BIOVEX Schädlingsbekämpfung · Inhaber Jasin Murati