Angenagter Dachkasten mit Einschlupfloch und Nussschalen als Spur von Eichhörnchen im Dach
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Eichhörnchen im Dach: was ist erlaubt?

Ein Eichhörnchen im Dachboden ist niedlich anzusehen, aber rechtlich heikel: Das Tier ist besonders geschützt, darf nicht gefangen, vertrieben oder eingesperrt werden — schon gar nicht, wenn es Junge aufzieht. Erlaubt sind nur schonende, indirekte Maßnahmen außerhalb der Aufzuchtzeit.

Eichhörnchen im Dach erkennen

Eichhörnchen sind tagaktiv und verraten sich durch schnelle Trappel- und Klettergeräusche vor allem am frühen Morgen und am späten Nachmittag — anders als der nachtaktive Marder oder Siebenschläfer. Sie schleppen Nistmaterial wie Moos, Laub und Zweige in das Quartier und legen Vorratsverstecke an. Eine erste Abgrenzung zu anderen Dachbewohnern bietet der Ratgeber Geräusche auf dem Dachboden richtig zuordnen.

Rechtslage: besonders geschützt

Das Eichhörnchen ist nach der Bundesartenschutzverordnung in Verbindung mit dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt. Es darf nicht gejagt, gefangen, verletzt, getötet oder privat gehalten werden. Auch das Eichhörnchen unterliegt nicht dem Jagdrecht — eine "Bejagung" gibt es also nicht. Der Schutz erstreckt sich auf alle Entwicklungsstadien, ausdrücklich auch auf Jungtiere im Nest (Kobel).

Eine eigenmächtige Vergrämung oder gar Bekämpfung ist verboten. Erlaubt sind ausschließlich indirekte, schonende Maßnahmen, die das Tier nicht schädigen und keine Jungtiere einsperren oder von der Mutter trennen.

Was Sie tun dürfen — und was nicht

Nicht erlaubt

  • Eichhörnchen fangen, einsperren oder umsetzen,
  • den Eingang verschließen, solange das Tier oder Jungtiere im Quartier sind,
  • Gift, Fallen oder direkte Vertreibung einsetzen.

Erlaubt und sinnvoll

  • Indirekte Vergrämung außerhalb der Aufzuchtzeit: Eichhörnchen mögen keine Störung. Ein Radio, etwas Licht oder ein an die Mutter unbedenklich abgegebener Geruch können sie veranlassen, mit den Jungen freiwillig in ein anderes Quartier umzuziehen.
  • Den Auszug abwarten und dann sichern: Erst wenn sicher kein Tier mehr im Dach ist, dürfen Sie die Zugänge dauerhaft verschließen.
  • Vorbeugen: Äste, die als Zugangsbrücke dienen, zurückschneiden (außerhalb der Schonzeit für Gehölze) und offene Spalten am Dach abdichten, bevor sich ein Tier einnistet.

Mehr zu zulässigen Verfahren bei geschützten Arten lesen Sie im Ratgeber Erlaubte Methoden.

Die Aufzuchtzeit ist entscheidend

Eichhörnchen ziehen ihre Jungen meist im Frühjahr und ein zweites Mal im Spätsommer auf. In diesen Zeiten sitzen hilflose Jungtiere im Kobel. Wird die Mutter vertrieben oder ausgesperrt, verhungern die Jungen — das ist tierschutzwidrig und ein Verstoß gegen das Artenschutzrecht. Indirekte Vergrämung kommt deshalb nur infrage, wenn sicher keine Jungtiere betroffen sind. Welche allgemeinen Schon- und Setzzeiten gelten, erklärt der Ratgeber Nist- und Setzzeit.

Finden Sie ein hilfloses Jungtier?

Eine eng begrenzte Ausnahme vom Fangverbot gilt für eindeutig hilflose oder verletzte Jungtiere, die kurzzeitig zur Pflege aufgenommen werden dürfen — danach müssen sie wieder ausgewildert werden. Im Zweifel sollten Sie aber nicht selbst eingreifen, sondern eine Wildtier-Auffangstation, einen Eichhörnchen-Notruf oder die untere Naturschutzbehörde kontaktieren. Diese können einschätzen, ob das Tier wirklich Hilfe braucht.

Wann der Fachbetrieb übernimmt

Sobald Jungtiere im Spiel sein könnten, das Tier nicht freiwillig auszieht oder bauliche Schäden drohen, sollten Sie nicht eigenmächtig handeln. Ein fachkundiger Betrieb prüft in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde, ob und wann eine schonende Vergrämung zulässig ist, begleitet den Auszug und sichert anschließend die Zugänge dauerhaft und tiergerecht. Das BIOVEX-Netzwerk arbeitet bei besonders geschützten Arten wie dem Eichhörnchen ausschließlich mit erlaubten, schonenden Methoden und verschließt Quartiere erst, wenn sicher kein Tier mehr darin ist.

Häufige Fragen

Darf ich ein Eichhörnchen aus meinem Dach vertreiben?

Direkt vertreiben oder fangen ist verboten, weil das Eichhörnchen besonders geschützt ist. Erlaubt sind nur indirekte, schonende Maßnahmen außerhalb der Aufzuchtzeit, etwa etwas Licht oder Geräusch, damit das Tier freiwillig mit seinen Jungen umzieht. Danach dürfen die Zugänge gesichert werden.

Was passiert, wenn Jungtiere im Dach sind?

Dann darf das Quartier auf keinen Fall verschlossen und die Mutter nicht vertrieben werden, sonst verhungern die Jungen. Das wäre tierschutzwidrig und ein Verstoß gegen das Artenschutzrecht. Warten Sie, bis die Jungen selbstständig ausgezogen sind, oder ziehen Sie Fachleute hinzu.

Steht das Eichhörnchen wirklich unter Naturschutz?

Ja. Das Eichhörnchen ist nach der Bundesartenschutzverordnung in Verbindung mit dem Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt und darf nicht gefangen, getötet oder gehalten werden. Es unterliegt nicht dem Jagdrecht.

Ich habe ein hilfloses junges Eichhörnchen gefunden – was tun?

Eindeutig hilflose oder verletzte Jungtiere dürfen kurzzeitig zur Pflege aufgenommen werden und müssen danach wieder ausgewildert werden. Im Zweifel nicht selbst eingreifen, sondern eine Wildtier-Auffangstation, einen Eichhörnchen-Notruf oder die untere Naturschutzbehörde kontaktieren.

Wie verhindere ich, dass sich ein Eichhörnchen einnistet?

Schneiden Sie Äste zurück, die als Brücke zum Dach dienen (außerhalb der Gehölz-Schonzeit), und dichten Sie offene Spalten und Lücken am Dach ab, bevor sich ein Tier einquartiert. Vorbeugen ist deutlich einfacher und rechtlich unproblematischer als das spätere Entfernen.

Hinweis: Diese Art ist gesetzlich geschützt. Töten, Fangen oder Entfernen des Nestes kann verboten und bußgeldbewehrt sein — wenden Sie sich an die untere Naturschutzbehörde.
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