Dachboden mit Holzsparren und Dämmung, wo nächtliche Geräusche auf Wildtiere hindeuten
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Geräusche auf dem Dachboden richtig zuordnen

Trappeln, Poltern oder Quietschen über dem Schlafzimmer rauben den Schlaf — und die Art des Geräuschs verrät oft schon, welches Tier sich eingenistet hat. Das ist wichtig, denn viele Dachboden-Bewohner sind geschützt und dürfen nicht einfach eingesperrt oder vertrieben werden.

Was die Geräusche verraten

Ein Dachboden ist für viele Tiere ein ideales Quartier: trocken, warm und ungestört. Wer nachts Geräusche hört, kann allein an Lautstärke, Rhythmus und Tageszeit oft eingrenzen, wer dort wohnt. Diese erste Einordnung ist mehr als Neugier — sie entscheidet darüber, ob Sie überhaupt selbst tätig werden dürfen. Denn Siebenschläfer und Fledermäuse sind streng geschützt, der Marder unterliegt dem Jagdrecht, nur Maus und Ratte gelten als nicht geschützte Schädlinge.

Geräuschtypen und ihre Verursacher

Lautes Poltern, Trappeln und Schleifen — meist nachts

Wenn es klingt, als würde jemand etwas über den Boden ziehen, oder wenn schwere, deutlich hörbare Schritte zu hören sind, deutet das auf einen Steinmarder hin. Marder sind dämmerungs- und nachtaktiv, etwa katzengroß und bewegen schweres Nistmaterial oder Beute. Oft hört man sie zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden. Der Marder unterliegt dem Jagdrecht.

Schnelles Klettern und Quietschen — Sommernächte

Helle Quietsch-, Kletter- und Kratzgeräusche, vor allem in lauen Sommernächten, sprechen für den Siebenschläfer oder andere Bilche. Diese kleinen Nager sind hervorragende Kletterer und können erstaunlich laut sein. Sie sind streng geschützt und dürfen nicht gefangen oder getötet werden.

Schnelles Trappeln — morgens und nachmittags

Wer die Geräusche tagsüber hört, besonders am frühen Morgen und am späten Nachmittag, hat wahrscheinlich ein Eichhörnchen einquartiert. Es ist tagaktiv und schleppt Nistmaterial. Auch das Eichhörnchen ist besonders geschützt — was dann erlaubt ist, erklärt der Ratgeber Eichhörnchen im Dach.

Feines Trippeln und Nagen — leise und dauerhaft

Ein anhaltendes, leises Rascheln, Trippeln und Nagen, oft in den Wänden oder unter der Dämmung, deutet auf Mäuse oder Ratten hin. Sie sind die einzigen typischen Dachboden-Gäste, die nicht unter Naturschutz stehen.

Kaum hörbar, aber Spuren unter dem First

Fledermäuse sind fast lautlos. Bemerkbar machen sie sich eher durch krümeligen Kot unter dem Quartier und durch Ein- und Ausflug in der Dämmerung. Mehr dazu im Ratgeber Fledermäuse am Haus.

Geräusche allein reichen nicht — kombinieren Sie die Indizien

Lautstärke und Rhythmus geben eine erste Richtung, sicher wird die Bestimmung aber erst mit weiteren Hinweisen. Suchen Sie (mit Handschuhen und Lampe) nach Kot, Nistmaterial, Fraßspuren und Eingängen. Die Kotmerkmale der einzelnen Arten beschreibt der Ratgeber Spuren und Kot bestimmen. Achten Sie auch darauf, zu welcher Tageszeit es am lautesten ist — das ist eines der zuverlässigsten Unterscheidungsmerkmale.

Was Sie jetzt auf keinen Fall tun sollten

Verschließen Sie niemals vorschnell den vermuteten Eingang. Sind Jungtiere oder ein geschütztes Tier im Quartier, sperren Sie sie ein — das ist tierschutzwidrig, bei geschützten Arten verboten und führt zu verwesenden Tierkadavern in der Dämmung. Gerade in der Aufzuchtzeit im Frühjahr und Sommer sitzen oft hilflose Jungtiere im Nest.

Auch Hausmittel wie laute Musik, grelles Licht oder Duftstoffe wirken meist nur kurz oder gar nicht. Was davon Mythos und was sinnvoll ist, ordnet der Ratgeber Hausmittel im Mythos-Check ein.

Wann Sie Hilfe holen sollten

Wenn die Geräusche anhalten, Sie das Tier nicht zweifelsfrei bestimmen können oder eine geschützte Art im Spiel sein könnte, sind die untere Naturschutzbehörde, ein Artenschutzberater oder ein fachkundiger Betrieb die richtigen Ansprechpartner. Sie bestimmen die Art, prüfen, ob Jungtiere vorhanden sind, und planen — falls überhaupt zulässig — eine schonende Vergrämung außerhalb der Aufzuchtzeit mit anschließender fachgerechter Sicherung der Zugänge. Das BIOVEX-Netzwerk geht dabei immer im Rahmen des Naturschutzrechts vor und verschließt Quartiere erst, wenn sicher kein Tier mehr darin ist.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob ein Marder oder ein Siebenschläfer auf dem Dachboden ist?

Der Marder verursacht lautes, schweres Poltern und Schleifen, meist nach Mitternacht. Siebenschläfer machen hellere Kletter- und Quietschgeräusche, vor allem in warmen Sommernächten. Beide sind nachtaktiv; der Siebenschläfer ist streng geschützt, der Marder unterliegt dem Jagdrecht.

Warum höre ich die Geräusche nur tagsüber?

Tagaktive Geräusche, besonders morgens und am späten Nachmittag, deuten stark auf ein Eichhörnchen hin. Es ist das einzige typische Dachtier, das tagsüber aktiv ist. Das Eichhörnchen ist besonders geschützt und darf nicht gefangen oder vertrieben werden, solange Jungtiere im Nest sind.

Darf ich den Eingang verschließen, wenn das Tier draußen ist?

Nur, wenn Sie sicher sind, dass kein Tier und keine Jungtiere mehr im Quartier sind – sonst sperren Sie sie ein, was tierschutzwidrig und bei geschützten Arten verboten ist. In der Aufzuchtzeit ist das Verschließen besonders kritisch. Im Zweifel fachkundige Kontrolle hinzuziehen.

Helfen Ultraschallgeräte oder Duftstoffe gegen Tiere im Dach?

Solche Mittel wirken meist nur kurz, weil sich die Tiere gewöhnen, oder gar nicht. Bei geschützten Arten ist gezieltes Vertreiben ohnehin rechtlich eingeschränkt. Verlässlich ist nur eine fachgerechte Vergrämung außerhalb der Aufzuchtzeit mit anschließender baulicher Sicherung.

Wie laut sind Fledermäuse auf dem Dachboden?

Fledermäuse sind fast lautlos und fallen eher durch krümeligen Kot unter dem Quartier und durch Ein- und Ausflug in der Dämmerung auf. Hört man deutliche Trappel- oder Klettergeräusche, ist es in der Regel ein anderes Tier wie Marder, Bilch oder Eichhörnchen.

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