Blühender Bauerngarten mit Obstblüten zeigt den ökologischen Nutzen der Hornisse als nützliches Insekt
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Nutzen der Hornisse: warum das Insekt so wertvoll ist

Hornissen sind hochwirksame Insektenjäger und nebenbei Bestäuber. Ein starkes Volk vertilgt an einem Tag bis zu einem halben Kilogramm Insekten. Genau dieser Nutzen ist ein wichtiger Grund für ihren strengen Schutz.

Warum Hornissen so wertvoll sind

Hornissen haben einen schlechten Ruf, der ihrer ökologischen Bedeutung in keiner Weise gerecht wird. Tatsächlich sind sie nützliche Helfer im Naturhaushalt: Sie regulieren Insektenbestände, dienen selbst als Nahrung für Vögel und tragen zur Bestäubung bei. Wer ihren Nutzen kennt, begegnet einem Nest gelassener und versteht, warum die Europäische Hornisse besonders geschützt ist.

Effektive Insektenjäger

Hornissen füttern ihre Larven mit eiweißreicher Beute. Auf dem Speiseplan stehen Fliegen, Bremsen, Motten, Raupen, Mücken und auch Wespen. Ein starkes Volk von mehreren Hundert Tieren kann pro Tag bis zu einem halben Kilogramm Insekten erbeuten. Zum Vergleich wird diese Menge oft mit der Leistung mehrerer Meisenfamilien gleichgesetzt. Damit halten Hornissen unter anderem Lästlinge in Schach, die uns selbst stören. Ein Hornissenvolk im Garten kann so sogar die Wespen- und Fliegendichte senken.

Natürliche Schädlingsregulierung

Weil Hornissen viele Insekten jagen, die in der Land- und Gartenwirtschaft als Schädlinge gelten, leisten sie eine kostenlose, gänzlich gift- und rückstandsfreie Schädlingsregulierung. Gerade in einem naturnahen Garten ist das ein echter Vorteil. Anders als chemische Mittel wirken sie zielgerichtet und hinterlassen keine Belastung. Welche Insektenarten ein Garten anzieht und warum das die Ansiedlung begünstigt, lesen Sie unter Ursachen und Anziehungsfaktoren.

Bestäubung nebenbei

Erwachsene Hornissen ernähren sich überwiegend von Kohlenhydraten: Pflanzensaft, Nektar, Fallobstsaft und Honigtau. Beim Besuch von Blüten übertragen sie dabei Pollen und tragen so zur Bestäubung bei. Sie sind zwar keine so spezialisierten Bestäuber wie Bienen, ergänzen deren Arbeit aber sinnvoll, gerade in den Abend- und Dämmerungsstunden, in denen Bienen nicht mehr fliegen.

Warum Hornissen kaum lästig werden

Ein oft übersehener Vorteil: Hornissen stören am Esstisch praktisch nicht. Während Lästwespen im Spätsommer hartnäckig Kuchen, Limonade und Grillfleisch umschwirren, suchen Hornissen ihre Energie an Pflanzensaft, Fallobst und Blüten. Sie haben an menschlicher Nahrung kein Interesse und kommen daher selten in Konflikt mit Menschen. Wer ein Nest an unkritischer Stelle toleriert, profitiert also doppelt: weniger Schadinsekten im Garten und keine zudringlichen Tiere am Tisch. Gerade dieser Kontrast macht die Hornisse zu einem deutlich angenehmeren Nachbarn, als ihr Ruf vermuten lässt.

Teil der Nahrungskette

Hornissen sind nicht nur Jäger, sondern auch Beute. Vögel, einige Säugetiere und andere Insektenfresser nutzen sie als Nahrungsquelle. Damit sind sie ein fester Bestandteil eines funktionierenden Ökosystems. Fällt ein Glied dieser Kette weg, hat das Folgen für viele andere Arten.

Ein halbes Kilo Insekten am Tag

Die Jagdleistung eines Hornissenvolks ist beeindruckend. Während die erwachsenen Tiere sich von Kohlenhydraten ernähren, brauchen die Larven eiweißreiche Beute. Deshalb jagen die Arbeiterinnen unermüdlich Insekten und tragen sie als Nahrung ins Nest. Ein starkes Volk kann auf diese Weise pro Tag eine erhebliche Menge an Fliegen, Mücken, Motten, Raupen und Wespen erbeuten. Diese natürliche Regulierung läuft den ganzen Sommer über und entlastet den Garten ganz ohne menschliches Zutun. Anders als bei chemischen Mitteln entstehen dabei keine Rückstände und keine Belastung für andere Tiere oder das Grundwasser.

Sanfte Riesen mit schlechtem Ruf

Trotz dieses Nutzens werden Hornissen oft gefürchtet. Dabei sind sie ausgesprochen friedlich und stechen nur zur Verteidigung des Nestes. Die verbreitete Angst beruht eher auf ihrer Größe und dem lauten Brummen als auf realen Vorfällen. Wer sich klarmacht, wie viel ein einzelnes Volk für das ökologische Gleichgewicht leistet, sieht ein Nest mit anderen Augen. Mehr zur sachlichen Einordnung der Gefahr bietet der Beitrag Sind Hornissen gefährlich?.

Der Nutzen im Überblick

  • Insektenregulierung: bis zu ein halbes Kilogramm Beuteinsekten pro Tag bei starken Völkern.
  • Schädlingskontrolle: jagen Fliegen, Mücken, Motten, Raupen und Wespen ohne Gift.
  • Bestäubung: übertragen Pollen beim Blütenbesuch, auch in der Dämmerung.
  • Nahrungsquelle: dienen Vögeln und anderen Tieren als Beute.

Warum der Nutzen den Schutz begründet

Aus genau diesen Gründen steht die Europäische Hornisse unter besonderem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Das Töten der Tiere und das Zerstören ihrer Nester sind ohne Genehmigung verboten. Der Schutz ist kein bürokratischer Selbstzweck, sondern Ausdruck der ökologischen Bedeutung der Art. Mehr zum rechtlichen Rahmen erfahren Sie unter Hornissen und Artenschutz.

Mit Hornissen leben statt sie bekämpfen

Sitzt ein Nest an einem unkritischen Ort, ist Zusammenleben fast immer möglich und sinnvoll. Die Tiere sind friedlich, solange man Abstand hält, und das Volk löst sich im Herbst von selbst auf. Stört das Nest den Alltag wirklich, etwa direkt am Hauseingang, kommt eine genehmigte fachgerechte Umsiedlung in Betracht. Sie erhält das nützliche Volk und verlagert es an einen sicheren Ort.

Häufige Fragen

Wie viele Insekten frisst ein Hornissenvolk?

Ein starkes Volk von mehreren Hundert Tieren kann pro Tag bis zu ein halbes Kilogramm Insekten erbeuten. Damit regulieren Hornissen unter anderem Fliegen, Mücken, Motten und sogar Wespen.

Sind Hornissen nützlich im Garten?

Ja, sehr. Sie jagen zahlreiche Insekten, die als Schädlinge oder Lästlinge gelten, und das völlig ohne Gift. Nebenbei bestäuben sie beim Blütenbesuch Pflanzen. Ein Nest an unkritischer Stelle ist daher eher ein Vorteil.

Bestäuben Hornissen Pflanzen?

Ja, wenn auch weniger spezialisiert als Bienen. Beim Besuch von Blüten zur Nektaraufnahme übertragen sie Pollen. Da sie auch in der Dämmerung fliegen, ergänzen sie die Bestäubungsarbeit der Bienen.

Warum sind Hornissen geschützt?

Wegen ihrer ökologischen Bedeutung als Insektenjäger, Bestäuber und Teil der Nahrungskette. Die Europäische Hornisse steht unter besonderem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes; Töten und Nestzerstörung sind ohne Genehmigung verboten.

Vertreiben Hornissen andere Wespen?

Hornissen erbeuten unter anderem Wespen, um ihre Larven zu füttern. Ein Hornissenvolk in der Nähe kann daher die Zahl lästiger Wespen rund um Terrasse und Garten verringern.

Hinweis: Diese Art ist gesetzlich geschützt. Töten, Fangen oder Entfernen des Nestes kann verboten und bußgeldbewehrt sein — wenden Sie sich an die untere Naturschutzbehörde.
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