Verschiedene Spinnennetze in einer Kellerecke als Überblick häufiger Haus-Spinnen
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Häufige Haus-Spinnen im Überblick: Arten unterscheiden

In deutschen Wohnungen kommen immer wieder dieselben fünf bis sechs Arten vor. Wer ihre Merkmale kennt, ordnet fast jeden Fund in Sekunden richtig ein.

Von den rund 1.000 Spinnenarten in Deutschland leben nur wenige regelmäßig in und an unseren Häusern. Dieser Überblick stellt die typischen Untermieter vor – mit den Merkmalen, an denen Sie sie auseinanderhalten. Eines gleich vorweg: Keine dieser Arten ist für gesunde Menschen gefährlich, die meisten sind sogar nützliche Insektenjäger.

Große Winkelspinne (Hauswinkelspinne)

Die wohl bekannteste Hausspinne. Ihr Körper ist kräftig, bräunlich und behaart, der Hinterleib trägt eine hell-dunkle Fleckenzeichnung. Sie baut Trichternetze in Zimmerecken, Kellern, Garagen und hinter Möbeln und sitzt am hinteren Ende des Trichters auf der Lauer. Nachts läuft sie auf der Suche nach Beute oder einem Partner über Wände und Böden – daher die schreckhaften Begegnungen in Bad und Wohnzimmer. Mehr im Beitrag Hauswinkelspinne erkennen.

Große Zitterspinne

Die Zitterspinne lebt in fast jedem Haushalt und ist eine der häufigsten Hausspinnen überhaupt. Ihr Körper ist zierlich und fast durchscheinend, die Beine sind extrem lang und dünn. Sie hängt kopfüber in einem unregelmäßigen Netz an der Zimmerdecke oder in Ecken. Bei Störung versetzt sie sich in schnelle, zitternde Schwingungen – daher der Name. Sie ist für Menschen völlig harmlos und fängt kleine Fliegen, Mücken und Motten. Details im Beitrag Zitterspinne an der Decke.

Weberknecht – keine echte Spinne

Der Weberknecht wird ständig zu den Spinnen gezählt, gehört aber zu einer eigenen Tiergruppe. Sein Körper bildet eine einzige kleine Kugel ohne Einschnürung, auf der die unverhältnismäßig langen Beine sitzen. Er spinnt kein Netz, besitzt keine Giftdrüsen und ist absolut harmlos. Warum er so oft mit der Zitterspinne verwechselt wird, erklärt der Beitrag Weberknecht: keine echte Spinne.

Nosferatu-Spinne

Die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) ist ein Neuankömmling, der sich seit einigen Jahren in ganz Deutschland ausbreitet. Sie ist kräftig gebaut, bräunlich gefärbt und trägt auf dem Vorderkörper eine dunkle Zeichnung, die manche an ein Gesicht oder eine Fledermaus erinnert. Sie baut kein Fangnetz, sondern jagt frei laufend. Ihr Biss ist möglich, aber für gesunde Menschen harmlos und etwa mit einem leichten Wespenstich vergleichbar. Mehr im Beitrag Nosferatu-Spinne erkennen.

Kreuzspinne

Die Gartenkreuzspinne ist die klassische Radnetz-Spinne. Sie trägt das namensgebende helle Kreuzmuster auf dem Hinterleib und spannt ihre großen, regelmäßigen Radnetze meist außen an Fenstern, Balkonen, in Hecken und Gärten. In den Wohnraum verirrt sie sich nur selten. Auch sie ist harmlos und ein wichtiger Insektenjäger.

Springspinnen

An sonnigen Hauswänden, Fensterrahmen und auf Balkonen begegnet man kleinen, lebhaften Springspinnen wie der schwarz-weiß gestreiften Zebraspinne. Sie bauen ebenfalls kein Fangnetz, sondern pirschen sich an ihre Beute heran und springen sie an. Mit ihren großen, nach vorn gerichteten Augen wirken sie fast neugierig – und sind für Menschen ungefährlich.

Seltenere Gäste am und im Haus

Neben den häufigen Arten begegnen einem gelegentlich weitere Spinnen, die meist von draußen hereinkommen:

  • Wolfsspinnen sind kräftige, am Boden lebende Jäger, die kein Netz bauen und sich nur selten in den Wohnraum verirren. Die Weibchen tragen ihren Eikokon und später die Jungen mit sich herum.
  • Finsterspinnen ähneln der Winkelspinne, bleiben aber bevorzugt in Kellern, Schuppen und unter Steinen.
  • Ammen-Dornfinger: eine der wenigen heimischen Arten, die durch die menschliche Haut beißen können. Sie lebt im Freien in höherem Gras, nicht im Haus, und ihr Biss ist für gesunde Menschen ungefährlich, wenn auch schmerzhaft.

Auch diese Arten sind für Menschen nicht gefährlich. Wie Spinnengift einzuordnen ist, erklärt der Beitrag Sind Haus-Spinnen giftig oder gefährlich?.

So ordnen Sie einen Fund schnell ein

Drei Fragen führen meist schon zur richtigen Gruppe:

  1. Baut das Tier ein Netz – und wie sieht es aus? Trichter in der Ecke spricht für die Winkelspinne, ein wirres Netz an der Decke für die Zitterspinne, ein Radnetz am Fenster für die Kreuzspinne.
  2. Läuft es frei umher? Dann kommen Nosferatu-Spinne, Springspinne oder eine umherwandernde Winkelspinne infrage.
  3. Ist der Körper geteilt oder eine einzige Kugel? Eine ungeteilte Kugel mit langen Beinen ist ein Weberknecht.

Wie Sie die einzelnen Merkmale am lebenden Tier ablesen, ohne es anzufassen, beschreibt der Beitrag Spinnen im Haus erkennen und bestimmen.

Müssen die Arten bekämpft werden?

Nein. Alle hier genannten Arten sind harmlos und vertilgen lästige Insekten. Wer einzelne Tiere nicht im Wohnraum dulden möchte, setzt sie mit der bewährten Glas-und-Karton-Methode nach draußen oder sorgt mit dichten Fenstern und Ritzen dafür, dass weniger nachkommen. Tipps dazu im Beitrag Spinnen selbst loswerden, ohne sie zu töten.

Häufige Fragen

Welche Spinnenarten kommen in Deutschland am häufigsten im Haus vor?

Am häufigsten sind die Große Winkelspinne (Hauswinkelspinne), die Große Zitterspinne und der Weberknecht, der streng genommen keine Spinne ist. Hinzu kommen die eingewanderte Nosferatu-Spinne sowie außen am Haus Kreuz- und Springspinnen.

Gibt es in Deutschland gefährliche Hausspinnen?

Nein. Keine in Deutschland heimische oder eingewanderte Hausspinnenart ist für gesunde Menschen ernsthaft gefährlich. Auch der Biss der Nosferatu-Spinne ist mit einem leichten Wespenstich vergleichbar und klingt rasch ab.

Ist der Weberknecht eine Spinne?

Nein. Der Weberknecht gehört zwar wie die Spinnen zu den Spinnentieren, ist aber keine echte Webspinne. Sein Körper bildet eine einzige Kugel ohne Einschnürung, er besitzt keine Giftdrüsen und spinnt kein Netz.

Wie erkenne ich an einem Netz, welche Spinne dahintersteckt?

Ein Trichternetz in der Ecke stammt von der Winkelspinne, ein unregelmäßiges Netz an der Decke von der Zitterspinne und ein großes, regelmäßiges Radnetz am Fenster von der Kreuzspinne. Nosferatu- und Springspinnen bauen gar kein Fangnetz.

Sind Hausspinnen nützlich?

Ja. Sie vertilgen große Mengen an Mücken, Fliegen, Motten und anderen Insekten und halten so die Zahl lästiger Plagegeister im Haus niedrig. Deshalb lohnt es sich oft, einzelne Tiere einfach zu dulden oder nach draußen zu setzen.

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