Wespen erkennen: Merkmale und Aussehen
Wespen erkennt man an der schlanken Wespentaille, dem glänzend schwarz-gelben Körper und der fast unbehaarten Oberfläche. Wer die Merkmale kennt, verwechselt sie nicht mit nützlichen Bienen oder Hummeln.
Bevor man auf ein Insekt am Esstisch oder an der Hauswand reagiert, lohnt der genaue Blick: Nicht jedes schwarz-gelbe Tier ist eine Wespe, und nur zwei der rund 700 in Deutschland vorkommenden Wespenarten werden uns im Spaetsommer ueberhaupt laestig. Dieser Ueberblick zeigt die sicheren Erkennungsmerkmale.
Die typischen Merkmale einer Wespe
Wespen lassen sich an einer Kombination weniger Merkmale recht zuverlaessig erkennen. Entscheidend sind Koerperform, Faerbung, Behaarung und Verhalten - nicht ein einzelnes Detail.
Die Wespentaille
Das auffaelligste Merkmal ist die stark eingeschnuerte Taille zwischen Brust (Thorax) und Hinterleib. Diese duenne Verbindung hat dem Koerperbau sogar den Namen gegeben. Bienen und vor allem Hummeln wirken im Vergleich gedrungen und rund, ihre Taille ist kaum abgesetzt.
Faerbung
Wespen tragen ein intensives, kontrastreiches Schwarz-Gelb. Die Streifung ist klar abgegrenzt, die gelben Partien leuchten. Die Beine sind ueberwiegend gelb. Bienen wirken dagegen eher gelbbraun und matter gefaerbt, Hummeln meist schwarz mit wenigen breiten gelb-orangenen Binden und oft einem hellen Hinterleibsende.
Behaarung und Oberflaeche
Der Wespenkoerper ist nahezu unbehaart, glatt und glaenzend. Bienen und Hummeln sind dagegen deutlich pelzig - bei der Hummel sind die langen Haare schon mit blossem Auge gut zu sehen. Diese Behaarung ist ein verlaesslicher Unterschied, wenn die Faerbung einmal nicht eindeutig ist.
Groesse
Die hierzulande laestigen Wespenarten messen rund 11 bis 17 Millimeter. Deutlich groessere Tiere mit rotbraun-gelber Faerbung und 18 bis 28 Millimetern Laenge sind in der Regel keine Wespen im engeren Sinne, sondern Hornissen - die groesste heimische Wespenart und besonders geschuetzt. Mehr dazu im Vergleich von Wespe, Biene, Hornisse und Hummel.
Verhalten als Erkennungshilfe
Auch das Verhalten verraet die Wespe. Sie fliegt schnell, wendig und zielstrebig und interessiert sich - anders als Bienen - im Spaetsommer stark fuer suesse und eiweisshaltige menschliche Nahrung. Wer immer wieder von denselben Tieren an Kuchen, Limonade oder Grillgut umkreist wird, hat es fast sicher mit der Gemeinen oder der Deutschen Wespe zu tun. Bienen dagegen sammeln an Blueten und halten sich kaum am Esstisch auf.
Faustregel: glatt, glaenzend und am Essen interessiert deutet auf Wespe, pelzig und an Blueten auf Biene oder Hummel.
Warum die genaue Bestimmung wichtig ist
Die Unterscheidung ist nicht nur Liebhaberei. Wespen, Bienen, Hummeln und Hornissen stehen in Deutschland unter dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes, Hornissen und Wildbienen sogar unter besonderem Schutz. Wer ein Tier oder Nest vorschnell zerstoert, riskiert ein Bussgeld - und vernichtet womoeglich ein voellig harmloses Volk. Deshalb steht am Anfang immer die Bestimmung, nicht die Bekaempfung. Welche Art genau vor Ihnen ist, klaert der Beitrag Wespenarten bestimmen.
Wann Wespen ueberhaupt auffallen
Im Fruehjahr und Fruehsommer bemerkt man Wespen kaum. Erst wenn die Voelker ihre groesste Staerke erreichen, treten die Tiere gehaeuft in Erscheinung. Das erklaert, warum Wespen scheinbar ploetzlich da sind - tatsaechlich folgt das einem festen Jahresrhythmus, den der Beitrag zur Wespen-Saison erklaert.
Wespen im Flug und am Geraeusch erkennen
Nicht immer kann man ein Tier in Ruhe betrachten. Auch der Flug verraet die Wespe: Er ist schnell, gerade und wendig, mit abrupten Richtungswechseln, und wirkt im Vergleich zum gemaechlichen Flug einer Hummel deutlich nervoeser. Das Fluggeraeusch ist ein vergleichsweise helles, hektisches Surren, waehrend Hummeln tief und brummend klingen. An warmen Tagen, vor allem vormittags, sind Wespen besonders flugaktiv. Sammeln sich mehrere Tiere an einer einzigen Stelle der Fassade, deutet das auf ein dahinter verborgenes Nest hin - mehr dazu im Beitrag zum Wespennest erkennen.
Warum Wespen nuetzlich sind
Wer Wespen sicher erkennt, sieht sie schnell mit anderen Augen. Sie sind keine Schaedlinge, sondern Teil eines funktionierenden Oekosystems: Ein einziges Volk vertilgt ueber den Sommer grosse Mengen an Fliegen, Muecken, Blattlaeusen und Raupen, von denen viele selbst als Schaedlinge gelten. Nebenbei bestaeuben erwachsene Wespen Blueten, wenn sie Nektar aufnehmen. Aus diesem Grund - und weil viele Arten selten geworden sind - stehen alle heimischen Wespen unter dem allgemeinen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes. Das richtige Erkennen ist deshalb der erste Schritt zu einem gelassenen Umgang, nicht zur Bekaempfung.
Haeufige Verwechslungen vermeiden
- Schwebfliegen tarnen sich mit schwarz-gelber Zeichnung, haben aber nur ein Fluegelpaar, kurze Fuehler und koennen auf der Stelle in der Luft stehen. Sie stechen nicht.
- Wildbienen sind oft schlank und wenig behaart und werden mit Wespen verwechselt - sie sind aber harmlos und besonders schuetzenswert.
- Mittlere und Saechsische Wespe bauen frei haengende, graue Nester und gelten als sehr friedfertig; sie gehen kaum ans Essen.
Wer unsicher ist, fotografiert das Tier aus sicherem Abstand und vergleicht in Ruhe. Eine korrekte Bestimmung schuetzt nuetzliche Insekten und hilft, die naechsten Schritte richtig einzuschaetzen.
Häufige Fragen
Wie erkenne ich, ob es eine Wespe oder eine Biene ist?
Achten Sie auf Behaarung und Koerperform: Wespen sind glatt, glaenzend und haben eine stark eingeschnuerte Taille, Bienen sind pelzig und gedrungener. Wespen interessieren sich zudem fuer suesse und eiweisshaltige Speisen, Bienen halten sich an Blueten.
Sind alle schwarz-gelben Insekten Wespen?
Nein. Auch harmlose Schwebfliegen tragen eine schwarz-gelbe Warnfaerbung, haben aber nur ein Fluegelpaar und stechen nicht. Von den rund 700 Wespenarten werden zudem nur die Gemeine und die Deutsche Wespe ueberhaupt laestig.
Wie gross sind heimische Wespen?
Die laestigen Arbeiterinnen messen etwa 11 bis 17 Millimeter. Deutlich groessere, rotbraun-gelbe Tiere von 18 bis 28 Millimetern sind meist Hornissen - die groesste heimische Wespenart und besonders geschuetzt.
Woran erkenne ich eine Wespe am Verhalten?
Wespen fliegen schnell und wendig und steuern im Spaetsommer gezielt Kuchen, Limonade oder Grillgut an. Wer wiederholt von denselben Tieren am Esstisch umkreist wird, hat es fast sicher mit Gemeiner oder Deutscher Wespe zu tun.
Warum ist die genaue Bestimmung der Wespenart wichtig?
Wespen, Bienen, Hummeln und Hornissen stehen unter Naturschutz. Eine korrekte Bestimmung verhindert, dass ein harmloses oder besonders geschuetztes Volk vorschnell zerstoert wird - das kann sonst mit einem Bussgeld geahndet werden.